Bundeswehr Ausbildung: Karriere bei der Bundeswehr

Bundeswehr Ausbildung
©Bundeswehr/Torsten Kraatz

Eine Karriere bei der Bundeswehr ist auf vielen unterschiedlichen Wegen möglich; sowohl im militärischen wie auch im zivilen Bereich. Dafür bewerben können sich junge Erwachsene mit Schulabschluss (Hauptschulabschluss, mittlere Reife, Abitur) und Studienabgänger. Auch Quereinsteiger mit Berufserfahrung sind bei der Bundeswehr gern gesehen. Persönliche Fähigkeiten und Qualifikationen sowie die körperlichen Anforderungen der Bewerber hängen davon ab, für welche Laufbahn und welchen Beruf sich der Bewerber/die Bewerberin bei der Bundeswehr entscheiden wird.

Grundvoraussetzungen für die Bundeswehr Ausbildung

Wer das 17. Lebensjahr vollendet hat, kann sich bei der Bundeswehr mit Einwilligung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten bewerben. Das Höchstalter kann je nach Tätigkeitsbereich bis zu 50 Jahre betragen. Für die Offizierslaufbahn gilt ein Höchstalter von 29 Jahren. Der Bewerber / die Bewerberin muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und bereit sein, im Sinne des Grundgesetzes für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten.

Die Mindestgröße ist bei 1,55 Metern festgeschrieben; allerdings können abhängig vom Einsatzbereich zusätzliche körperliche Voraussetzungen verlangt werden. Für alle Bewerberinnen und Bewerber ist ein umfangreicher Eignungstest der Bundeswehr verpflichtend. Dieser setzt sich aus einem schriftlichen sowie mündlichen Prüfungsteil, dem Computertest, einem Sporttest und der medizinischen Untersuchung zusammen.

Themen im Beitrag:

Ausbildung bei der Bundeswehr

Wenn du eine Ausbildung und Karriere bei der Bundeswehr in Erwägung ziehst, kannst du dich bei deiner regionalen Beratungsstelle ausführlich und persönlich beraten lassen. In den Karriereberatungszentren wirst du jedoch nicht ausschließlich über die Möglichkeiten bei der Bundeswehr informiert, die sich aus deinen Fähigkeiten und Wünschen ergeben. Du bekommst auch Unterstützung bei deiner Bewerbung. Und noch ein Tipp: Bewirb dich möglichst früh, da die begehrtesten Berufe auch am schnellsten vergeben sind.

©Bundeswehr/Quelle: https://www.bundeswehrkarriere.de/ihr-arbeitgeber-bundeswehr/arbeitgeber

Ausbildung mit Hauptschulabschluss

Bereits der Hauptschulabschluss ermöglicht dir viele interessante Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr. Du hast die Wahl zwischen technischen und handwerklichen Ausbildungsberufen, kannst dich aber auch für eine Ausbildung im militärischen, medizinischen oder chemischen Bereich entscheiden.

Mannschaftslaufbahn

Wer in der niedrigsten Dienstgradgruppe der Bundeswehr startet, schlägt die Laufbahn der Mannschaften ein. Hierfür sind Bewerberinnen und Bewerber mit und ohne berufliche Qualifikation berechtigt. Als Rekrut der Mannschaftslaufbahn beginnst du mit dem Dienstgrad Schütze (Heer: abhängig von der Truppengattung; Luftwaffe: Flieger; Marine: Matrose). Im weiteren Verlauf kannst du zum Gefreiten, Ober-, Haupt-, Stabs- und Oberstabsgefreiten aufsteigen. Die beiden letztgenannten Dienstgrade können jedoch nur von Zeitsoldatinnen und -soldaten bekleidet werden.

Die Mannschaftslaufbahn ist als „Beruf auf Zeit“ zu verstehen. Für zunächst vier Jahre können Soldatinnen und Soldaten auf Zeit vielfältige Erfahrungen sammeln und Qualifikationen erreichen. Sie werden in zivilen Berufen wie beispielsweise als Stabsdienstsoldatin/-soldat oder Mechanikerinnen/Mechaniker zum Einsatz kommen.

  • Staatsangehörigkeit: Deutsche oder Deutscher im Sinne Art. 116 des Grundgesetzes;
  • Mindestalter: 18 Jahre (17 Jahre mit Einverständnis der Sorgeberechtigten);
  • Schul-/Berufsausbildung: Hauptschule abgeschlossen oder mindestens Vollzeitschulpflicht erfüllt;
  • Grundsätzlich gilt für die Laufbahn der Mannschaften ein Verpflichtungszeitraum von mindestens 4 Jahren.

Quelle: https://bewerbung.bundeswehr-karriere.de/

Unteroffizierslaufbahn

Die Laufbahn der Unteroffiziere ist bei der Bundeswehr in zwei Dienstgradgruppen gegliedert: Unteroffiziere mit Portepee (Rangabzeichen als Kordel) und ohne. Unteroffiziere ohne Rangabzeichen können als Unteroffizier (Maat) noch zum Stabsunteroffizier (Obermaat) aufsteigen. Die Aufstiegsmöglichkeiten der Unteroffiziere mit Portepee sind hingegen vielfältiger. Sie beginnen als Feldwebel oder Bootsleute (Marine) und können im Laufe ihrer Karriere noch Ober-, Haupt-, Stabs- und Oberstabsfeldwebel bzw. -bootsmann (bei der Marine) werden.

Wer also die Laufbahn „Unteroffiziere des allgemeinen Fachdienstes“ (offizielle Bezeichnung) einschlagen wird, darf sich auf eine gute Ausbildung zur Spezialistin / zum Spezialisten des Fachdienstes freuen. Wenn du dein bereits erworbenes Fachwissen bei der Bundeswehr einbringen und vertiefen möchtest, ist die Unteroffizierslaufbahn eine gute Entscheidung. Die Einsatzbereiche der Fachunteroffiziere sind vielfältig. Sie kommen meist im Truppen- oder im Fachdienst (Bereich Technik) des Heeres, der Marine oder Luftwaffe, der Streitkräftebasis oder dem Sanitätsdienst zum Einsatz.

  • Staatsangehörigkeit: Deutsche oder Deutscher im Sinne Art. 116 des Grundgesetzes;
  • Mindestalter: 18 (17 Jahre mit Einverständnis der Sorgeberechtigten);
  • Schul-/Berufsausbildung: mindestens Hauptschule abgeschlossen;
  • Grundsätzlich gilt für die Laufbahn der Unteroffiziere des allgemeinen Fachdienstes ein Verpflichtungszeitraum von 9 Jahren. Zusätzlich ermöglicht ein verwertbarer Berufsabschluss die Einstellung mit höherem Dienstgrad mit kürzeren Verpflichtungszeiträumen.

Quelle: https://bewerbung.bundeswehr-karriere.de/

Ausbildung mit Realschulabschluss

Wenn du dich für eine der zahlreichen Ausbildungsberufe eines Feldwebel interessierst, benötigst du einen Realschulabschluss. Dann hast du die Wahl, dich unter anderem im Bereich Artillerie, elektronischer Kampfführung, Fallschirmjäger, Fluggerätemechaniker, Medienproduktion, Militärmusikdienst oder Truppenfernmeldetechnik ausbilden zu lassen. Nachstehende Einsatzbereiche sind mit einem Realschulabschluss ebenfalls möglich:

  • Bootsmann
  • Fachkrankenpfleger /-schwester
  • Fachunteroffizier/-in des Sanitätsdienstes
  • elektronische und fernmeldetechnische Aufklärung (mittlerer Dienst)
  • Kampfschwimmer/-in
  • Medizintechniker/-in

Die Einsatzgebiete sind vielfältig, sodass die Talente vieler Auszubildenden gefördert werden können.

Feldwebellaufbahn

Die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee schlägt bei der Bundeswehr die Feldwebellaufbahn ein. In der Rangordnung steigen die Dienstgrade vom Feldwebel zum
Ober-, Haupt-, Stabs- und Oberstabsfeldwebel auf und sind denen der Bootsleute bei der Marine gleichgestellt. Feldwebel werden bei der Bundeswehr in der Streitkräftebasis, im Sanitätsdienst, beim Heer sowie bei Luftwaffe und Marine eingesetzt und sind in den Bereichen des Fach- und Truppendienstes tätig.

In erster Linie sind Feldwebel Vorgesetzte im militärischen Bereich. Sie haben die Aufgabe, das ihnen unterstellte Personal auszubilden und zu führen. Um als Feldwebel zur militärischen Führungskraft aufsteigen zu können, bedarf es eines besonderen Talentes und zudem einer hohen sowie fachliche Expertise. Feldwebel müssen in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört vor allem auch, richtige Entscheidungen schnell und sicher treffen zu können. Wenn du die Feldwebellaufbahn einschlägst, erwarten dich vielseitige und spannende Aufgaben, beispielsweise das Bedienen von Waffensystemen auf Schiffen oder Einsätze als Fallschirmspringer.

  • Staatsangehörigkeit: Deutsche oder Deutscher im Sinne Art. 116 des Grundgesetzes;
  • Mindestalter: 18 Jahre (17 mit Einverständnis der Sorgeberechtigten);
  • Schul-/Berufsausbildung: Mittlere Reife (Mit verwertbarer, anerkannter Berufsausbildung besteht die Möglichkeit zur Einstellung mit höherem Dienstgrad.);

Laufbahn Feldwebel allgemeiner Fachdienst

  • Grundsätzlich gilt für die Laufbahn eines Feldwebel im Fachdienst ein Verpflichtungszeitraum von 13 Jahren. Zusätzlich ermöglicht ein förderlicher Berufsabschluss die Einstellung mit höherem Dienstgrad und kürzeren Verpflichtungszeiträumen.

Laufbahn Feldwebel im Truppendienst

  • Grundsätzlich gilt für die Laufbahn eines Feldwebel im Truppendienst ein Verpflichtungszeitraum von 12 Jahren.

Quelle: https://bewerbung.bundeswehr-karriere.de/

Ausbildung mit Abitur oder Fachabitur/Fachhochschulreife

Abiturienten und Abiturientinnen haben bei der Bundeswehr in puncto Ausbildung und Studium die vielfältigsten Möglichkeiten. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie die geforderten gesundheitlichen und körperlichen Anforderungen erfüllen und die „Allgemeine Hochschulreife“ oder das Fachabitur als Schulabschluss nachweisen können. Das sind die wichtigsten Türöffner für die Laufbahn des Offiziers/der Offizierin und von Führungskräften. Alle Offizieren und Offizierinnen schließen im Laufe ihrer Ausbildung beim Militär ein Studium ab. Die verfügbaren, praxisnah ausgelegten Studienfächer richten sich immer nach dem aktuellen internen Bedarf der Bundeswehr. Die Anzahl der Studiengänge ist groß und bietet die Wahl zwischen technischen (z. B. Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik), sozial- und geisteswissenschaftlichen (z. B. Psychologie, Geschichte, Soziologie) und medizinischen Fächern.

Die Offiziersausbildung startet mit einer dreimonatigen militärischen Grundausbildung. Danach beginnt das Studium, auf das sich die Studenten aufgrund finanzieller und materieller Absicherung durch die Bundeswehr voll und ganz konzentrieren können. Mit den umfassenden Studiengängen der Bundeswehr und den erworbenen, äußerst komplexen Erfahrungen haben Offizierinnen und Offiziere Beendigung der Ausbildung auch in der Wirtschaft sehr gute Karrierechance, weil sie durch ihre Ausbildung perfekt auf Führungs- und Management-Positionen vorbereitet werden.

Offizierslaufbahn

Aus den Laufbahnen der Offiziere gehen später Führungskräfte der Bundeswehr hervor, und zwar in vier Dienstgruppen: Leutnante, Hauptleute, Stabsoffiziere und Generäle. Wer in die Offizierslaufbahn eintritt, muss sich für mindestens 13 Jahre als Berufssoldat/-in verpflichten. Je nach Befähigung haben die Berufssoldaten/-innen die Chance, in den Grad der Stabsoffiziere und anschließend – in Ausnahmefällen – in den der Generäle aufzusteigen.

Nach der umfangreichen Ausbildung sind Offiziere in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der militärischen Streitkräfte meist für die Ausbildung, Erziehung und Führung ihnen unterstellter Soldaten und Soldatinnen zuständig. Um diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, sind ein hohes Maß an Menschenkenntnis, fachlicher Kompetenz, erzieherischem Talent und Durchsetzungsvermögen unabdingbar. Außerdem übernehmen Offiziere die hohe Verantwortung der Fürsorge gegenüber ihrem Personal und allen Materialien. Interkulturelle Kompetenz und hervorragende Fremdsprachenkenntnisse sind daher unverzichtbar, um mit verbündeten Streitkräften optimal zusammenarbeiten zu können.

  • Staatsangehörigkeit: Deutsche oder Deutscher im Sinne Art. 116 des Grundgesetzes;
  • Mindestalter: 17 Jahre (mit Einverständnis der Sorgeberechtigten);
  • Höchstalter: grundsätzlich 29 Jahre (konkret: das 30. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Einstellung/Wiedereinstellung noch nicht vollendet wurde);
  • Schul-/Berufsausbildung: 
    1. Allgemeine Hochschulreife, 
    2. fachgebundene Hochschulreife, 
    3. Fachhochschulreife, 
    4. Mittlere Reife und eine anerkannte Berufsausbildung (für den Ausbildungsgang mit integriertem Studium zzgl. Nachweis über die nicht-schulisch erworbene Hochschul-/Fachhochschul-Zugangsberechtigung);
  • Mindestverpflichtungsdauer: 13 Jahre, 16 Jahre im fliegerischen Dienst, 17 Jahre im Sanitätsdienst.

Quelle: https://bewerbung.bundeswehr-karriere.de/

Zivile Karriere bei der Bundeswehr

In der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Deutschlands nimmt die Bundeswehr eine zentrale Funktion ein. Unterstützung finden die Soldatinnen und Soldaten durch die zivilen Mitarbeiter/-innen der Bundeswehrverwaltung. Dort sind Beamtinnen und Beamte wie auch nach Tarif bezahlte Angestellte in technischen und nichttechnischen Berufen beschäftigt. Bei der zivilen Bundeswehrkarriere gibt es ebenfalls drei Laufbahngruppen: mittlerer, gehobener und höherer Dienst.

Etwa 63.000 Frauen und Männer arbeiten im zivilen Dienst der Bundeswehr in zahlreichen Berufen und haben wichtige Aufgaben übernommen, damit es den Soldatinnen und Soldaten an nichts fehlt. Im zivilen Dienst der Bundeswehr arbeiten unter anderem Baustoffprüfer, Elektroniker, Feuerwehrleute, Ingenieure, Karriereberater, Köche, Lageristen sowie Maler und Lackierer (m/w).

Die Bundeswehr als Arbeitgeber

„Aktiv. Attraktiv. Anders“ ist das Motto der Bundeswehr, um den Soldatinnen und Soldaten wie auch den zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestmögliche Arbeitsbedingungen zu bieten und diese kontinuierlich zu optimieren.

  • Für zivile und militärische Mitarbeiter/-innen gilt die geregelte 41-Stunden-Woche, für nach Tarif beschäftigte Mitarbeiter/-innen die 39-Stunden-Woche.
  • Heimarbeit, Teilzeit und Jobsharing sind möglich.
  • Überstunden werden als Zeitguthaben auf Langzeitkonten gebucht.
  • Elternzeit, Kinder- und Elterngeld sind auch für Soldatinnen und Soldaten zu beziehen.
  • Versetzungen von Soldatinnen und Soldaten sind reduziert.
  • Eine Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich.
  • Es gibt Kitas und Kindergartenplätze, Eltern-Kind-Zimmer, Tagespflege, Sonderurlaube.
  • Bei familiären Krankheitsfällen gibt es Pflegekraft-Zuschüsse während Auslandseinsätzen.
  • Für die Verpflichtung als Soldat/-in auf Zeit sind Prämien möglich.
  • Für verantwortungs-/anspruchsvolle Aufgaben kann es Zulagen geben.
  • Für Fachkräfte sind Personalgewinnungszuschläge möglich.

Bei der Bundeswehr sind viele Menschen mit Behinderungen tätig, die sowohl in militärisch wie auch zivil geprägten Bereichen unverzichtbare und wertvolle Arbeit leisten. Solltest du eine Behinderung haben, bewirb dich trotz dieser Einschränkung bei der Bundeswehr!

Soldatinnen und Soldaten im Einsatz sind dem erhöhten Risiko ausgesetzt, von Tod und Verwundung getroffen zu werden. Bei einem Verlust, der bei uns selbst, insbesondere aber bei Familienmitgliedern und Freunden tiefe Wunden schlägt, wird niemand von uns in seinem Schmerz und seiner Trauer allein gelassen.

Um auf die vielen möglichen Situationen einer Krisen- oder Trauersituation reagieren und Unterstützung geben zu können, stehen für unsere Soldatinnen und Soldaten, vor allem aber auch den Angehörigen, viele unterschiedliche Hilfsangebote und Leistungen bereit.

Mehr zu den Jobangeboten bei der Bundeswehr findest du auf https://www.bundeswehrkarriere.de/

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