Bundeswehr ärztliche Untersuchung: Wehrmedizinische Begutachtung

Vor der Einstellung müssen alle Bewerberinnen und Bewerber, die als FWDL, SaZ oder als BS eingestellt werden wollen, eine Bundeswehr ärztliche Untersuchung durchlaufen. In der Wehrmedizinische Untersuchung wird die charakterliche, geistige und körperliche Eignung der Bewerber/-innen geprüft, die zur Erfüllung der Aufgaben als Soldatin bzw. Soldat erforderlich ist. Die ärztliche Untersuchung ist Teil des Bundeswehr Auswahlverfahrens und zwingend notwendig, um die gesundheitlichen Anforderungen entsprechend der angestrebten Verwendung zu gewährleisten. Durch die Feststellung der gesundheitlichen Verwendungseignung und (Wehr-)Dienstfähigkeit liegen nicht nur  dem Personalführer bzw. der Personalführerin grundlegende Informationen zur Personalplanung vor, sondern auch Bewerberinnen und Bewerber werden vor zu erwarteten gesundheitlichen Belastungen während des zukünftigen Wehrdienstes als Soldatin bzw. Soldat geschützt. 

Bundeswehr ärztliche Untersuchung
©Bundeswehr/Patrick Grüterich

Bundeswehr Einstellungstest

Bundeswehr CAT-Test online üben

Das Assessment Training besteht aus 5 Kategorien (Deutsch, Mathematik, Logik, Konzentration und Wissen), aus denen jeweils 20 Fragen per Zufallsprinzip ausgewählt werden. Für die Beantwortung aller 20 Fragen hast du insgesamt 8 Minuten Zeit. Während des Tests wird dir die ablaufende Zeit angezeigt.

1 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

2 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Welche Formel zur Berechnung des elektrischen Widerstands ist korrekt?

3 / 20

Kategorie: Konzentration

Welcher Würfel passt zur Abbildung?

Question Image

4 / 20

Kategorie: Konzentration

Zähle alle Buchstaben b, wenn diesem der Buchstabe p folgt. 

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5 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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6 / 20

Kategorie: Mathematik

Wie groß ist die Mantelfläche des Zylinders?

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7 / 20

Kategorie: Mathematik

Familie Krüger möchte ihr Wohnzimmer neu streichen. Mit 5 Liter superweiß aus dem Baumarkt können 40 m² Fläche gestrichen werden. Wie viel Liter Farbe benötigt Familie Krüger, wenn das Wohnzimmer 6 Meter breit, 8 Meter lang und 3 Meter hoch ist?  

8 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Welche Räder drehen sich in dieselbe Richtung wie das Rad A?

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9 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Die Bundeswehr untersteht dem sogenannten Primat der Politik. Deshalb ist die Bundeswehr auch bekannt als…

10 / 20

Kategorie: Mathematik

45 Arbeiter benötigen für einen Hausbau 18 Tage. Wie viele Tage benötigen 15 Arbeiter?

11 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Was gehört nicht zu den Aufgaben der Bundeswehr?

12 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

13 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

14 / 20

Kategorie: Mathematik

Löse die Aufgabe unter Beachtung der Klammerregeln. Wie lautet das korrekte Ergebnis?

Question Image

15 / 20

Kategorie: Mathematik

Bei Ratenzahlung verteuert sich der Kauf eines Autos um 1.800 €. Die Rate beträgt 7,5 %. Wie hoch ist der ursprüngliche Kaufpreis des Autos?

16 / 20

Kategorie: Konzentration

Wie viele Wörter dapa sind im Text geschrieben? 

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17 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Zu welchem Zweck darf die Bundeswehr nicht im Landesinnern eingesetzt werden?

18 / 20

Kategorie: Konzentration

Wie viele Flächen hat die Figur? 

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Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

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Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

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Zu den Testtrainern

Themen im Beitrag:

Bundeswehr ärztliche Untersuchung: Gesundheitliche Vorgeschichte

Bereits im Vorfeld des eigentlichen Auswahlverfahrens muss jede Bewerberin und jeder Bewerber Angaben zur seiner gesundheitlichen Vorgeschichte machen. Dafür wird von den Bewerbenden ein Fragebogen zur Anamnese ausgefüllt und mit den Bewerbungsunterlagen eingereicht. Erst wenn das medizinische Personal die Angaben in diesem Fragebogen beurteilt hat erfolgt eine Einladung zum Assessment Center, in dem auch die Bundeswehr ärztliche Untersuchung Teil ist. Zur persönlichen gesundheitlichen Vorgeschichte müssen u. a. folgende Angaben gemacht werden: 

  • Lungenerkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Epilepsie
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • abgelaufene Infektions- und Kinderkrankheiten
  • Medikamenten-, Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • gegenwärtige ärztliche/zahnärztliche/kieferorthopädische Behandlung
  • Krankenhaus-/Sanatoriumsaufenthalte
  • Operationen
  • Unfälle mit Körperschaden
  • Kurmaßnahmen & Rehabilitation

Ablauf der Ärztlichen Untersuchung: Die Musterung bei der Bundeswehr

Unabhängig von der Laufbahn und dem Tätigkeitsbereich, müssen sich alle Bewerbenden im Auswahlverfahren der Bundeswehr einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Der Medizincheck soll gewährleisten, dass der oder die Bewerber/-in die gesundheitliche Eignung für den (Wehr-)Dienst mitbringt. Die gesundheitliche und körperliche Eignungsuntersuchung wird von einem Bundeswehrarzt oder einer Bundeswehrärztin durchgeführt und stellt im wesentlichen die Verwendungs- und Dienstfähigkeit fest. Durch verschiedene Tests und Begutachtungen wird in der ärztlichen Untersuchung zum einen dein gesundheitlicher Zustand erfasst und zum anderen festgestellt, ob du entsprechend der angestrebten Verwendung die spezifischen gesundheitlichen Anforderungen erfüllst. Der Voruntersuchungsgang umfasst u. a. folgende Tests:

  • Hörtest
  • Sehtest
  • Urinprobe (mit Drogenscreening)
  • Körpergröße und Gewicht werden erfasst

Größe- und Gewichtstabelle: Zuordnung nach "Waist-to-Hight Ratio" (WHtR)

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist nicht mehr Begutachtungsgrundlage zur Beurteilung des medizinischen Gewichtsstatus. In der Bundeswehr ärztlichen Untersuchung wurde der BMI durch das WHtR (englisch Waist-to-Hight Ratio) Messverfahren abgelöst. Der WHtR beschreibt das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße und ist im Unterschied zum BMI aussagekräftiger bezüglich der Verteilung des Körperfetts und der gesundheitlichen Relevanz von Übergewicht.

Durch die Bewertung von gesundheitlichen Risiken, wie Körperbau und Bauchfettanteil, eignet sich daher das WHtR Messverfahren als Index besser, als gegenüber dem BMI. Denn der BMI hat erwiesenermaßen eine geringe Aussage über die gesundheitlich relevanten Ursachen eines Über- oder Untergewichts, da z. B sehr muskulöse Männer und Frauen einen hohen BMI aufzeigen.  

WHtR Messung und Berechnung

Für die Berechnung des WHtR erfolgt die Messung der Bewerberinnen und Bewerber im Stehen, dabei muss der Bauch entspannt sein und darf nicht eingezogen werden. Gemessen wird zwischen dem unteren Rippenbogen und der dicksten Stelle des Bauches. Der WHtR wird folgendermaßen berechnet:

  • WHtR = Taillenumfang : Körpergröße
Alter 15 bis 40 Jahre
0,40 bis 0,50 Normalgewicht
0,51 bis 0,56 Übergewicht
0,57 bis 0,68 Adipositas I
> 0,68 Adipositas II
Alter 40 bis 50 Jahre
+ 0,01 pro Lebensjahr Normalgewicht
+ 0,01 pro Lebensjahr Übergewicht
+ 0,01 pro Lebensjahr Adipositas I
+ 0,01 pro Lebensjahr Adipositas II
Alter über 50 Jahre
0,40 bis 0,60 Normalgewicht
0,61 bis 0,66 Übergewicht
0,67 bis 0,78 Adipositas I
> 0,78 Adipositas II

Anamnese und Körperliche Untersuchung

Nach dem Voruntersuchungsgang steht zunächst eine Annahmeuntersuchung an. Hier wird der Bundeswehrarzt oder die Bundeswehrärztin anfangs mit dir über deine persönliche Anamnese sprechen, die du bereits im Fragebogen zur gesundheitliche Vorgeschichte angegeben hast. Des Weiteren folgen noch ein paar Fragen zu etwaigen Allergien, Krankheiten, familiäre Erkrankungen, Drogen- und Alkoholkonsum. Auch wird der Arzt bzw. die Ärztin mit dir deine sonstigen medizinischen Unterlagen sowie Befunde durchgehen. Erst dann erfolgt das Kernstück jeder Bundeswehr ärztlichen Untersuchung, die körperliche Untersuchung von Kopf bis Fuß. Die Ganzkörperuntersuchung umfasst folgende Befunderhebungen: 

  • Hautbild (Hauterkrankungen, Pigmenttumore und Muttermale)
  • Hände und Füße (Beurteilung auf Gebrauchsfähigkeit)
  • Gelenke einschließlich des Bandapparates (inspektorisch und funktionell)
  • Wirbelsäule (inspektorisch und funktionell u. a. Kyphose, Skoliose)
  • Augen (Beweglichkeit, Sehschärfe, Farbsinn
  • Ohren (Untersuchung des Gehörgangs, Trommelfell)
  • Rachen (Inspektion Lippen, Zunge, Mund, Rachenschleimhaut)
  • Zähne (z. B. Karies, Zahnlockerungen, Entzündungen, Schwellungen)
  • Hals (Beurteilung Lymhknoten, Schilddrüse)
  • Herz-Kreislauf-System (Ruhe-EKG, Blutdruck- und Pulsmessung)
  • Lunge (Lungenfunktionsuntersuchung)
  • Bauchwand (Abtasten des Bauchraumes)
  • Genitalorgane Mann (Inspektion und Palpation)
  • Genitalorgane Frau (gynäkologischer Attest) 
Damit deine körperliche Diensttauglichkeit vollumfänglich beurteilt werden kann,  musst du auch während der medizinischen Begutachtung u. a. Koordinationsübungen, Kniebeuge oder Beweglichkeitstests absolvieren. 

Tauglichkeitsgrad

Für die Verwendungsfähigkeit der zu prüfenden Personen stellen drei verschiedene Tauglichkeitsgrade die Abstufungen der (Wehr-)Dienstfähigkeit dar und beschreiben, ob eine Bewerberin oder ein Bewerber die gesundheitlichen Erwartungen an den Wehrdienst erfüllt. Nach Abschluss der Untersuchungen wird durch den ärztlichen Dienst anhand des Grunduntersuchungsergebnisses der Tauglichkeitsgrad ermittelt. In folgende Tauglichkeitsgrade wird differenziert:  

  • wehrdienstfähig (gesundheitlich geeignet)
  • vorübergehend nicht wehrdienstfähig (vorübergehend gesundheitlich nicht geeignet)
  • nicht wehrdienstfähig (gesundheitlich nicht geeignet)

Verwendungsgrad

Der Verwendungsgrad ergibt sich anhand des militärischen Tätigkeitsbereiches, der an spezifischen gesundheitlichen und/oder wehrergonomischen Anforderungen gebunden ist. Kann eine Bewerberin oder ein Bewerber die Anforderungen einer bestimmten Verwendung nicht erfüllen, so wird die Person von dieser Verwendung ausgeschlossen. Für Bewerberinnen und Bewerber um eine Einstellung als FWDL, SaZ oder BS unterscheiden sich die Verwendungsgrade in T1, T2, T4, T5 und T6 (für Reservistinnen und Reservisten). 

T1: (wehr-)dienstfähig und voll verwendungsfähig

Die Einstufung in den Verwendungsgrad T1 erfolgt: wenn keine Gesundheitsstörungen oder Verwendungsausschlüsse vorliegen, keine feste vorliegende Zahnspange besteht und keine Fehlsichtigkeit vorhanden ist.

  • Mindestsehschärfe mit Korrektur auf beide Augen jeweils 0,7 mit Brille oder Kontaktlinsen
  • Dabei zulässig sind Gläser bis zu dpt: +/–3,0 sph und/oder +/–2,0 cyl

Verwendungsbezeichnung X1

Die Verwendungsbezeichnung X1 ist ein Zusatz und kennzeichnet die Verwendungsmöglichkeit im Wachbataillon. Dafür sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen: Körpergröße zwischen 175 cm und 196 cm, kein Bart, kein sichtbares Übergewicht und keine starke Sehschwäche.

T2: (wehr-)dienstfähig und verwendungsfähig mit Einschränkungen

Der Verwendungsgrad T2 wird zugewiesen: wenn die Körpergröße unter 175 cm oder über 184 cm liegt, nur leichte Gesundheitsstörungen wie z. B. Wirbelsäulen- oder Gelenkveränderungen, Allergien schwacher Ausprägung, Augenprobleme oder Fehlsichtigkeit, vorhanden sind.   

  • Mindestsehschärfe mit Korrektur 0,8 auf dem besseren Auge und 0,2 auf dem schlechteren Auge beidäugig mindestens 1.0 (mit Brille oder Kontaktlinsen).
  • Dabei zulässig sind Gläser bis zu dpt: +8,0 sph und +/–5,0 cyl
  • Bei Minus-sph ist jegliche Stärke größer -5,0 dpt zulässig.

T3: verwendungsfähig mit Einschränkung in der Grundausbildung und für bestimmte Tätigkeiten

Der Verwendungsgrad T3 wurde mit Änderung des Wehrpflichtgesetzes zum 1. Oktober 2004 gestrichen. Die bis dato zu T3 geführten Krankheiten werden fortan im Verwendungsgrad T5 gelistet, welcher nicht wehrdienstfähig einstuft. Die in T3 aufgeführten Krankheiten waren u. a. Farbenblindheit, Platt- und Klumpfüße, Wirbelsäulen- und Gelenkveränderungen oder Unverträglichkeiten gegen bestimmte Impfungen. Seit dem 3. Juli 2018, mit Neuregelung der Wehrmedizinischen Begutachtung, wird der Verwendungsgrad T3 wieder für FWDL (freiwillig Wehrdienstleistende) genutzt.

T4: vorübergehend nicht (wehr-)dienstfähig

Bei dem Verwendungsgrad T4 liegt eine momentane Gesundheitsstörung vor, bei der noch nicht absehbar ist, welche Auswirkung sie auf den Wehrdienst hat bzw. kann der Krankheitsverlauf innerhalb von vier Wochen noch nicht endgültig beurteilt werden. Jedoch wird davon ausgegangen, dass durch eine Therapie oder mit Ablauf der Zeit sich der Gesundheitszustand verbessert.

T5: nicht (wehr-)dienstfähig

Wer mit dem Verwendungsgrad T5 gemustert wird, wird als nicht wehrdienstfähig eingestuft. In diesem Fall bedeutet das, dass eine schwere Gesundheitsstörung vorliegt und eine Besserung des Gesundheitszustandes nicht zu erwarten ist. Verwendungsausschlüsse sind u. a. folgende ausgeprägte Krankheitsverläufe oder körperlichen Merkmale:   

  • Asthma (mit ausgeprägter Funktionseinschränkung trotz medikamentöser Dauertherapie)
  • Drogenkonsum (schädlicher Gebrauch oder Abhängigkeit von Drogen – auch zurückliegend)
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2  bei unzureichender Einstellbarkeit)
  • Herz- und Kreislauferkrankungen (z. B. Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen)
  • Wirbelsäulenverbiegung (z. B. Skoliose über 30° nach Cobb, operationsbedürftige Kyphose oder ausgeprägte Osteochondrose)
  • Gelenkveränderungen (schwere Bewegungseinschränkungen oder nicht stabilisierbare Gelenke, z. B. Arthrose, Kreuzband)
  • Starke Sehbehinderung (u. a. höhere Fehlsichtigkeit als unter „T2“ z. B.  Keratokonus oder Keratoplastik)
  • Körperbau (Körperlänge unter 155 cm und über 210 cm, Gewicht unter 45 kg und über 131 kg / WHtR >0,68 & WHtR <0,40)
  • Verhaltensstörungen (z. B. Depressionen und Psychosen, Intelligenzminderung)
  • Vegetatives Nervensystem (z. B. Somatoforme Störungen oder langanhaltende Migräneanfälle)
  • Zentrales Nervensystem (z. B. chronische und degenerative Hirn- und Rückenmarksleiden u. a. multiple Sklerose, amyotrophische
    Lateralsklerose)
  • Chronische Schäden an inneren Organen (z. B. Herzklappenfehler, Nierenschäden, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Allergien (u. a. schwere Nahrungsmittelallergie z. B. Nüsse, Soja, Hühnereiweiß)
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie
  • Narkolepsie
  • Krebs
  • Suizidgefährdung

T6: (wehr-)dienstfähig und verwendungsfähig als Reservist oder Reservistin

Der Verwendungsgrad T6 wurde eigens für Reservistinnen und Reservisten eingeführt, die früher in dem Verwendungsgrad T3 eingestuft worden sind. So kann man auch der Reserve ermöglichen an Wehrübungen, dienstlichen Veranstaltungen, Hilfeleistungen im Innern und Auslandseinsätzen teilzunehmen. Für ehemalige Reservisten, die wehrpflichtig waren, lautet die Bezeichnung des Tauglichkeitsgrades „wehrdienstfähig als Reservist“. Ehemalige Zeit- und Berufssoldaten tragen hingegen die Bezeichnung „dienstfähig als Reservist“.

Verwendungsfähigkeit

Die Verwendungsfähigkeit beschreibt die jeweilige Verwendung für die eine Soldatin oder ein Soldat geeignet ist und wird erstmals infolge des Auswahlverfahrens im Karrierecenter der Bundeswehr bestimmt. Neben dem Gesundheitszustand hängt deine Verwendungsfähigkeit auch von deinen kognitiven Leistungen sowie deiner körperlichen Fitness ab. Deine gesundheitliche Eignung für den Wehrdienst wird zum ersten Mal bei der ärztlichen Untersuchung vom medizinischen Assessment bestimmt. Dabei wird das Ergebnis für nicht-ärztliche Stellen in Form des Tauglichkeitsgrads festgelegt. Im Laufe der Dienstzeit wird die Verwendungsfähigkeit fortlaufend und in regelmäßigen Abständen überprüft. Dabei sind die hier genannten Bewertungskriterien maßgeblich entscheidend für weitere Verwendungen oder Nichteignung.     

Einstellungsuntersuchung bei Dienstantritt

Hinsichtlich des Dienstantritts wird das Ergebnis der wehrmedizinischen Begutachtung im Rahmen der Einstellung nicht ein weiteres mal überprüft. Eine Einstellungsuntersuchung wird nur dann durchgeführt, wenn die Soldatin oder der Soldat im Zuge der Befragung durch die Disziplinarvorgesetze bzw. den Disziplinarvorgesetzten eine Veränderung des Gesundheitszustandes angibt (z. B. durch Erkrankung, Unfall etc.) oder die letzte Grunduntersuchung mehr als 36 Monate zurückliegt. Bei Veränderungen wird der ärztliche Dienst den Tauglichkeitsgrad gegebenenfalls anpassen. Des Weiteren wird im Verlauf des Dienstantritts eine Begutachtung durch eine Zahnärztin bzw. einen Zahnarzt der Bundeswehr durchgeführt.

Bundeswehr Drogentest: Urintest und Drogenscreening

Teil der ärztlichen Untersuchung ist auch ein Bundeswehr Drogentest. Hier wird dich das medizinische Personal darum bitten eine Urinprobe, welche du direkt vor Ort machst, abzugeben. So wird sichergestellt, dass auch wirklich dein Urin in der Probe landet. Keine Sorge: Solltest du gerade nicht „können“, kann mit Getränken nachgeholfen werden. Anschließend wird die Urinprobe analysiert und auf unterschiedliche Spuren von Drogen getestet. Solltest du in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel Marihuana oder Kokain konsumiert haben, wird dies in der Urinprobe ersichtlich. Es versteht sich von selbst, dass du mit einem positiven Drogenscreening sofort aus dem weiteren Einstellungsverfahren ausscheidest. Da es sich um einen Schnelltest handelt, sind die Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit sichtbar und es muss nicht auf eine langwierige Analyse durch ein Labor gewartet werden.

Urintest: Was wird getestet?

Im Urintest der Bundeswehr wird dein Urin auf die Abbauprodukte oder aktive Substanzen von Drogen geprüft. So ziemlich jede Droge lässt sich im Urin nachweisen, auch wenn die Abbauzeiten zwischen den einzelnen Substanzen zum Teil stark variieren. Cannabis (THC) zum Beispiel ist bei einmaligem Konsum im Urin für nur wenige Tage nachweisbar. Bei regelmäßigem Konsum wiederum lässt sich das Abbauprodukt über mehrere Wochen im Urin entdecken. Speed, Ecstasy und LSD können für gewöhnlich vier oder fünf Tage lang im Blut nachgewiesen werden, Kokain je nach Konsum bis zu drei Wochen. Sollte die Bundeswehr in deinem Urin eines dieser Abbauprodukte nachweisen, gibt es keinen Verhandlungsspielraum und keine Toleranzgrenzen.

Rot-Grün Sehschwäche

Abgesehen von einem Drogentest wird im Rahmen der medizinischen Untersuchung in der Musterung auch geprüft, wie gut deine Augen funktionieren. Das heißt im Detail, dass du zum Beispiel hinsichtlich einer Rot-Grün-Schwäche unter die Lupe genommen wirst. Anders als bei der Polizei, gibt es bei der Bundeswehr keine „echten“ Grenzwerte für diese Schwäche. Stattdessen ist es so, dass du bei der Musterung darüber informiert wirst, welche Karriere mit einer Rot-Grün Schwäche bei der Bundeswehr für dich möglich ist.

Solltest du dich für eine Ausbildung als Pilot oder im fliegerischen Dienst bei der Bundeswehr bewerben, hast du natürlich schlechte Karten. Mit einer Rot-Grün-Schwäche würdest du Kameraden und dich so im Einsatz gefährden. Allerdings kannst du zur Bundeswehr trotz Rot-Grün-Schwäche, da zum Beispiel die Feldjäger trotz derartiger Probleme Bewerber aufnehmen. Am besten ist in diesem Fall also tatsächlich, dass du das Ergebnis der Musterung abwartest und hier erklärt bekommst, welche Türen dir offen stehen.

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