Bundeswehr Einstellungstest: Erfahrungsberichte

Auf dieser Seite findest du Bundeswehr Erfahrungsberichte sowie Interviews zum Auswahlverfahren und zum Einstellungstest von Bewerbern oder Prüfern aus den KarrC BW. Alle Bundeswehr Erfahrungsberichte, die hier veröffentlicht werden, sind von echten Bundeswehr-Bewerber/-innen geschrieben und haben somit eine persönliche Note. Mit den authentischen Erfahrungsberichten bekommst du nützliche und hilfreiche Einblicke in das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr, die du für deine Vorbereitung nutzen kannst. 

Bundeswehr Erfahrungsberichte
©Bundeswehr/Christian Vierfuß

Du möchtest auch ein Bundeswehr Erfahrungsbericht über dein Auswahlverfahren oder Einstellungstest schreiben? Super, dann schreibe einfach eine E-Mail an support@plakos.de und du bekommst nähere Informationen. Wir freuen uns 🙂

Bundeswehr Einstellungstest

Bundeswehr CAT-Test online üben

Das Assessment Training besteht aus 5 Kategorien (Deutsch, Mathematik, Logik, Konzentration und Wissen), aus denen jeweils 20 Fragen per Zufallsprinzip ausgewählt werden. Für die Beantwortung aller 20 Fragen hast du insgesamt 8 Minuten Zeit. Während des Tests wird dir die ablaufende Zeit angezeigt.

1 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

2 / 20

Kategorie: Mathematik

Auto A verbraucht auf 550 km 49 Liter Benzin. Auto B verbraucht 62 Liter auf 780 km. Um wie viel Prozent liegt der Spritverbrauch der beiden Autos auseinander?

3 / 20

Kategorie: Mathematik

Wie groß ist die Dreiecksfläche A?

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4 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

5 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

6 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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7 / 20

Kategorie: Mathematik

Familie Krüger möchte ihr Wohnzimmer neu streichen. Mit 5 Liter superweiß aus dem Baumarkt können 40 m² Fläche gestrichen werden. Wie viel Liter Farbe benötigt Familie Krüger, wenn das Wohnzimmer 6 Meter breit, 8 Meter lang und 3 Meter hoch ist?  

8 / 20

Kategorie: Konzentration

Welcher Würfel passt zur Abbildung?

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9 / 20

Kategorie: Mathematik

Ein Swimmingpool wird von 3 gleichgroßen Schläuchen in 480 Minuten mit Wasser gefüllt. Wie viele Stunden würde es dauern, wenn 4 Schläuche eingesetzt werden?

10 / 20

Kategorie: Mathematik

Welche Zahl setzt die Zahlenreihe sinnvoll fort?

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11 / 20

Kategorie: Konzentration

Wie viele Flächen hat die Figur? 

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12 / 20

Kategorie: Mathematik

Wie viel dm³ Liter fasst der Würfel?

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13 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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14 / 20

Kategorie: Konzentration

Welcher Würfel passt zur Abbildung?

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15 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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16 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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17 / 20

Kategorie: Konzentration

Wie viele Wörter bapa sind im Text geschrieben? 

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18 / 20

Kategorie: Mathematik

Der tägliche Arbeitsweg von Frau Schmidt ist 34 km lang. Ihre Geschwindigkeit beträgt im Durchschnitt 65 km/h. Wie viel Minuten benötigt Frau Schmidt zu ihrer Arbeit?

19 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Was wurde vom Mediziner Alexander Fleming nur durch einen Zufall entdeckt?

20 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Wo befindet sich der Sitz des internationalen Gerichtshofes?

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Zu den Testtrainern

Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren für die Feldwebellaufbahn von Thomas H.

Dieser Bericht spiegelt die Erfahrungen und den Einstellungstest in Berlin wieder und muss nicht zwangsläufig auf andere Auswahlverfahren der Bundeswehr zutreffen.

Erster Tag 

Eintreffen in der Kaserne (bei mir Sonntag). Anmeldung, Bettwäsche empfangen, Stube beziehen, danach Vorstellung und Ablauf der Testtage durch den verantwortlichen Feldwebel.

Zweiter Tag 

Ich musste als erstes zum Arzt, bringt hier Geduld mit, Wartezeit ist vorprogrammiert. Es findet ein Urintest, Höhrtest, Sehtest und eine persönliche Untersuchung beim Arzt statt. Nehmt am besten alle Befunde, Atteste etc. die ihr habt mit. Hier durften die ersten Bewerber auch schon wieder nach Hause gehen, nachreichen war hier nicht gewollt. Danach ging es zum CAT-Test, diesen empfand ich als sehr knifflig. Mathe kam bei mir fast nur Bruchrechnen dran, das Einzige was ich vergessen hatte im Vorfeld zu lernen, ansonsten ist der Test ja bei jedem verschieden. Die Auswertung vom Test – wenn überhaupt – erfolgt erst beim persönlichen Gespräch mit dem Offizier und dem Psychologen. Nach dem CAT-Test ging es zur Steuerorganisation: hier werden alle Unterlagen kontrolliert und auf Vollständigkeit geprüft, danach ging es zum persönlichen Gespräch – hier sage ich nur: bereitet euch darauf vor auch persönliches gefragt zu werden (Mobbing, Zensuren, etc.), man wird teilweise unter Druck gesetzt, also bleibt immer ruhig und vor allem bei der Wahrheit. Nach dem Gespräch folgt eine kurze Auswertung und man bekommt von den Prüfern gesagt, ob man für die gewünschte Laufbahn geeignet ist oder nicht. Bei mir hat es leider nicht ganz zum Feldwebel gereicht, ich habe aber ein alternatives Angebot zum Stabsunteroffizier bekommen und auch angenommen.

Dritter Tag

Hier kam der Sporttest – viel gibt dazu nicht zu sagen, außer, bereitet euch vor! Für manche ist der Basis-Fitness-Test echt easy, aber wer sportlich nicht so fit ist wie ich, der muss ganz schön kämpfen. Aber keine Angst, zu schaffen ist der Sporttest allemal. Nach dem BFT ging es zum Einplaner eine Stelle suchen, gesagt, getan und dann noch abschließend die Sicherheitserklärung (was mit der Post kam) und zum BFD. Fertig.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben und es hilft dem einen oder anderem weiter für sein Auswahlverfahren bei der Bundeswehr. 

Mit Kameradschaftlichem Gruß
Thomas

Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren für die Feldwebellaufbahn von Nic L.

Hallo, ich habe mich als Feldwebel im Fachdienst beworben und bin gelernter Elektroniker.

Tag 1

Ich musste spätestens 9.00 Uhr im Karrierecenter antreten und gegen 8.00 Uhr war ich da. Im Karrierecenter angekommen musste ich meinen Personalausweis abgeben und mir wurden ein Schloss, eine Verpflegungskarte und eine Laufmappe ausgehändigt sowie meine Stube zugewiesen . Die Laufmappe solltet ihr immer bei euch tragen, denn dort werden eure Testergebnisse eingetragen und die von euch unterschriebenen Formulare abgelegt – aber dazu noch später mehr.

Nachdem ihr alle Unterlagen erhalten habt, holt ihr euch Bettwäsche und bezieht eure zugewiesene Stube. Jetzt hatte ich Zeit mich schon mal mit den anderen Bewerbern zu unterhalten, was die Stimmung ein wenig gelockert hat. Um 9.00 Uhr haben wir uns alle in einem Zimmer versammelt, dort wurde uns von einem Mitarbeiter die Verhaltensregeln und der Prüfungsablauf erläutert.

Zu den Regeln:

  • 6.00 Uhr morgens wird aufgestanden
  • Rauchen ist nur an bestimmten Raucherbereichen gestattet
  • 21.30 Uhr muss man spätestens im Haus sein, denn da wird zugesperrt
  • 22.00 Uhr ist Bettruhe
  • Falls Ihr euch vom Gelände entfernen wollt müsst ihr euch in eine Liste eintragen und ihr bekommt euren Personalausweis

Zum Ablauf:

  • 6.30 Uhr gibt es immer Frühstück
  • Gegen 11.45 Uhr Mittagessen
  • Am Abend könnt ihr euch ein Lunchpaket abholen was aus 2 Brötchen , 1 Apfel , 1 Schokoriegel, Butter , Leberwurst, Mettwurst und Fleischsalat bestand
  • Am Abend müsst ihr eure Laufmappe immer im Karrierecenter abgeben.

Dann wurde uns noch mitgeteilt, wo wir uns im Notfall zu versammeln haben. Zuletzt wurde uns noch gesagt, dass wir uns nach jeder abgeschlossenen Station, immer beim Steuerkopf zu melden haben (der Steuerkopf steuert den Ablauf des Einstellungsverfahrens). Damit war der Vortrag zu Ende.

Jetzt mussten wir alle in ein anderes Gebäude und dort beim Steuerkopf warten. Dann ging es für alle Bewerber in den Präsentationsraum. Dort wurde uns von einem Hauptmann ein Film gezeigt, in diesem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Angaben wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Falsche Angaben führen zum Ausschluss. Auch zum Thema Drogen wird euch noch einmal gesagt, dass ihr immer ehrlich antworten sollt. Nachdem der Film zu Ende war konnten wir noch Fragen stellen. Im Anschluss betrat eine Psychologin den Raum und gab uns erstmal viele Formulare zum Unterschreiben. Als nächstes erhielten wir einen biographischen Fragebogen, welchen wir innerhalb von 30 min ausfüllen mussten. In diesem wurden etwa Fragen gestellt wie: Was habt ihr aus eurem Elternhaus, Schulzeit, Berufsleben mitgenommen? Wie verbringt Ihr eure Freizeit? Warum zur Bundeswehr? Als nächstes sollten wir zum Steuerkopf, welcher uns mitteilte, dass wir jetzt erstmal zum Mittagessen gehen sollen und im Anschluss danach der CAT-Test erfolgt. 

Jetzt kommt die Verpflegungskarte ins Spiel. In der Mensa könnt ihr euch damit für 8,50 € Essen und Getränk zusammenstellen, was mehr als genügend ist. Falls ihr mehr wollt , müsst ihr die Kosten aus eigener Tasche zahlen. In der Mensa angekommen, war ich erstmal überrascht, hier erwartet euch eine sehr große und ansprechende Auswahl. Das Essen ist nicht schlecht und ihr könnt euch mit den anderen Bewerbern austauschen.

Nach dem Mittagspause ging es zum CAT-Test. Dort angekommen, mussten wir unsere Laufmappen abgeben und uns wurde ein Platz am Computer zugewiesen. Es folgte eine kleine Einweisung zum Test und dann ging es auch schon los. Papier und Stift werden euch für Nebenrechnungen zu Verfügung gestellt… der Test startete.

Vor jeden Themengebiet müsst ihr zwei Übungsaufgaben erledigen, um die Aufgaben besser zu verstehen. Es folgte ein Mathetest bestehend aus Dreisatz-, Volumen- (Kreis und Dreieck) und diversen Bruchrechnungen, Wurzel ziehen, Umfang- und Flächenberechnung und ein paar Gleichungen. Danach war ein Deutschtest an der Reihe: Komma setzen, Rechtschreibung, Grammatik und Verhältnis wie Luft=Vogel wie Fisch=Wasser. Als nächstes gab es einen Englischtest, dieser bestand aus Vokabeln, Grammatik und Lückentexte. Jetzt war logisches Denken an der Reihe: Matrizentest, Würfelaufgaben, Zahnräder, welches Regal ist am stabilsten, welcher Bauernkarren trägt am meisten Gewicht, wie verhält sich das Wasser in einem Behältnis mit 3 Öffnungen usw.

Im Anschluss folgte ein Reaktionstest. Zur Erklärung: Ihr habt 4 Felder oben, unten , links und rechts. Es ist immer ein blauer und ein roter Pfeil gegeben. Eure Aufgabe besteht darin zuerst unten das Feld anzuklicken, welches der Richtung vom blauen Pfeil entspricht und danach müsst ihr das Feld anklicken, welches der Position des roten Pfeils entspricht. Pro Aufgabe habt ihr 3 Sekunden Zeit. Bei dieser Aufgabe wird getestet, wie ihr euch in Stresssituationen verhaltet. Wenn ihr mal aus dem Rhythmus kommt, dann lasst am besten ein paar Aufgaben aus, um euch zu sammeln und macht dann weiter.

Zum Abschluss des Computertest werden euch Fragen gestellt, die ihr nicht mit richtig oder falsch beantworten könnt, wie zum Beispiel: Sind sie ein Teamplayer -> trifft zu oder nicht zu. Danach folgen noch Fragen zum Alkohol- und Dogenkonsum sowie zum Thema Politik. Der Test war nach knapp 2 Stunden vorbei. Euer Ergebnis wird dann in eure Laufmappe eingetragen und ihr müsst euch beim Steuerkopf melden, welcher euch dann zur ärztlichen Untersuchung schickt.

Dort angekommen, müsst ihr euch anmelden und wieder eure Laufmappe abgeben und evtl. ärztliche Befunde, falls vorhanden, abgeben. Danach müsst ihr eine Urinprobe abgeben (für das Drogenscreening). Es folgen Hörtest (Knopf drücken wenn ihr einen Ton hört), ein Sehtest (Öffnungen eines Kreises beschreiben), ein Farbtest (rot-grün Schwäche) und dreidimensionales Sehen. Im Anschluss wurde der Blutdruck gemessen, einmal im Ruhezustand und nochmal nach 20 Kniebeugen. Dann musste ich zur Ärztin welche mich wog, die Körpergröße bestimmte, die Hoden abtastete, meine Knie testete und mich im Anschluss nochmal zu Drogenkonsum befragte. Zuletzt musste ich ihr alle bekannten Leiden aufzählen (Operationen, Allergien usw.). Danach erhielt ich meine Tauglichkeit und meine Laufmappe zurück. Jetzt musste ich mich beim Steuerkopf melden, welcher mir mitteilte, dass jetzt Schluss für heute ist.

Tag 2 

Um 6.00 Uhr wurden wir geweckt, dann war duschen und umziehen angesagt und es ging gegen 6.30 Uhr zum Frühstück. Es gab ein kleines Buffet mit Kaffee, Tee, O-Saft, Brötchen, Wurst , Käse und Müsli. 7.00 Uhr mussten wir zum Steuerkopf, welcher uns mitteilte, dass wir uns für den Sporttest umziehen sollen.

In der Sporthalle angekommen, wird euch zunächst der Ablauf des Basis-Fitness-Test erklärt. Zuerst der Staffellauf – 11 mal 10 Meter, dann der Klimmhang und zum Schluss der 3 km Ergometertest auf dem Fahrrad. Beim Staffellauf dürft ihr maximal nur 60 Sekunden benötigen, dass ist aber einfach. Hier benötigte ich 40 Sekunden, dies reichte für die Note 1. Beim Klimmhang muss man mindestens 5 Sekunden hängen. Ich habe es 75 Sekunden ausgehalten und erhielt ebenfalls die Note 1. Jetzt war der gefürchtete Ergometertest an der Reihe – 3 km radeln in max 6min 30s. Der Test hatte es in sich, der Kotzeimer stand nicht umsonst da 😉 Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad selber einstellen, wie die Gänge beim Fahrrad. Nach 1 Minute warm fahren ging es sofort los. Nach 4 min war ich fertig und brauchte erstmal den Eimer. Nachdem ich mich erholt hatte, erhielt ich einen blauen Zettel mit den Ergebnissen. Nun ging es wieder zum Steuerkopf, welcher mir mitteilte, ich solle mich für das psychologische Gespräch duschen und umziehen gehen.

Ich zog mir einen Anzug an, was bei allen Soldaten sehr gut ankam. Wurde sogar vom Oberst gelobt für mein Erscheinungsbild. Ich war der Einzige im Anzug… . Jetzt hieß es warten, nach ca. 1 Stunde wurde ich dann hereingebeten. Im Raum war ein Hauptmann und ein Psychologe. Ich wurde zuerst gefragt warum ich zur Bundeswehr möchte und warum ausgerechnet als Feldwebel sowie welche Aufgaben dieser hat und warum ich dafür geeignet bin. Es kommen auch Fragen zu Auslandseinsätze: hier ist es von vorteil einige Daten zu wissen wie zum Beispiel rsm- resolut support mission, Afghanistan, erstes Mandat 01.01.15, aktuelles Mandat vom 22.3.18 läuft aus am 31.3.19. Mandatsobergrenze 1300 Soldaten und aktuell sind 1116 Soldaten da. Dann folgten noch Fragen zu NATO und UN, Fragen zum Drogenkonsum, zur familiären Lage, ob man bereit wäre ins Ausland zu gehen und ob man von der Schusswaffe gebraucht machen würde etc. Danach musste ich draußen warten. Nach 30 min wurde ich wieder hereingebeten und bekam meine Feldwebeleignung.

Überglücklich ging es zum Mittagessen. Dort tauschte ich mich mit den anderen Kameraden aus. Danach ging es zum BFD (Berufsförderungsdienst), hier wird euch erklärt was ihr an Geld erhaltet nach der Bundeswehrzeit und was es für Weiterbildungsmöglichkeiten gibt. Danach geht es zur Sicherheitsüberprüfung. Dort werden noch kurz eure Angaben kontrolliert und fertig. Zum Schluss folgt der Besuch beim Einplaner. Dieser nennt euch dann offene Stellen, aus denen ihr auswählen könnt. Ich erhielt sofort meine Wunschstelle (Direkteinstellung mit höheren Dienstgrad als Stuffz) und bekam im Anschluss eine Fahrkarte, mein Einberufungsbescheid sowie ein paar andere Formulare mit.

Jetzt war alles erledigt. Zum Schluss musste ich meine Stube räumen und durfte nach Hause fahren.

Endlich Feldwebelanwärter 😃

Erfahrungsbericht zur Eignungsfeststellung in Hannover von Tommy J.


Tag 1

Anreise war um 8.55 Uhr und man musste sich direkt am Infoschalter melden und dort seine geforderten Papiere abgeben. Danach musste ich die Hausordnung lesen und bestätigen, meine Stube beziehen und auf den Rest der Truppe bzw. die Begrüßung warten.

Die Begrüßung erfolgte dann durch einen Offizier, um 10.45 Uhr im Nachbargebäude (Wegbeschreibungen usw. bekommt ihr ausgehändigt). Nach der Begrüßung und der ersten Beantwortung von Fragen ,die ihr dem Offizier stellen könnt, kam der Bio-Fragebogen (kleiner Fragebogen zum Lebenslauf usw. – 30 min. Zeit zum ausfüllen).

Direkt im Anschluss daran ging es zum berühmten CAT-Test. Davor braucht ihr keine Angst haben, solltet aber mit dem nötigen Respekt herantreten und euch sehr gut vorbereiten und diesen ernst nehmen. Die Zeit ist hier, wie der Test selbst, sehr individuell gehalten. Einige waren schon nach 30 Minuten fertig und andere erst nach 2 Stunden. Also lasst euch nicht davon aus der Ruhe bringen, wenn die anderen Bewerber schneller fertig sind als ihr. 

Anschließend an den Computertest ging es zur vorärztlichen Untersuchung (Urinprobe abgeben, Wiegen, Messen etc.). Bei manchen kam noch ein Hör und Sehtest dazu, bei anderen wie z. B. bei mir, kam dieser erst am nächsten Tag dran. Also keine Sorge was dort wann gemacht wird, es wird schon seine Richtigkeit haben. Damit war der erste Tag des Auswahlverfahrens auch schon rum. Für uns Bewerber war somit gegen 15 Uhr Feierabend und Ausgang hatten wir ab 16 bis 22 Uhr. Tipp: Nutzt die Zeit um euch auf das Gespräch am nächsten Tag noch ein wenig vorzubereiten.

Tag 2

Aufstehen um 5.45 Uhr, duschen und dann erstmal zum Frühstück. Gut gelaunt und gespeist ging es dann kurz vor 7.00 Uhr zur hauptärztlichen Untersuchung – Anmeldung am ärztlichen Infoschalter und im Wartezimmer Platz nehmen. Vom Arzt aufgerufen, geht es dann direkt zur Untersuchung. Hier werdet ihr ein wenig abgetastet und ausgefragt zum familiären und persönlichen Krankheitsbild.

Achtung: Wenn ihr vom Arzt gemustert wurdet, fragt diesen ruhig ob es Einschränkungen für eure Wunschverwendung gibt, falls ja, könnt ihr euch bis zum Gespräch mit dem Offizier und dem Psychologen noch ein Plan B überlegen.

Nach dem Arzt ging es dann gleich zum Sporttest, dem BFT (Basis-Fitness-Test). Auch hier ganz wichtig, bereitet euch gut darauf vor. Begonnen wurde mit dem Pendellauf, danach der Klimhang und zum Schluss der Ergometertest. Nach erbrachter Sportleistung direkt duschen, umziehen und zum Mittag essen. Nach der Mittagspause folgte auch schon das psychologische Gespräches. Zunächst nehmt ihr in einem Warteraum platz bis ihr aufgerufen werdet.

Das Gespräch läuft wie der CAT-Test personenabhängig ab. Mein Tipp: bleibt ruhig, aufmerksam und vor allem ehrlich. Nach dem Gespräch (sofern es gut verlaufen ist) geht es zum Einplaner, dieser bespricht mit euch zusammen die möglichen Verwendungen für euch in der Bundeswehr und teilt euch dann einem Standort für die Grundausbildung sowie eure zukünftige Stammeinheit zu.

Nach dem Einplaner (falls ihr euch dort direkt schon entschieden habt und zugesagt habt) geht es noch durch einige Büros um Unterschriften zu leisten, da wird euch aber dann auch genau gesagt wo ihr überall hin müsst. Gegen 16 Uhr waren wir dann alle fertig, danach ging es nur noch zurück auf die Stube zum Betten abziehen und aufräumen. Im Anschluss daran meldet ihr euch noch am Schalter ab und fahrt hoffentlich glücklich nach hause 😊

Tipps zum Ende:

  • benehmt euch dort gut
  • zieht euch entsprechend einer Bewerbung an, besonders zum Gespräch
  • bereitet euch gut vor (auch auf den Sporttest)

Erfahrungsbericht zum Auswahlverfahren als Instandsetzer – Feldweberllaufbahn von Atilla A.

Ich habe mich bei der Bundeswehr als Instandsetzung – Feldwebel beworben!

Der erste Tag:

Ich kam um 9 Uhr in München an, meldete mich bei der Unterkunft am Empfang und gab die nötigen Unterlagen (Einladungsschreiben der Bundeswehr und Personalausweis) ab. Anschließend bekam ich ein Laufzettel, eine Kantinenkarte, einen Spindschlüssel und mein Zimmer zugewiesen, das ich mit einem Mitbewerber geteilt habe.

Um 9:30 Uhr mussten wir vor einem Raum warten, wo uns die Empfangsdame dann noch einmal die Hausordnung erklärt hat und uns darauf hinwies wo überall das Handyverbot gilt.Sie hat uns dann rumgeführt und uns gezeigt wo die Kantine ist, wo der BFT (Basis-Fitness-Test) stattfindet und uns den Meldekopf gezeigt. Wir mussten dann in einem Raum platz nehmen und haben auf einen Hauptmann gewartet, der uns erklärt hat was uns die Tage erwartet und uns noch mal genauer die Regeln erklärt (Alkoholverbot, Handyverbot und und und…). Wir bekamen dann viele Unterlagen die wir lesen und unterschreiben sollten. Das erledigt, kam dann eine Psychologin die uns den persönlichen Fragebogen ausgeteilt hat – für diesen hatten wir genau 30 Minuten Zeit.

Mein Tipp hier: Seid ehrlich und überlegt euch gut was ihr schreibt, denn auf den Fragebogen wird später im Psychologischen-Gespräch eingegangen. Zu guter Letzt kam der Meldekopf, der uns aufgeteilt hat. Für mich ging es direkt zum CAT-Test.

Der CAT-Test:

Was kam denn überhaupt dran? Grob zusammengefasst:
– Mathe (Bruchrechnen, Sachrechnen)
– Deutsch (Rechtschreibung)
– Englisch (Rechtschreibung)
– Logik
– Reaktionstest
– Fragebogen

Ich möchte noch Anmerken, dass bei jedem Bewerber der CAT-Test anders sein kann. Die oben aufgezählten Aufgaben kamen bei mir dran!

Als Tipp von mir: Lasst euch Zeit!

Nach zweieinhalb Stunden war ich fertig und musste mit meinem Laufzettel zum Meldekopf, der mich anschließend zum Arzt geschickt hat. Dort gab ich meine Urinprobe für das Drogenscreening ab und wurde dann nach zwei Stunden warten zum Meldekopf geschickt, der mich dann zum Feierabend entlassen hat.

Der zweite Tag:

Um 5:30 Uhr aufgestanden ging es für mich erst einmal in die Dusche und anschließend um 6:30 Uhr zum Frühstück. 7:00 Uhr musste ich beim Arzt sein für die noch bevorstehenden (vor-)Test´s (Sehtest, Hörtest, Gewicht und Körpergröße). Nach 1 Stunde und 30 Minuten kam der Arzt und hat mich durchgecheckt.

Tipp: Nimmt alle Unterlagen mit! (Brillenpass, Atteste etc.)

Dann ging es für mich zurück zum Meldekopf, der mich zum psychologischen Gespräch geschickt hat. Bringt auf jeden Fall viel Geduld mit! Um 12:00 Uhr ging es für mich los. Ich wurde abgeholt beim Meldekopf und durfte Platz nehmen. Vor mir saßen ein Psychologe und ein Prüfoffizier. Was Sie genau gefragt haben mag ich nicht sagen, da dies schon sehr ins Private Bereich geht. Aber weg vom privaten Bereich wurde folgendes gefragt, damit ihr wisst was ungefähr auf euch zukommt.

Da ich mich als Instandsetzer beworben hatte kamen Fragen dran wie, was eine Diode ist, was ein ABS ist und wie dieses funktioniert und was ein Differenzial ist. Wie ihr seht, viele technische Fragen. Der Prüfoffizier hat mich gefragt warum ich Feldwebel werden möchte, was ein Feldwebel denn überhaupt ist und ob nicht auch Manschafter was für mich wäre?

Hier sei gesagt: Bleibt bei dem, wofür ihr euch beworben habt! Dies ist nur ein art „Test“.

Wer entscheidet dass die Bundeswehr in Ausland geschickt wird, wo die Bundeswehr überall im Ausland stationiert ist (paar Länder zu nennen reicht).  Dann durfte ich mir noch ein Einsatzort aussuchen – in meinem Fall war dies Mali. Hier wollte man wissen, was die Bundeswehr dort alles macht – und vieles mehr wurde gefragt.

Tipp: Sei du selbst, verstell dich nicht! Sei locker, aber nicht zu locker. Und Vorbereitung ist gut!

Dann wurde ich hinaus gebeten und musste 15 bis 20 Minuten auf das Ergebnis warten. Der Prüfoffizier holte mich rein und ich durfte wieder Platz nehmen. Mir wurde gesagt für welche Laufbahn ich bei der Bundeswehr geeignet bin und bekam meine Urkunde. Und wieder ging es zum Meldekopf. Dieser sagte mir, dass ich auf die Stube kann und mich für den BFT umziehen soll. Schnell umgezogen und ab zum BFT.

Nach dem warm machen ging es mit dem Pendellauf los, weiter zum Klimmhang: ab 5 Sekunden habt ihr „bestanden“ mit einer Note von 4, ab 25 Sekunden habt ihr eine 3, ab 40 Sekunden meine ich wäre es eine 2 und ab 60 Sekunden die Note 1. Haltet so lange durch wie ihr könnt! Als letzte Hürde ging es zum Fahrradergometer – die „schwerste“ Disziplin wo viele gescheitert sind. Aufwärmphase ging los mit 70 Watt. Anschließend startet die Prüfung mit 130 Watt, diese könnt ihr aber beliebig nach oben erhöhen. Ihr müsst – sofern ich mich noch erinnern kann – 70 Umdrehungen die Minute schaffen – Sonst zählt es nicht! 3 Kilometer in 6:30 Minuten, dann habt ihr bestanden. Nach bestandener Prüfung ging es für mich zurück zum Meldekopf, da ich unbedingt heute noch zum Einplaner wollte.

Beim Einplaner:

Ich durfte Platz nehmen und musste wieder vieles unterschreiben und wieder warten. Anschließend hat mich der Einplaner abgeholt und hat geschaut wofür ich geeignet bin. Hier kann man noch „Wünsche“ äußern. Nach der Einplanung durfte ich in ein Büro, wo ich viele Unterlagen bekommen habe und mir viel erklärt worden ist. Im Anschluss musste ich noch zur Sicherheitserklärung, da dort etwas unklar in meinen Unterlagen war. Zurück zur Unterkunft musste ich mein Bett abziehen, meine Sachen packen und meinen Laufzettel abgeben sowie den Spindschlüssel und die Kantinenkarte. Danach wurde ich Entlassen und durfte heim.

Nun warte ich gespannt auf den 01.04.2020 bis es für mich losgeht!

Ein Interview zum Bundeswehr Computertest, mit Prüfpsychologin Raphaela R. aus dem KarrC. BW lll Düsseldorf.

Heute habe ich mir Unterstützung von einer Expertin für unsere Computertestung („CAT-Testung“ nennen wir das) im KarrC Bw III Düsseldorf geholt. Raphaela R. ist erfahrene Prüfpsychologin und hat mir ein paar Antworten gegeben, die Euch hoffentlich weiterhelfen:
Frage: Wer muss eigentlich im Moment alles einen Test machen? Ich habe gehört, da hat sich durch die Corona-Situation etwas geändert!?
 
Raphaela R.: Bewerbende für die Laufbahnen eines Soldaten auf Zeit (SaZ) durchlaufen alle einen Computertest. Das gilt sowohl für die Mannschaftslaufbahn, die Unteroffizierslaufbahn als auch für die Feldwebellaufbahn. Bewerbende für den Freiwilligen Wehrdienst (FWD) dagegen machen aktuell wegen der Corona-Einschränkungen keinen Computertest. Das gilt gleichermaßen für Bewerbende für den neuen „FWD im Heimatschutz“. Auch Ihr müsst bis auf Weiteres keinen Computertest machen!
 

Frage: Wie lange dauert eigentlich der CAT-Test?

 
Raphaela R.: In der Regel dauert das so zwischen 1,5 und 2 Stunden. Das hängt natürlich ein bisschen davon ab, wie schnell Du bist, aber auch davon, wofür Du dich bewirbst. Möchtest du z.B. eine Ausbildung bei uns machen (Wir nennen das „ZAW“- ZAW steht für Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung), bekommst du spezielle Testverfahren, die auf Deine gewünschte Ausbildung abgestimmt sind. Spezielle Testverfahren gibt es auch bei bestimmten Verwendungen (Tätigkeit). Hat Dein Karriereberater mit Dir beispielsweise den Plan entwickelt, dass Du in der elektronischen Instandsetzung eingesetzt werden könntest, machst Du einen Test, der elektronische Grundkenntnisse abfragt. In diesem Fall kann der Test bei Dir etwas länger dauern, als bei Deinem Nachbarn. Lass Dich davon also nicht irritieren und arbeite in Ruhe weiter.
 

Frage: Was testet Ihr denn alles? Darfst Du mir das verraten?

 
Raphaela R.: Naja, alles werde ich Dir natürlich nicht verraten. Ein bisschen spannend soll es ja bleiben und natürlich wollen wir ja auch ein realistisches Bild der Talente unserer Bewerberinnen und Bewerber durch den CAT-Test bekommen.
Aber hauptsächlich geht es darum, festzustellen, wie gut Du Informationen aufnehmen und verarbeiten kannst. Alle Bewerbenden bekommen dazu Aufgaben aus dem Bereich Logik, Rechnen und Sprache präsentiert. Dabei gibt es z.B. Aufgaben mit Matrizen, Grundrechenarten oder Rechtschreibung. Außerdem wird es einen Reaktionstest geben, bei dem Du vor allem schnell sein sollst. Je nach gewünschter Verwendung, machst Du auch noch einen Mechanik-Test, einen Englischtest, einen Elektronik-Test oder einen Konzentrations-Test. Am Ende bekommt jeder Bewerbende noch persönliche Fragen gestellt. Hier geht es z.B. darum, wie gerne Du im Team arbeitest oder wie sorgfältig Du Deine Aufgaben erledigst. Bei diesen Fragen gibt es kein richtig oder falsch. Antworte am besten ohne zu lange darüber nachzudenken. Auf diese Fragen brauchst du Dich nicht wirklich vorbereiten – sie dienen eher dazu, Dich noch besser kennenzulernen.
 

Frage: Das war das Stichwort: Wie kann ich denn für den CAT-Test üben?

 
Raphaela R.: Auf unserer Homepage www.bundeswehrkarriere.de findest Du unter „Ihre Berufung“ einen Assessment-Trainer. Hier siehst Du, wie die verschiedenen Aufgabentypen aussehen können. Dieser Trainer bildet nicht alle Aufgaben ab und nicht alle Schwierigkeitsstufen. Er dient nur zur Orientierung. Zur optimalen Vorbereitung könntest Du natürlich noch etwas mehr machen. Im Internet gibt es viele Angebote, z.B. um Matrizen zu üben. Da wir hier keine Werbung machen dürfen und wollen, verweise ich mal auf Erfahrungen anderer Bewerberinnen und Bewerber, die man in den entsprechenden Foren nachlesen kann. Die Aufgaben in diesen „Testknackern“ sind natürlich nie 100% identisch, aber helfen dem einen oder anderen zur Vorbereitung. Für die Teile Sprache, Mechanik und Mathe hilft es Dir auch, einfach Deine Aufgaben aus der Schulzeit noch einmal rauszuholen und diese zu üben (Grundrechenarten, Physik, Rechtschreibung, Grammatik). Ja, ich weiß – das tut keiner wirklich mit großer Begeisterung! Aber da muss man durch! Es lohnt sich jedenfalls!!!
 

Frage: Erfahre ich denn im Laufe des Assessments mein Testergebnis?

 
Raphaela R.: Ja, Du bekommst im Prüfgespräch eine kurze Auswertung Deines Testes. Dort erläutern wir Dir, welche Teile besonders gut gelaufen sind. Du bekommst keine genauen Noten genannt, aber wir können Dir eine Einschätzung geben, die Dir Auskunft gibt, ob Du im Vergleich mit anderen Bewerberinnen und Bewerbern über oder unter dem Durchschnitt liegst.
Und klar checken wir auch, ob Deine Testergebnisse für die gewünschte Laufbahn, aber auch die Verwendung ausreichend ist. Je nach Verwendungswunsch musst Du nämlich vordefinierte Mindestwerte im CAT-Test erreichen. Das macht natürlich Sinn: Wir wollen ja niemanden, der z.B. keinen Schimmer von Elektronik hat, in die elektronische Instandsetzung schicken. Das würde wohl niemanden so richtig glücklich machen.
 

Frage: Und wie ist das, wenn ich glaube, dass der Test nicht gut gelaufen ist: Kann man den CAT-Test wiederholen?

 
Raphaela R.: Im laufenden Bewerbungsverfahren nicht, denn der Test ist erstmal für 2 Jahre gültig. Nach Ablauf der 2 Jahre kannst Du ihn erneut absolvieren. Das passiert, wenn Du Dich z.B. neu bewirbst oder wenn Du bereits in der Bundeswehr bist und einen Laufbahnwechsel oder eine neue Ausbildung anstrebst.
 
Schlussanmerkung: Vielen Dank liebe Raphaela – auch wenn das nach Deinen Antworten jetzt gar nicht mehr so schwierig aussieht, bin ich doch selbst froh, heute keinen solchen Test mehr machen zu müssen. Ich hätte irgendwie kein gutes Gefühl mehr. Aber irgendwie werde ich es vor vielen Jahren ja auch geschafft haben…
 
 

Ein Interview zum Bundeswehr Prüfgespräch, mit Prüfpsychologin Jana F. aus dem KarrC. BW lll Düsseldorf.

Im Prüfgespräch – Was fragen die da eigentlich so?

 
Nun, zur Beantwortung dieser Frage, die natürlich viele von Euch bewegt, habe ich mir heute Experten-Unterstützung geholt: Jana F. ist eine unserer erfahrensten Psychologinnen im Prüfbereich des KarrC Bw III, und wird Euch heute nachfolgend ein paar Tipps und Kniffe verraten:
 
Viele von Euch fühlen sich vor dem Prüfgespräch unsicher oder sind gar nervös, weil sie nicht so recht wissen, was wir fragen könnten. Ganz wichtig, auch hier: macht Euch nicht verrückt!
 
Meistens sind wir bei diesen Prüfgesprächen zu zweit. Dann sitzen Euch ein Offizier und ein Psychologe gegenüber. In der Regel stellt aber nur einer von uns die Fragen und der andere protokolliert Deine Antworten. In Corona-Zeiten prüft Euch aber oft auch nur einer von uns beiden. Das kann dann mal ein Offizier sein oder eben einer unserer Psychologinnen.
 
Ach ja: Wir stellen grundsätzlich keine Fangfragen. Uns geht es darum, Euch als Person kennenzulernen. Viele Informationen haben wir schon – bevor es ins abschließende Prüfgespräch geht – aus Eurer Bewerbung, z.B. eurem Lebenslauf. Und natürlich kennen wir Eure Computertest-Ergebnisse. Zu Eurem Lebenslauf stellen wir sicher die ein oder andere Frage und ihr bekommt die Möglichkeit zu erklären, was ihr wann und warum gemacht habt. Je nachdem, wie viele berufliche Stationen ihr schon in Eurem Leben durchlaufen habt, richtet sich, wie intensiv wir uns darüber unterhalten.
 
Natürlich wollen wir auch wissen, warum ihr Soldat werden wollt! Hier gibt es keine komplett „richtige“ oder „falsche“ Antwort, sondern es geht mehr darum, zu erkennen, wie wichtig Euch dieser Beruf ist und wie Ihr uns das erklären könnt. Klar solltet Ihr Euch auch bereits vorher damit befasst haben, was es bedeutet, Soldat oder Soldatin zu werden. Klar solltet ihr auch etwas zu Eurer Wunschverwendung sagen können und warum ihr diese gerne machen wollt.
 
Ja, und dann wollen wir natürlich wissen, ob Ihr Euch über Euren Wunsch-Arbeitgeber Bundeswehr gut informiert habt. Das erwartet aber glaube ich jede Firma, bei der Ihr Euch bewerbt – oder!? Wir stellen vermutlich ein paar Fragen zur Sicherheitspolitik: So kann es sein, dass wir etwas zu den aktuellen Auslandseinsätzen und den Militärbündnissen stellen (z.B.: „In welchen Ländern sind wir zur Zeit eingesetzt?“, „Warum sind wir eigentlich in diesen Einsätzen?“). Über diese Themen könnt ihr Euch gut auf den Internetseiten der Bundeswehr informieren. Dazu müsst ihr keine teuren Bücher kaufen! Eine gute Quelle sind auch die Youtube-Serien der Bundeswehr. Grundsätzlich gilt: je höher die Laufbahn ist, für die ihr Euch beworben habt, desto mehr Kenntnisse erwarten wir von Euch! Und umgekehrt gilt auch: wenn Eure Wunsch-Verwendung und -Laufbahn gut zu Euren bisherigen Leistungen passt, verläuft das Gespräch oftmals ganz locker. Vielleicht kommen wir auch nochmal auf einzelne Fragen aus dem Computertest zurück, wenn es dazu noch Unklarheiten gibt.
 
Viele Bewerber sagen nach dem Gespräch zu uns: ´Ich habe mir das viel schlimmer vorgestellt!´.
Nachdem sich Deine Prüfer beraten haben, werden wir Dir ein Gesamtergebnis mitteilen: Klar freuen wir uns, wenn wir Dir sagen können, dass Du für Deine Wunschlaufbahn (z.B. Mannschaftslaufbahn) geeignet bist und wir werden Dir auch erklären, für welche Verwendungen (z.B. Stabsdienst) wir Dich vorschlagen. Das sind oft mehrere Vorschläge, damit der Einplaner danach mit Dir zusammen eine für Dich passende Stelle aus der Stellenbörse raussuchen kann. Idealerweise entspricht dieser Vorschlag dann dem Plan, den Dein Karriereberater bereits vorher mit Dir durchgesprochen hat.
 
Natürlich kann es auch vorkommen, dass man im Prüfgespräch nicht besteht und abgelehnt wird. Das passiert wirklich – ist aber auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Gründe dafür sind nie nur in Eurer Performance im Gespräch zu suchen, meistens sind es mehrere Faktoren, die dazu führen, dass ihr momentan noch nicht für den Soldatenberuf geeignet seid.
 
Vielleicht noch ein Tipp, der für uns ganz wichtig ist: Seit im Gespräch immer offen und ehrlich! Oft sind Bewerber besorgt, weil sie evtl. in der Vergangenheit „mal Mist gebaut“ haben. Wenn das so ist, geht bitte ehrlich damit um. Wenn wir im Gespräch offen darüber reden, können wir viel besser einschätzen, was passiert ist und wie Ihr heute dazu steht. Viel schlechter kommt es an (und führt eher zu Misserfolg!), wenn wir es erst im Nachhinein erfahren.
 
Also: Wenn Ihr Euch ein wenig über die Bundeswehr informiert und im Gespräch offen und ehrlich auftretet, seid Ihr auf einem super Weg! Wir freuen uns auf das Gespräch mit Euch!
 
Danke Jana! Ich glaube, dass Deine Erklärungen vielen Interessierten ein bisschen den „Bammel“ vor dem Prüfgespräch genommen haben und jetzt eher entspannt ihrem Prüfgespräch entgegenblicken.
 
 

Gegen Mittag erreichten alle Bewerber die Mudra-Kaserne und wurden in der Bewerberunterkunft in Empfang genommen. Nachdem alle ihre Stuben bezogen hatten, holten uns drei Betreuungsoffiziere von der Bewerberunterkunft ab und wir begaben in das eigentliche Assessmentcenter in einen Konferenzraum. Dort wurde zunächst ein Vortrag über den Ablauf des Verfahrens gehalten und jeder Bewerber erhielt seinen persönlichen „Laufzettel“, wann und wo er sich für die entsprechenden Tests einfinden muss. Als nächstes erhielten wir einen Bogen, in dem Fragen über Ehrenamt, Schule, Nebenjobs und Familie gestellt wurden. Dieser Bogen diente vor allem der Prüfkommission, die dadurch den Bewerber besser kennenlernen konnte. Die Bewerber, welche sich für den Sanitätsdienst interessierten, erhielten im Folgenden einen erweiterten Vortrag, an dem ich nicht teilgenommen habe. Danach wurde das Thema „Auslandeinsätze“ sehr intensiv thematisiert und jeder Bewerber sollte sich noch einmal klarmachen, was es heißt, Offizier bei der Bundeswehr zu sein. Zum Schluss erhielten wir einen Bogen, auf dem wir unsere Noten und Studienwünsche eintragen sollten. Dabei ist zu beachten, dass jeder Studienwunsch entsprechend begründet werden muss, was im Detail bedeutet: „Wieso haben Sie sich für dieses Studium entschieden?“ und „Haben Sie bereits Erfahrungen im Bereich Ihres Studienwunsches sammeln können?“. Mit diesen Bögen als Hausaufgabe für den nächsten Tag wurden wir entlassen. Anschließend luden uns die Betreuungsoffiziere ein, zum „Griechen“ zu gehen und dort etwas zu essen und Fragen aller Art zu stellen.

Bundeswehr Einstellungstest 1. Prüfungstag

Der Deutschtest

Den nächsten Morgen (1. Prüfungstag) klingelte der Wecker bereits um 4:45 Uhr. Die Kantine öffnete um 5:45 Uhr und die „Schriftliche Arbeitsprobe“ begann um 6:10 Uhr, d.h. man sollte zügig frühstücken und pünktlich im Prüfungsraum erscheinen. Der erste Test wurde von einer Psychologin durchgeführt. Wie in der Schule gab es bei diesem Test A und B. Jede Gruppe erhielt 2 Wortpaare. Ich habe mich für: Märchen & Legende entschieden. Aufgabe war es nun beide Begriffe unabhängig von einander zu definieren, diese zu vergleichen und dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen. Als letztes musste ein Fazit bzw. eine Zusammenfassung geschrieben werden. Neben Rechtschreibung, Grammatik und dem Ausdruck war ein ordentliches Schriftbild sehr wichtig. Für die Aufgabe hatte man 30 min Zeit.

Ärztliche Untersuchung

Nach dem Aufsatz musste ich zur ärztlichen Untersuchung, bei welcher das Seh- und Hörvermögen sowie die körperliche Unversehrtheit festgestellt wurden. Einen entsprechenden Bericht, ob man tauglich war und in welchen Bereichen es Einschränkungen gibt, erfuhr man direkt beim Arzt.

Der psychologische Test

Anschließend stand der „PMO“ auf dem Programm. Es handelt sich um einen Psychologischen Test, der Aufschluss über die eigene Persönlichkeit gibt. Beim PMO handelt es sich um einen Fragenkatalog mit 116 Fragen über die eigenen Werte und Vorstellungen. Auf einer Skala von „Trifft gar nicht zu“ über „Mittelmäßig“ und schließlich „Trifft vollkommen zu“ sowie vier weiteren Bewertungsmöglichkeiten musste man beurteilen, wie stark eine Aussage auf die eigene Persönlichkeit zutrifft.

Beispiel: „Ich fühle mich mit einer Waffe stark.“ Ein Tipp dabei ist nicht lange nachzudenken und die möglichst beste Antwort herauszusuchen, sondern einfach die Fragen nach dem persönlichen Empfinden zu beantworten. Sollten dort Unstimmigkeiten auftreten, werden diese auf jedem Fall im Interview genauer hinterfragt.

Gruppensituationsverfahren

Als nächstes musste ich mit 3 anderen Offiziersbewerbern zum Gruppensituationsverfahren, bei dem die Durchsetzungsfähigkeit und die Zusammenarbeit im Team geprüft wurde. Insgesamt musste man sich 3 Situationen stellen. Als erstes war man in einer „eingeschlossenen“ Situation und man musste ein Lösungskonzept erarbeiten. Am Ende steht dabei nicht die Lösung im Mittelpunkt, sondern die Zusammenarbeit im Team. Als zweites gab es einen „Ressourcenmangel“, bei dem die Durchsetzungsfähigkeit des Einzelnen geprüft werden sollte. Wichtig ist dabei eine Meinung und eine klare Argumentation zu vertreten, aber trotzdem das Team zusammen zu halten. Als letztes musste jeder Bewerber einen Kurzvortrag halten, bei dem eine Lage präsentiert, Pro- und Kontra Argumente beleuchtet und schließlich eine Entscheidung getroffen werden musste. Für das GSV benötigten wir 1 ½ Stunden, die allerdings extrem schnell verstrichen.

Das Interview

Nach der Mittagspause musste ich zum Interview, was dem normalen Bewerbungsgespräch gleicht. Grundsätzlich ist das Interview in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wurde man über seine Persönlichkeit befragt, wie z.B. Schule (auch Noten), Hobbys und Engagement. Der zweite Teil befasste sich mit meiner Einstellung und Motivation, Offizier bei der Bundeswehr zu werden. Man sollte dabei auch im tagespolitischen Geschehen etwas informiert sein. Ich musste beispielsweise Stellung zu der Flüchtlingspolitik beziehen. Nachdem das Gespräch beendet war, musste man kurz den Raum der Prüfkommission verlassen. Nach einiger Zeit wurde ich wieder hereingebeten und mir wurde die Tauglichkeit als Offizier bei der Bundeswehr bestätigt.

Wichtig!
Bei dem Interview sollte man möglichst offen sprechen und sich nicht jedes Wort aus dem Mund ziehen lassen, je mehr ihr erzählt und der Prüfkommission einen Einblick in euch gewährt, desto schneller ist das Interview auch vorbei.
 

Jeder, der bis zu diesem Zeitpunkt gekommen ist, konnte schon sehr froh sein, denn am ersten Prüfungstag mussten die ersten 50% ihre Koffer packen und nach Hause fahren.

Der Mathetest

Als nächstes ging es für mich zum Mathetest, welcher ausschlaggebend für die Studieneigung ist. Vor allem die Mathematik der Oberstufe sollte man beherrschen, denn Analysis, Lineare Algebra, Analytische Geometrie und Stochastik spielten eine große Rolle. Besonders wichtig ist es, die Aufgabenstellung genau zu lesen und zu verstehen. Beim Abendessen in etwas kleinerer Runde hieß es nun Kraft tanken für den nächsten Prüfungstag.

Als letztes erhielten wir den „Einplanungsvortrag“, bei dem uns gesagt wurde, wie viele Studienplätze die Bundeswehr pro Jahr anbietet und wie viele Bewerber es für den Studiengang gab.

Bundeswehr Einstellungstest 2. Prüfungstag

Am 2. Prüfungstag lief alles etwas entspannter ab. Um 6:30 Uhr startete der MKT-Test, bei dem es um mechanisches und physikalisches Wissen ging. Beispiel: In welche Richtung dreht sich Zahnrad 7, wenn sich Zahnrad 1 gegen den Uhrzeigersinn dreht. Die 22 Fragen konnte man mit einem gesunden Verstand gut beantworten.

Der Sporttest

Als letztes stand die Sportprüfung auf dem Programm, der sogenannte BFT (Basis Fitness Test), welcher aus dem 11 x 10m Sprinttest, dem Klimmhang und 3000m Fahrradergometer fahren bestand. Mit ein wenig Training alles machbar.

Nach dem Duschen, hat man die Koffer gepackt, die Betten abgezogen und ist in das Assessment Center gegangen. Dort konnte man seine Koffer in einem Schließfach im Keller deponieren und zum Einplaner gehen. Zuvor bekam man sehr viele Zettel, die man ausfüllen musste, mit Angaben zum Wohnsitz etc. Der Einplaner bat mich in sein Büro und teilte mir mit, dass alles super gelaufen sei und dass ich mein Wunschstudienplatz erhalten würde. Nach dieser Direktzusage konnte man entscheiden, wo man seinen Offiziersanwärter Lehrgang absolvieren möchte. Danach erhielt ich eine Uhr als Andenken und eine Urkunde.

Drei sehr intensive und erfahrungsreiche Tage, die ich bestimmt nicht vergessen werde.

Vor dem Einstellungstest

Für die Bundeswehr schwärmte ich erst seit Kurzem, aber durch viele Recherchen und ausgiebiger Informationssuche war ich mir ziemlich sicher – dort gehöre ich hin! Eine Freundin von mir wollte ebenfalls zum Bund und so bewarben wir uns zusammen. Nachdem ich meine Unterlagen abgeschickt hatte, dauerte es gefühlt eine Ewigkeit, bis ich eine Antwort erhielt. Nach ca. 2 Monaten bekam ich die Einladung zum Assessment-Center. Da ich die Offizierslaufbahn einschlagen möchte, musste ich für meinen Test nach Köln. Genauer gesagt in die Mudrakaserne. Vor meinen Tests habe ich mir extra noch die passende Kleidung gekauft. 3 Blusen und einen Blazer. Ich wollte ja beim Vorstellungsgespräch positiv auffallen und passend gekleidet sein. Schon früh kaufte ich die Bahnkarte und war ziemlich nervös. Meine Freundin war eine Woche vor mir dort und berichtete von einer großen Ausfallquote. Dies stimmte mich nicht gerade positiv, aber ich musste mich jetzt einfach auf mich selbst konzentrieren.

Anfahrt & Ankunft

Mit dem Einladungsschreiben haben wir auch eine sehr detaillierte Anfahrtsbeschreibung bekommen, sowohl für die Bahn als auch fürs Auto. An einem Bahnsteig habe ich schnell jemanden gefunden, der ebenfalls zur Kaserne fahren wollte. Dadurch war die Anreise nicht mehr ganz so schwer. Dort angekommen mussten wir uns beim Pförtner anmelden und bekamen nochmal beschrieben, wo genau wir nun hin sollten. In unserer Unterkunft sollten wir unsere Betten beziehen und erst mal warten. Wir waren ziemlich früh dran, sodass wir ca. drei Stunden Zeit hatten. Im Laufe des Tages bekamen wir noch eine Mitbewohnerin. In der Kaserne standen 4-Bett-Zimmer zur Verfügung.

Am Nachmittag so gegen 17 Uhr hatten wir die erste Einführung. Wir bekamen erklärt, wo wichtige Räume liegen, wie wir uns zu verhalten hatten und was uns allgemein erwartet. Bei der Einführung hat jeder von uns auch schon einen personalisierten Plan erhalten. Dort stand genau drauf, wo man wann zu erscheinen hatte und welcher Test anstand (also z.B. Raum 222, Uhrzeit 15.30, CAT Test). Auch sollten wir schon einen Fragebogen über Noten und persönliche Ereignisse ausfüllen.

Damit war der erste Tag auch schon erledigt.

Tag 1 des Einstellungstests

Am Morgen danach ging es für uns um fünf Uhr aus den Federn. Wir machten uns fertig und gingen alle zusammen frühstücken. Dafür hatten wir heute Morgen noch viel Zeit. Nach dem Frühstück ging jeder zu seiner persönlichen Station.

Schriftliche Prüfungen

Es gab einen einzelnen Mathetest, einen Allgemeinen CAT Test, einen psychologischen Test und die Fähigkeit der deutschen Sprache mächtig zu sein wurde auch überprüft.  Nach jeder dieser Stationen wurde überprüft, ob man noch weiter teilnehmen durfte. Immer wieder hat man zwischen den Überprüfungen von Leuten gehört, die leider schon ihren Koffer packen mussten. Bei den Tests, die alle computergestützt waren, gab es eine kurze Einführung und Beispielaufgaben. Fragen konnten jederzeit gestellt werden, waren aber ehrlich gesagt während des Testvorgangs nicht so gerne gesehen.

Zur Beruhigung: Man musste auch nichts fragen. Es war alles gut erklärt und es gab keinen Spielraum für Verwirrungen.

Direkt nach jedem dem Test ging man zum Leiter oder zu den Leitern und hat einen Umschlag mit den Ergebnissen bekommen. Mit diesem Umschlag ging man zum UvD (Unteroffizier vom Dienst), der Unteroffizier las den Zettel und teilte einem das Ergebnis mit.

Manchmal war dieses Prozedere echt stressig, weil die Räume teils weit auseinanderlagen und es so kritisch mit der Zeit werden konnte. Aber selbst wenn es mal knapp wird, immer freundlich und ruhig bleiben. Man trifft oft genug seine Prüfer auf dem Gang und dort sollte immer ein positives Erscheinungsbild im Vordergrund stehen. Also unbedingt ordentlich gekleidet sein und jeden grüßen. Zwischendurch gab es auch Zeit zum Mittagessen, hier war die Zeit aber etwas beschränkt, sodass man sich beeilen sollte.

Ärztliche Untersuchung

Nach dem Essen hieß es für mich: ab zum Doktor. Hier wurden Größe und Gewicht gemessen, ein Lungenfunktionstest gemacht und Urin abgenommen. Macht euch auch hier nicht verrückt. Den Urin kann man auch noch am nächsten Tag abgeben (ja wirklich kann man. Wofür seid ihr sonst so lange da?)

Gruppendiskussion & Kurzvorträge

Nach dem Arzt kam das Gruppensituationsverfahren und die Kurzvorträge. Hier hatte ich wirklich wenig Angst, weil ich selbstbewusst bin und es liebe, vor anderen Menschen zu sprechen. Bei dem Gruppenverfahren lernten wir zum ersten Mal unseren Prüfer kennen, der uns auch später interviewen wird. Wie alle anderen Gruppen dachte auch ich, den schlimmsten erwischt zu haben. Aber dazu später mehr. In der Gruppe mussten wir insgesamt zwei Szenarien lösen.

Kleiner Tipp: Es kommt nicht auf die Lösung an. Doof gesagt: „Der Weg ist das Ziel“. Die Prüfer wollen sehen, wie ihr mit den anderen Prüflingen redet und vor allem wie hoch euer Redeanteil ist.

Unterbrecht die anderen nicht, aber versucht so viele Lösungswege wie nur irgendwie möglich an den Tag zu legen. Auch super ist es, wenn ihr viele Vor- und Nachteile sagen könnt und entscheidet, ob die Lösung sinnvoll sein könnte. 

Nach den beiden Szenarios hat jeder ein willkürliches Thema erhalten. Dazu sollten wir ein Referat halten. Wir hatten 15 min. Vorbereitungszeit und sollten mind. 5 Minuten sprechen. Die Texte waren wirklich sehr einfach und es gab keine schwierigen Wörter oder Ähnliches. Ein Beispiel für ein Thema wäre „Sollte die Turnhalle abgerissen werden oder nicht“.

Einzelinterview

Nach diesem Verfahren sollten wir nun draußen Platz nehmen und wir wurden einzeln zu unseren Interviews hereingebeten. Dies war wohl der gefürchtetste Teil der gesamten drei Tage. Ich habe mich wirklich viel darauf vorbereitet. Ich habe Flüsse, Hauptstädte, die Länder um Deutschland, Präsidenten, Kanzler usw. auswendig gelernt. Habe mich mit politischen Fragen auseinandergesetzt und versucht eine Lösung zu finden, aber als ich dann nach 3 Stunden warten hereingerufen wurde und Platz genommen habe war mein Kopf leer. Ich habe innerlich eine Krise bekommen, weil mir gar nichts mehr einfiel. Aber nach außen hin habe ich nur versucht zu lächeln.

Vor mir saßen der Prüfer und eine Psychologin. Zuerst sollten wir eine Selbsteinschätzung über unsere Aktivität im Gruppensituationsverfahren abgeben. Dann wurde noch ein bisschen darüber gesprochen und schon ging es mit dem richtigen Interview los. Keine Antwort, die ich gab genügte und ich musste schnell eine andere Lösung finden. Egal was ich sagte, es wurde umgedreht und gegen mich verwendet. Das war ziemlich stressig und ich glaube, meine Bluse war voll mit Schweißflecken. Nach dem der Prüfer mich innerlich zerstört hat, übernahm die Psychologin das Gespräch. Sie nahm Bezug auf den am Anfang ausgefüllten Fragebogen und auf einige Testteile. Insgesamt dauerte mein Interview 70 min. Die Zeiten hierbei waren sehr unterschiedlich. Manche wurde nach 10 min. raus geschickt und für nicht geeignet erklärt. Andere mussten das Interview zwei Stunden aushalten. Nach 10 min. konnte ich wieder rein. Der Prüfer war nun supernett, lachte und sagte, dass ich eine super Eignung habe. Wir machten noch einige Witze und er sagte mir, dass meine Antworten eigentlich gut waren, er mich aber aus der Reserve rücken wollte. Also alles nicht so schlimm wie gedacht.

Einplanungsgespräch

Nach dem Interview ging es zum sogenannten Einplanungsgespräch. Erst wurde unsere Studieneignung überprüft. Hier war der Mathetest sehr wichtig, je mehr Punkte man hatte, um so mehr Möglichkeiten beim Studium hatte man auch. Ich, für meinen Teil, habe mein Wunschstudium erhalten. Danach ging es nochmal zu einem Einplaner für deine Teilstreitkraft. In meinem Fall zum Einplaner für die Marine. Mit ihm wurde nochmals alles besprochen und man einige Unterlagen erhalten. Nach diesem Gespräch konnte man sich schon ziemlich sicher sein, auf die Warteliste zu kommen. Der Tag endete mit einem entspannten Abendessen.

Tag 2 des Einstellungstests

Sporttest

Auch der zweite Tag startete früh morgens. Nun ging es für alle übrig gebliebenen, ca. 8 von 30 Leuten, zum Sporttest. Die Zeiten und Aufgaben stehen genau im Internet, sodass es hier keine Überraschungen geben sollte. Schon bei dem Test merkte man, dass Kameradschaft in der Bundeswehr großgeschrieben wird. Wir feuerten uns alle gegenseitig an und jeder half beim An- und Abbau der Geräte. Auch beim selbstständigen Aufwärmen blieben wir eine Gruppe und motivierten uns. Der Sporttest, der aus drei Teilen bestand, wurde von allen erfolgreich absolviert. Es gab einen Klimmhang, einen Sprint und wir mussten Fahrrad fahren. Alles machbar, vor allem wenn man vorher ein bisschen trainiert hat.

Nach dem Sport ging es für mich nochmal zum Arzt. Da ich zur Marine möchte, musste ich noch ein Belastungs – EKG über mich ergehen lassen. Auch hier war der Arzt supernett und hat sogar ein kleines Auge zugedrückt, weil ich den Test direkt nach dem Sport machen musst. Nach dem Sport ging es nur noch unter Dusche und dann direkt nach Hause.

Nach dem Test

Zu Hause angekommen war ich ziemlich erleichtert und glücklich. Ich hatte es geschafft. Ab jetzt hieß es nur noch warten. Wenn man zu den Glücklichen gehört, wird man vom Einplaner angerufen und gefragt, ob man die Stelle noch möchte. Zu meiner großen Freude habe ich diesen Anruf erhalten und darf am 01.07.2018 zum Dienst antreten.

Hier nochmal ein paar Tipps zusammengefasst:

  • Kleidet euch angemessen.
  • Grüßt jeden.
  • Kommt lieber 5 min. zu früh, als zu spät.
  • Macht euch vorher Gedanken, warum ihr zum Bund wollt.
  • Seid euch bewusst, was ihr dort erreichen wollt.
  • Bereitet euch auch mit Büchern auf den Einstellungstest vor.

Wenn ihr das alles bedenkt und euch einfach ein bisschen länger als zwei Tage darauf vorbereitet, dann schafft ihr das auch!

Juni 2018

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns von Maximilian zur Verfügung gestellt! Er hat seine Eignung zum Feldwebel bekommen und beginnt im April 2018 seine AGA. In seinem Bericht schildert er seine Erfahrungen, welche er beim Eignungstest in der Dahme-Spree Kaserne in Berlin gemacht hat! Viel Spaß beim Lesen und nochmals vielen Dank an Dich, Maximilian!

Erfahrungsbericht über meinen Einstieg in die Bundeswehr

Ich heiße Maximilian, wohne östlich von Berlin und bin 20 Jahre alt. Als ich 2016 mein Abitur gemacht habe, war ich mir immer noch nicht sicher wie meine Karriere weiter verlaufen sollte. Ich habe mich dann dazu entschlossen verschiedene Praktika zu machen. Als ich dann in einer Metallverarbeitungsfirma arbeitete und sehr zufrieden war, schaute ich mich um was es in dieser Branche an Möglichkeiten gab. Ich Interessierte sehr für die Luft und Raumfahrttechnik und deshalb stand für mich fest, dass ich Fluggerätmechaniker werden will. Ich guckte mir die verschiedenen Möglichkeiten an und entschied mich für die Luftwaffe der Bundeswehr.

Als ich mich auf der Homepage der Bundeswehr informierte machte ich einen Termin bei einem Karrierecenter in meiner Nähe. Dieses war das Karrierecenter in Berlin an der Friedrichstraße 147. Im August 2017 hatte ich dann ein Gespräch mit einem sehr freundlichen Oberleutnant. Er zeigte mir meinen Möglichkeiten auf und wir machten die Bewerbung fertig, welche ich 2 Wochen später mit meinem restlichen Unterlagen abgeben sollte. Jetzt begann das große Warten.

Anfang Oktober kam dann die Einladung zur Eignungsprüfung in der Dahme-Spree Kaserne in Berlin, welche Anfang November 2017 sein sollte. Jetzt wurde es Ernst und ich fing an im Internet auf YouTube, Foren und auf einer Bundeswehr Einstellungstest Gruppe zu recherchieren, was mich dort bei der Eignungsprüfung erwarten würde. Für den Sporttest fing ich an regelmäßig joggen zu gehen und die Disziplinen wie Klimmhang und Pendellauf zu üben. Für den Computertest kaufte ich mir ein Übungsprogramm welches darauf konzipiert war, sich bestmöglich auf das Einstellungsverfahren vor zubereiten. Auf diesem Programm lernte ich grundlegende Fähigkeiten in Mathematik, Deutsch, Englisch und Physik, außerdem habe ich Fakten über die Bundeswehr, einen Reaktions- und Konzentrationstest geübt. Dieses Programm von Plakos hat mir sehr viel geholfen da es genau darauf konzipiert war und ich die Chancen genutzt habe mich so perfekt vorzubereiten.

Für die ärztlichen Teile konnte ich mich nicht vorbereiten, dafür aber umso mehr auf das psychologische Gespräch. Ich recherchierte mal wieder und holte mir Informationen für die Fragen, die auf mich zukommen könnten und übte Gespräche mit verschiedenen Personen zu führen.

Tag 1

Nun ging es los, es war der 1. November 2017 und ich machte mich auf den Weg ins Karrierecenter in die Dahme- Spree Kaserne in Berlin Köpenick. Ich sollte um 10 Uhr vor Ort erscheinen, also fuhr ich schon mal etwas früher los, da die Parkplatz Situation noch unklar war. Dies war auch eine gute Entscheidung. Ich meldete mich beim Pförtner und zeigte meinen Ausweis vor. Der Pförtner zeigte mir den Weg zum Empfang. Dort bekam ich meine Bettsachen und eine Stube zugewiesen. Als ich in meinem Zimmer ankam war ich der Erste und machte mich gleich daran meinen Schrank zu füllen und machte mein Bett fertig. Dann kamen schon meine drei anderen Mitbewerber und wir gingen zur Besprechung. Wir waren 10 Leute und wurden vom Hauptfeldwebel eingewiesen wie unser Tagesablauf in den nächsten 2 Tagen aussah. Ich freute mich, dass es endlich losging und war schon sehr aufgeregt. Am Ende dieser Besprechung hatten wir 30 Minuten Zeit einen persönlichen Fragebogen auszufüllen. Hierbei kamen Fragen über unsere Hobbys unsere Kindheit und Fragen zu unseren Verwendungswünschen dran. Dann ging es zum Mittagessen und wir wurden in 2 Gruppen eingeteilt, welche dann entweder zur ärztlichen Untersuchung oder zum CAT Test gehen sollten.

Ich sollte mich beim Arzt melden, dieser testete erst den Urin, meine Körpergröße und Gewicht und dann nach kurzer Wartezeit mein Hör- und Sehvermögen. Nach weiterem Warten wurde ich aufgerufen, zum Arzt zu gehen welcher meine Eignung weiter testen sollte. Leider vergas ich meinen Laufzettel im Warteraum, weshalb ich zurück flitzen musste. Dann wollte der Arzt natürlich gleich Blutdruck messen, welcher natürlich viel zu hoch war. Er stellte mir eine Testung mit einer 24 Stunden Blutdruckmessung aus (die Werte waren natürlich normal). Dann musste man leider noch die ganzen Gesundheitsfragen beantworten. Anschließend wurde ich D1 gemustert und ich hatte freie Verwendung.

Nun wollte ich gleich noch zum CAT Test, leider wurde das nichts, da nicht mehr genügend Zeit da war. Also hatte ich hab 14:30 Freizeit. Ich habe mich mit meinen Mitbewohnern unterhalten und ausgetauscht und die Chance genutzt mit ihnen noch etwas zu üben. Außerdem waren wir noch ein bisschen im Aldi um die Ecke einkaufen. Am Abend unterhielten wir uns noch mit der Gruppe, welche vor uns dran war. Dort haben wir nochmal Informationen über den Sporttest und das psychologische Gespräch bekommen.

Tag 2

Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker. Wir machten uns fertig und gingen zum Frühstück und haben uns auf die nächste Prüfung vorbereitet. Ich sollte dann um 7 Uhr zum CAT Test. Dort war es dann so, dass ich mich nicht beunruhigen lassen wollte. Ich ging dann also konzentriert, aber angespannt in den Prüfungsraum. Im Voraus ist aber zu sagen, dass es ein individueller Test ist, welcher auf die Wunschverwendung und Laufbahn angepasst wird. In den ersten Aufgaben hatte ich pro Aufgabe je 3 Minuten Zeit zur Verfügung. Hierbei kamen dann Mathematikgrundlagen, Grammatik und der Matrizentest dran. Im Anschluss wurde ich in Physik und Englisch getestet, wobei ich für alle Aufgaben eine komplette Zeitvorgabe hatte. In Englisch waren es Lückentexte, wo ich die richtige Lösung auswählen sollte. In Physik kamen Hebelkräfte, Zahnräder und Elektrizität dran. Anschließend kam noch ein Reaktionstest mit farbigen Pfeilen und der altbekannte chinesische Zeichen Test dran. Endlich war ich durch, ich hatte ein sehr gutes Gefühl und ich konnte durchatmen. Dann kamen sehr viele Persönlichkeitsfragen. Hierbei musste man nur „zustimmen“ oder „nicht zustimmen“.

Sporttest

Dann war ich fertig und musste sofort zum Sporttest und mich umziehen, Nervenchaos pur! Ich machte mich mit den anderen warm und dann ging es schon los. Die erste Disziplin war der Pendellauf.

Dort muss man 11 x 10m zurücklegen und sich nach jeder Runde insgesamt 6x hinlegen die Hände auf den Rücken klatschen und wieder lossprinten. Ich habe es in 42 Sekunden geschafft, 60 Sekunden waren das Maximum. Nach einer kurzen Pause ging es zum Klimmhang. Hierbei musste ich in der Klimmzugstellung an oberste Stelle solange wie möglich verweilen. 5 Sekunden sind Pflicht ich habe 41 geschafft. Als letzte Disziplin kam das Fahrrad Ergometer dran. Nach 1 Minute Aufwärmphase hatten wir maximal 6:30 Minuten Zeit um 3 Kilometer zurückzulegen. Ich erhöhte die Watt Zahl so schnell wie möglich und hatte nach 1:50 Minute bereits 2 Kilometer erreicht, dann begann das Leiden und es wurde sehr zäh. Die Soldaten feuerten mich kräftig an und ich erreichte einen Top Zeit von 3:07 Minuten.

Dann war ich sehr ausgelaugt und ging zum Mittagsessen. Ab jetzt hatte ich Freizeit und mir wurde sehr langweilig, da die anderen noch dran waren. Am Abend waren wir nur noch zu zweit in der Stube und ich habe mich viel mit meinem Mitbewohner Danny unterhalten, das hat sehr viel Spaß gemacht.

Tag 3

5:30 klingelte mal wieder der Wecker und ich rasierte mich nochmals und zog mir mein Hemd an, denn heute war der Tag der Endscheidung: das psychologische Gespräch stand direkt nach dem Frühstück an. Der Puls stieg und ich wurde nervös, denn ich hatte sehr großen Respekt davor. Ich sollte im Warteraum Platz nehmen und warten bis ich aufgerufen werde.

Der erste kam bereits nach 5 Minuten zurück und war raus. Das war hart! Ich bin dran… Ich hatte mich ja drauf vorbereitet also was soll schon schiefgehen. Im Raum saßen eine Psychologin ein Hauptmann und noch ein Leutnant, welcher hospitierte. Das Gespräch verlief besser als gedacht und ich lockerte auf. Gefragt wurde sehr viel über Politik, weil ich da nicht so glänzen konnte, warum ich zur Bundeswehr will, bei welchen Auslandseinsätzen die Bundeswehr tätig ist und was diese dort macht, warum ich als Feldwebel geeignet wäre und wie ich in gewissen Situationen reagieren würde. Dann sollte ich auf dem Gang warten. Nach einer gefühlten Ewigkeit (es waren vielleicht 5 Minuten) und er größten Anspannung die ich je hatte, wurde ich reingebeten und habe eine Eignung als Feldwebel bekommen. Außerdem wurden mir meine Wunschverwendung und eine ZAW (Ausbildung) gewährt.

Ich ging anschließend glücklich zum Einplaner, welcher meine Wünsche notierte und mir sagte was möglich wäre. Leider war ich genau zu dem Zeitpunkt bei meiner Eignungsprüfung eine Systemumstellung. Diese hat mich sehr viel Wartezeit und Nerven gekostet da sich alles sehr verzögerte in den letzten Wochen. Anschließend ging ich zur Sicherheitsüberprüfung. Hier konnte ich jedoch noch keine Überprüfung beantragen, da meine Einplanung noch nicht erfolgt war. So ging ich anschließend noch Mittagessen, räumte die Stube auf packte meine Sachen zusammen. Ich konnte endlich glücklich mit meiner Eignung nach Hause fahren und meine Eltern und Freundin überraschen. Zwar ohne feste Stelle aber es hat ja schon mal geklappt. Drei Wochen später als ich im Urlaub in Hamburg war, bekam ich dann den langerwarteten Anruf, dass ich nun endlich eine Stelle bekommen habe. Nun habe ich alle meine Unterlagen zusammen und fange endlich im April 2018 meine Grundausbildung in Heide (Schleswig Holstein) an. Ich fange dann nach meiner Grundausbildung eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker am Kampfjet Tornado als Wartungstechniker an. Meine Stammeinheit wird dann in Jagel (Schleswig Holstein) sein, leider nicht mein Wunschstandort aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Ich habe mich als SaZ 15 als Feldwebel (für 15 Jahre) verpflichtet. Nun geht es endlich los und ich bin sehr gespannt was auf mich zukommt und freue mich auf meinen neuen Karriereschritt bei der Bundeswehr.

Wir sammeln derzeit wieder fleißig Erfahrungsberichte für euch! Nachfolgend findet ihr einen Erfahrungsbericht von einem Bewerber bei der Bundeswehr Berlin! Viel Spaß beim Lesen!

Die Bewerbung

So also erstmal zu mir, ich heiße Jonas, bin 17 Jahre alt und komme aus Berlin.

Ich fang mal bei der Bewerbung an. Es ging im Oktober los mit einem Gespräch beim Karriereberater, dort wurden dann einfach die Details von meinen Verwendungswünschen geklärt, wie lange ich mich verpflichten möchte und die Laufbahn. Von da an war ich schon begeistert von der Bundeswehr, ich hatte mein Gespräch in der Julius-Leber-Kaserne (in Berlin) und das hat schon Eindruck hinterlassen. Jedenfalls habe ich dann sofort die Bewerbungsunterlagen mitbekommen und einen nach mir gerichteten Abgabetermin. In der Zeit hatte ich dann die Aufgabe, wenn benötigt, ärztliche Bescheinigungen zu besorgen und natürlich den Papierkram auszufüllen.

Eine Woche später betrat ich dann wieder das Karrierecenter und ich durfte erst mal im Wartebereich Platz nehmen. Es ist von Vorteil, wenn man gesprächig ist. Oft sitzen noch andere Leute da und dann vergeht die Zeit schneller und ich konnte mir oft noch Tipps einholen. Als ich dann dran war, haben wir uns wieder in den Raum der Anmeldung gesetzt und sind da die ganzen Unterlagen durchgegangen und die Soldatin hat geschaut, ob alles vollständig ist. Dann hat ihre Kollegin auch noch einen Blick drüber geworfen und das war’s dann auch schon. Sie haben mir noch gesagt, dass in spätestens zwei Wochen die Bestätigung kommt, dass die Unterlagen erfolgreich verschickt und angekommen sind und die Einladung zum Test in 4 bis 8 Wochen kommt.

Da die Bestätigung schon nach drei Tagen kam, hatte ich große Hoffnung, dass der Rest auch relativ schnell geht, falsch gedacht. Aus den verschiedenen Facebook-Gruppen konnte ich herauslesen, dass es bei einigen auch 12 Wochen gedauert hat. Ich habe also die 12 Wochen abgewartet und sofort zum Ablauf im Dezember bei der Bewerberhotline angerufen. Die Dame am Telefon konnte mir darauf sagen, dass die Unterlagen auch schon geprüft worden sind und ich einen Termin bekomme, wann wusste sie nicht. Es solle wohl im Januar und Februar kein Brief mehr kommen. Das war schade, weil ich mich zu Februar beworben habe, war aber auch erleichtert, weil ich wusste, dass ich einen Termin bekomme und nicht umsonst warte.

In der Zwischenzeit habe ich eine E-Mail geschrieben, weil ich eine Verwendung streichen wollte, das konnte ich dann unter anderem Ende Januar als Grund nehmen nochmal anzurufen und nebenbei fragen, wie lange es ungefähr noch dauert, mir der Einladung. Der Herr am Telefon sagte nur ganz erstaunt, dass ich ja auch schon eine Weile warte und er mal nachfragen würde. Ein paar Minuten später habe ich dann meinen Termin am Telefon bekommen. Das war glaube ich die beste Nachricht, die ich die Woche bekommen habe. Zwei Tage später war dann auch die Einladung schriftlich angekommen.

Aus einer Facebookgruppe habe ich auch erfahren, dass es wohl in dem Bereich der Bundeswehr eine neue Software gab die viele Probleme bereiten soll, weshalb sich das alles in die Länge zieht. Jedenfalls war ich zu Ende Februar eingeladen.

Der Einstellungstest Tag 1

Anreise

Um 16:30 Uhr sollte ich da sein. Die Hinfahrt war ganz entspannt. Eine knappe Stunde durch Berlin zur Dahme Spree Kaserne. Auf dem Fußweg zur Kaserne habe ich noch einen Mitbewerber getroffen, somit hatte ich gleich einen Ansprechpartner. Vorne am Tor haben wir die Einladung vorgelegt und uns wurde mitgeteilt, wo wir zuerst hingehen sollten.

In dem Fall war das logischerweise die Anmeldung. Dort haben wir unseren Laufzettel, den Zimmerschlüssel und Bettwäsche bekommen. Dort trennten sich auch schon erst mal unsere Wege. Da ich minderjährig war durfte ich gleich in dem Haus bleiben. Als ich in mein Zimmer kam war ich sofort positiv überrascht. Ein Zimmer für mich alleine mit Fernseher, eigenem Bad und einer Dusche, wo ich noch 10 Mädchen mit rein nehmen kann, wie die Dame an der Anmeldung das so schön beschrieb.

Dann hatten wir eine Stunde um uns grob einzurichten und Essen zu gehen.

Der Einstellungstest Tag 1

Ablauf

Um 17:30 Uhr sollten wir uns dann wieder unten zusammenfinden. Die Einweisung in die nächsten Tage begann. Es ging los mit dem Ablauf, was so  die nächsten Tage auf uns zukommt:

  • ärztliche Untersuchung
  • CAT-Test
  • Sportprüfung
  • Interview
  • Sicherheitsüberprüfung
  • und der Berufsförderungsdienst.

Ansprechpersonen zu verschiedenen Zeiten und Nummern im Notfall haben wir gesagt bekommen, das stand aber alles auch auf dem Laufzettel.

Als Nächstes wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, wer wann wo morgen zuerst hingeht. Die eine Gruppe musste um 6:30 Uhr zum Arzt und die andere um 07:00 Uhr zum CAT Test (für die Raucher gibt es auch genug Pausen, wir haben während der Einweisung schon zwei gemacht). Danach hatten wir dann den Rest des Abends frei, einige gingen aufs Zimmer und die anderen und ich, sind zum nächsten Lebensmitteldiscounter gegangen.

Der Einstellungstest Tag 2 

CAT Test

Um 6:00 Uhr bin ich dann mit den Ersten zum Frühstück gegangen. Keiner braucht sich da Sorgen machen, dass er nichts findet – die Auswahl war mehr als ausreichend!

Nachdem ich halbwegs satt war, habe ich mich auf dem Zimmer nochmal ein bisschen vorbereitet, Mathe nochmal angeschaut usw.

Um 07:00 Uhr ging es dann los!  Wir haben auch beim CAT Test nicht direkt angefangen, sondern alle erstmal im Wartebereich Platz genommen. Kurz darauf bekamen wir dann unsere Platznummern gesagt und dann ging es auch schon los. Eine kurze Einweisung und wir konnten starten. 

Da man nicht einmal eine Tastatur benötigt sind die Aufgaben relativ einfach gehalten. Es kam dran: 

  • Deutsch mit Themen wie Wortanalogien ( Fisch-Wasser / Vogel-? ), aus mehreren Wörtern das richtig geschriebene Auswählen (das Wort “Apparat” finden die zurzeit ganz cool) und das war’s auch schon mit Deutsch, soweit ich mich erinnern kann.
  • Mathe die Grundrechenarten sowie Brüche, Flächen, Prozente und Volumen. Alles per Multiple-Choice auswählbar.
  • Ein paar Physik/- und einige Technikaufgaben.
  • Englisch sollte man, ebenfalls per Multiple-Choice, Sätze vervollständigen.
  • Als Nächstes folgt ein Reaktionstest. Dort sind ein blauer und ein roter Pfeil in einem Viereck, bei dem blauen Pfeil musst du unten in die Richtung klicken, in die er zeigt und beim Roten muss man die Position anklicken, pro Aufgabe drei Sekunden Zeit.
  • Ein paar Fragen zur persönlichen Einstellung noch und das war´s.

Bei mir hat das Ganze zwei Stunden und ein paar zerquetschte gedauert. Danach hat man sich beim Arzt gemeldet.

Der Einstellungstest Tag 2

Ärztliche Untersuchung

Los ging es an der Anmeldung: Laufzettel und Bescheinigungen abgeben. Mit den anderen Bewerbern habe ich mich dann wieder mal im Warteraum wiedergefunden, so waren auch die nächsten zwei Stunden geplant.

Relativ schnell wurde ich dann auch schon aufgerufen. Eine Urinprobe, wiegen und messen stand an. Dazu bin ich mit einem weiteren Bewerber zu einer Arzthelferin in einen extra Raum gegangen. Wir haben jeweils einen Becher bekommen und sollten ihn auf der Toilette befüllen. Als Nächstes haben wir uns bis auf die Unterwäsche und T-Shirt ausgezogen und es ging auf die Waage. Da hat alles gestimmt, also wurde ich gemessen -179 cm – alles perfekt.

Wir durften erst mal wieder im Warteraum Platz nehmen. Zum Glück haben wir alle gerade den CAT-Test absolviert, so hatten wir viel zu besprechen, ohne dass Langeweile aufkam. Weiter ging es mit dem Sehtest und kurz darauf der Hörtest, das

Jetzt ging es zum Arzt, davor wurden mir die meisten unangenehmen Gedanken gemacht. Es ging los mit ganz normalen Fragen zur Vorgeschichte von Erkrankungen. Praktisch den Fragebogen, den man bereits ausgefüllt hat, nur noch etwas detaillierter, während die Arzthelferin fleißig mitgeschrieben hat.

Danach sollte ich mich bis auf die Unterwäsche entkleiden. Der Arzt hat dann die Gelenke untersucht und geschaut, ob alles seine Richtigkeit hat. Blutdruck und Herzschlag wurden gemessen, dann war dieser Teil auch abgeschlossen. Daraufhin ging es hinter den Vorhang, wo die Intimuntersuchung stattfand (nicht so schlimm wie die “Möchtegernexperten” vorher erzählen). Das war es dann auch schon.

Einen Moment sollte ich noch im Wartebereich Platz nehmen, bis ich aufgerufen wurde, um meine Zettel abzuholen. Ich habe im Gespräch erwähnt, dass ich in Familientherapie war. Das hat der Arzt als psychologische Behandlung aufgefasst, weshalb ich noch keinen Tauglichkeitsgrad erhalte, bis ich einen Befund mit Diagnose, Prognose und Behandlungsdauer abgegeben habe.

Danach ging ich zum Steuerer. Hier wurden die Bewerbungsunterlagen nochmal durchgegangen und auf Richtigkeit überprüft. Da ich noch rechtzeitig kam, habe ich noch für den Tag einen Termin für den Sporttest bekommen. Da dieser erst in zwei Stunden war, konnten wir ganz entspannt Essen gehen.

Der Einstellungstest Tag 2

Sporttest

Um 13:10 Uhr haben wir uns dann alle in der Sporthalle getroffen. Wir haben uns umgezogen und mit einem Sportprüfer, in dem Fall der Kontaktsoldat, auf die zweite Prüferin gewartet.

Los ging es mit dem Aufwärmen: Wir sollten ein paar Runden rennen und dabei ein paar Aufwärmübungen machen. Dann haben wir uns gedehnt und es ging auch schon los. Angefangen wurde mit dem Sprinttest, 11 x 10 Meter. Man fängt aus der Bauchlage an los zu rennen, um einen Pylonen herum und wieder zurück auf die Matte in Bauchlage. Die Prüfer sind sehr euphorisch, was das Anfeuern angeht – das war sehr motivierend. 60 Sekunden darf man sich maximal Zeit lassen, bei mir waren es 38,…. Sekunden, damit war ich sehr zufrieden.

Weiter ging es mit dem Klimmhang: Schulterbreit mit den Händen an der Stange auf einen Hocker stellen und wenn du bereit bist, wird der Hocker weggezogen (für schwitzige Hände gibt es genug Magnesiumpulver). Vorgegeben sind 5 Sekunden, ich schloss ab mit einer Zeit zwischen 50 und 55 (so genau hatte ich nicht zugehört). Ich war erneut ganz zufrieden.

Nachdem damit auch alle durch waren, haben die Prüfer uns auf den Fahrradergometertest vorbereitet. Das taten sie mit Tipps welche Umdrehungs/- und Wattzahl man mindestens haben sollte, um die 3000 Meter in maximal 6:30 Minuten zu bestehen. Uns wurde mehrmals im Laufe des Tages gesagt, dass wir nicht so viel davor essen sollten, weil es vorkommt, dass die Leute sich übergeben mussten. Ich habe das zunächst nicht so ernst genommen, dachte das kommt nicht so oft vor, aber alleine aus unserer Ankunftsgruppe haben sich an dem Tag schon vier Leute übergeben. Das konnte ich auch mit der Zeit nachvollziehen, die Zeit zwischen dem Klimmhang und dem Ergometer war die Anstrengendste. Durch die Aufregung und das Anspannen des Bauches belastet das ganz schön den Magen. Aber jeder der vier Leute hat entweder daneben erbrochen oder, wenn noch rechtzeitig in eine Schale. Keiner ist abgestiegen und so haben alle bestanden. Jedenfalls war ich dort mit meiner Zeit nicht ganz zufrieden, 4:57 Minuten, aber bestanden, von daher war dieser Punkt auch abgehakt.

Es war kurz vor 14:00 Uhr und wir waren mit diesem Tag schon durch, also bin ich mit einigen anderen den Energiehaushalt wieder aufstocken gegangen. Das taten wir mit einem Döner. Da ich noch den Befund vom Therapeuten brauchte, dass ich „gesund“ bin, habe ich mich nach dem Essen auf den Weg zu ihm gemacht, in der Hoffnung noch an dem Tag den Befund zu bekommen (praktisch, dass ich aus Berlin komme). Und es war wohl mein Tag, denn er hat den Befund mit den nötigen Angaben bestückt und so konnte ich ihn gleich mitnehmen. Als ich dann wieder in der Kaserne war, bin ich mit anderen wieder los einkaufen gegangen und wir haben uns den restlichen Abend über den Tag unterhalten und fernsehen geschaut.

Der Einstellungstest Tag 3

Am nächsten Morgen bin ich gleich früh zum Essen gegangen. Ich hatte meinen Termin für das Interview zwar erst um 10 Uhr, aber es schadet ja nicht, mit vollem Magen dahin zu gehen. Nach dem Frühstück bin ich dann nochmal zum Arzt gegangen um den Befund abzugeben.

Ich sollte natürlich erst mal im Warteraum Platz nehmen. Es hat nicht lange gedauert, da wurde ich auch schon aufgerufen. In der Zwischenzeit haben die „Neuen“ gespannt zugehört, was genau sie alles erwarten wird, und dass es nicht so schlimm ist, wie sie vielleicht gehört haben.

Die Erleichterung zum Thema Arzt und CAT-Test war vielen ins Gesicht geschrieben. Der Arzt hat dann nochmal kurz mit mir geredet und ist alles durchgegangen. Dann konnte ich meine Tauglichkeitsbescheinigung abholen. D2 stand oben auf dem Zettel, ich war erleichtert. Die Arzthelferinnen haben gesehen, wie ich mich gefreut habe und mir viel Glück gewünscht. Alle meine Verwendungswünsche standen auf dem Zettel, Feldjäger, Sicherungssoldat etc. Das Blatt war ziemlich voll im 

Vergleich zu anderen D2ern, gibt anscheinend mehrere D2 Einstufungen.

Der Einstellungstest Tag 3

Interview

Eine halbe Stunde vor Gesprächsbeginn sollte ich hoch (9:30 Uhr). Warum, habe ich nicht verstanden, weil ich noch bis nach 11 Uhr gewartet habe, bis ich zum Interview gerufen wurde.

Ich ging mit weniger Aufregung rein, als ich dachte, aber dafür mit mehr raus. Es fing ganz entspannt an: Im Gespräch kamen Standardfragen wie bspw.

  • Warum ich zur Bundeswehr möchte?
  • Warum der Feldjäger?
  • Was zeichnet mich aus?
  • Haben Sie schon einen Plan B? (Verunsicherungsfrage, die bei jedem gestellt wurde)
  • und ein paar Details zu Auslandseinsätzen.

Die Frage zu Schusswaffengebrauch fehlte natürlich auch nicht. Das ganze Gespräch verlief aber, meiner Meinung nach, nur ab dem Zeitpunkt negativ,  als ich erwähnt habe, dass ich in Familientherapie war. Darüber wollten sie natürlich alles wissen, aber ich hatte nie die Chance bekommen, das wieder ins rechte Licht zu rücken. Jedenfalls sagte ich dann am Ende des Gespräches, als ich gefragt wurde, ob ich zum Schluss noch etwas sagen möchte, dass ich das Gefühl habe, dass das Gespräch nicht so gut lief. In dem Zug habe ich dann noch einige positive Sachen, die ich die ganze Zeit sagen wollte, erzählt. Darauf folgte keine Reaktion und ich konnte mich draußen hinsetzen.

Mit anderen Bewerbern konnte ich mich dann darüber unterhalten, wie es bei ihnen lief. Etwa 15 Minuten später wurde ich dann wieder reingebeten. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich in dem Gespräch nicht überzeugen konnte. „So Herr …. Sie haben Recht, das Gespräch lief nicht so gut, trotzdem konnten sie mit ihren Testergebnissen überzeugen und auch während des Gespräches konnten wir Potenzial erkennen….“ Ich habe also eine Zusage bekommen. Dann war erst einmal Mittagspause und alle sind Essen gegangen.

Der Einstellungstest Tag 3 

Einplaner

Nach der Pause hatte ich dann meinen Termin beim Einplaner. Ich erzählte, dass mein Hauptwunsch der Feldjäger sei und er sagte, dass da wahrscheinlich in meiner Laufbahn nichts frei ist, aber er mal schaue.

Er behielt Recht und ich nannte mein Zweitwunsch: Mannschaft in der Luftwaffensicherungstruppe. Er schaute nach und da sah es schon besser aus mit Plätzen. Er fragte, ob ich irgendeine Grenze habe, was die Versetzung in andere Bundesländer betrifft. Das verneinte ich. Er zeigte mir einen Standort in Bayern und fragte, ob das für mich okay sei – ich bejahte.

Nachdem der Papierkram auch erledigt war, habe ich mich zur Sicherheitsüberprüfung begeben. Dort war viel Wartezeit angebracht. Ich saß mit zwei anderen Bewerbern etwa 45 Minuten vor der Tür, bis ein Mitarbeiter herauskam und sagte, dass zwei Leute erst mal zum BFD gehen sollen, denn das gehe schneller. Also bin ich hoch gegangen und habe mich dort vor die Tür gesetzt. Der Berufsförderungsdienst hilft, z.B Soldaten auf Zeit, sich nach ihrer Dienstzeit in den zivilen Alltag einzugliedern oder Ausbildungen etc. von finanzieller Seite zu fördern. Nach 20 Minuten war ich dann an der Reihe und habe alles genau erklärt bekommen, über den Ablauf und wie lange der BFD mich unterstützt.

Bei der Sicherheitsüberprüfung sind wir dann die Unterlagen durchgegangen und welche Sicherheitsüberprüfung ich noch brauche. Da ich mir den Beizettel durchgelesen hatte, gab es nichts zu beanstanden und das war schnell erledigt. Der Tag war somit vorbei. Ich habe mein Zimmer sauber gemacht und alles wieder abgegeben. Der Heimweg stand an.

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns von Jonas R. zur Verfügung gestellt! An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Dich, lieber Jonas!

Der Bewerber, der den folgenden Erfahrungsbericht geschrieben hat, hatte seinen Eignungstest im Dezember 2016 in München.

Die Zeit vor dem Eignungstest Termin

Als ich mich dazu entschlossen habe Soldat werden zu wollen, und soweit alles mit dem Karrierecenter der Bundeswehr abgeklärt war, konnte ich meine vollständige Bewerbung abschicken und habe dann gespannt darauf gewartet, bis endlich die Einladung zum Einstellungstest nach München im Briefkasten gelegen hat.

In dem Briefkuvert waren zwei Deutsche Bahn Reisegutscheine, die man vor Abfahrt an einem Schalter der Deutschen Bahn einlösen muss, sowie ein kleines Infoheft, wo neben einer genauen Wegbeschreibung auch viele Details zum Ablauf des 2,5-tägigen Testverfahrens zu lesen waren. Außerdem gab es noch einen Reisekostenantrag, falls man mit dem Auto anreist und einen Hinweiszettel, falls eine Terminverschiebung aus triftigen Gründen notwendig sei. Ich konnte dem Infoheft also entnehmen, dass folgende Dinge auf mich zukommen werden: ein Sporttest (bei dem verschiedene Kraft- und Ausdaueraspekte getestet werden), eine Art Intelligenz Computertest, eine ganzheitliche ärztliche Untersuchung und ein Gespräch beim Psychologen.

Nachdem mein Termin ca. drei Monate in der Zukunft lag, hatte ich genug Zeit mich in allen Bereichen gut vorzubereiten und mich auch zu informieren. Sehr hilfreich waren dabei diverse Foren sowie eine Facebook-Gruppe und generell das Internet als Informationsquelle.

Tag 1 beim Bundeswehr Eignungstest

Ankunft und Unterkunft in München

Als es dann endlich so weit war, denn je näher der Termin rückte, desto aufgeregter wurde ich (die Ungewissheit kann einen verrückt machen), habe ich meine Sachen gepackt und bin morgens in den Zug nach München, damit ich mich etwas früher als die angegebene Zeit in der gut beschriebenen Adresse einfinden konnte. Dort angekommen, musste ich kurz vor einem Eingang vor einem Büro warten, bis man mir sagte ich dürfte hereinkommen. Dann wurde ich nach meinem Namen, meinem Einladungsschreiben und meinem Personalausweis gefragt. Nachdem ich alles ausgehändigt bzw. mich kurz vorgestellt hatte, hat man mir gesagt, in welchem Zimmer ich im gleichen Gebäude bin, ein wenig die Hausregeln erklärt wie z.B., dass um 22 Uhr Nachtruhe ist (also alle Lichter aus), noch mal ein wenig der Ablauf erklärt und mir dann zu guter Letzt eine Mappe mit einem sogenannten Laufzettel in die Hand gegeben. Den sollte man überall hin mitnehmen.

Daraufhin bin ich erst mal in das Zimmer, das ich mir mit einem anderen netten Bewerber teilen durfte. Kurz und knapp ist es ein klassisches Zwei-Bett-Zimmer mit einem Fenster, zwei Schränken, einem Tisch mit zwei Stühlen und überraschenderweise einem Fernsehgerät an der Wand, wobei hier aber die Regel galt, dass man die Fernbedienung täglich um 21:45 Uhr abzugeben hat.

Im Grunde wurde man freundlich und respektvoll aber bestimmt empfangen. Aber damit muss man ja rechnen, schließlich bewirbt man sich ja beim Militär. Nach kurzem Kennenlernen meines Zimmerkameraden, des Schrankeinräumens und des Bettbeziehens mussten wir uns alle in einem Raum mit unserer Laufmappe und Schreibzeug treffen. Die Dame vom Empfang hat uns dann auf den Gang geholt, und wie man es eventuell aus der ein oder anderen YouTube Dokumentation kennt, mussten wir uns nebeneinander aufreihen, unsere Anwesenheit wurde kontrolliert und es wurden Karten für die Kantine ausgeteilt, damit wir in den 2,5 Tagen auch etwas zum Essen bekamen. Wir wurden dann allesamt in ein anderes Gebäude, Laufzettel inklusive, zum sogenannten Steuerkopf Büro geschickt, von wo aus das Testverfahren eines jeden einzelnen Bewerbers koordiniert wurde.

Die ärztliche Untersuchung

Insgesamt waren wir ca. 30 Bewerber. Als es dann nach kurzer Wartezeit losging, wurden wir in einen großen Konferenzraum gebeten, wo man uns nett begrüßt hat. Dort mussten wir einige Papiere unterzeichnen und einen persönlichen Fragebogen zum eigenen Werdegang und der persönlichen Einstellung ausfüllen. Danach wurden wir noch einmal offiziell von einem Hauptmann begrüßt, der kurz auf die Tätigkeitsbereiche der verschiedenen Laufbahnen sowie die Aufgabe der Bundeswehr eingegangen ist.

Dann war eine Stunde Mittagspause und wir durften dann in das Kantinengebäude und erstmal zwischen mehreren Gerichten und Getränken wählen. Während des kompletten Testverfahrens bis zum Feierabend herrschte absolutes Handyverbot und es wurde uns nahegelegt, dass es zum sofortigen Ausschluss führen kann, wenn man mit einem erwischt wird. Nach dem Essen also wieder zurück zum Steuerkopf, damit wir aufgeteilt werden konnten. Während es bei mir mit der ärztlichen Untersuchung los ging wurden andere zum Computertest, Sporttest oder sogar schon zum Psychologen geschickt.

Im Wartebereich für die ärztlichen Angelegenheiten angekommen, trafen wir auf Bewerber die bereits ein bis zwei Tage vor uns angereist waren, um ihre Tests zu absolvieren. Sie meinten nur spöttisch, aber sympathisch, wir sollen uns auf langes Warten einstellen. Aber um ehrlich zu sein, musste man damit rechnen, da die Bundeswehr ja versucht sich von jedem Bewerber ein Bild zu machen. Als Erstes kamen die Voruntersuchungen dran, wie Hör- und Sehtest, gefolgt vom Abgeben einer Urinprobe, um Drogenkonsum auszuschließen. Dazwischen musste man immer wieder warten, sodass einige Zeit verstrich. Außerdem wurden einem nach 20 Kniebeugen der Blutdruck und der Puls mehrmals gemessen.

Der erste Abend nach dem Eignungstest

Als die Voruntersuchungen beendet waren, kam die Dame von der Anmeldung des ärztlichen Bereichs und meinte wir sollen wieder hoch zum Steuerkopf. Gesagt, getan und man schickte uns gegen ca. 16 Uhr in den Feierabend. Was man dann in seiner Freizeit macht, blieb jedem selbst überlassen. Manche zogen sich auf ihre Zimmer zurück, manche duschten erstmal und wieder andere machten sich nach Erhalten ihres Personalausweises auf den Weg in die Stadt. Eigentlich sollte man sich um die Abendverpflegung selbstständig kümmern, aber es gab die Möglichkeit ein Lunchpaket mit allem drum und dran zu bekommen. Man wurde auf jeden Fall satt dadurch.

Tag 2 beim Bundeswehr Eignungstest

Die Hauptuntersuchung bei der Bundeswehr

Am zweiten Tag wurden wir um 6 Uhr morgens geweckt und sind nach der Morgentoilette in das Kantinengebäude zum Frühstücken. Dafür hatte man gute 30 Minuten Zeit. Da wir um 7 Uhr schon wieder beim Arzt vorstellig werden mussten. Nach einer etwas längeren Wartezeit wurde ich aufgerufen und zur Hauptuntersuchung gebeten. Mit der Ärztin wurde als Erstes über Vorerkrankungen, Verletzungen und die gesundheitliche Vorgeschichte gesprochen, bis man dann eigentlich von Kopf bis Fuß durchgecheckt wird, um den sogenannten „Tauglichkeitsgrad“ festzustellen. Bei mir war glücklicherweise alles in Ordnung, bis auf eine kleine Nachuntersuchung, die aufgrund einer Erkrankung in der Kindheit notwendig ist, um Folgeschäden komplett ausschließen zu können. Hierfür habe ich einen Überweisungsschein bekommen und die Aufforderung die Ergebnisse binnen eines bestimmten Zeitraums einzusenden.

Der CAT / Computertest bei der Bundeswehr

Nach der Untersuchung mit der sympathischen Ärztin ging es zurück zum Steuerkopf, wo man mich bereits erwartet hat. Von dort aus ging es weiter zum sogenannten CAT-Test dem Computer Test, bei dem ich abzüglich einer kleinen Unterbrechung wegen der Mittagspause ca. 2 Stunden gebraucht habe. Dabei wurden meine Rechenfertigkeiten, abstraktes Denken, logisches Denken, Sprache und Rechtschreibung sowie Englisch, meine Konzentrationsfähigkeit und meine Reaktionen getestet. Danach wieder mal zurück zum Steuerkopf, wo man immer wieder bekannte Gesichter getroffen und sich kurz ausgetauscht hat, wie weit man schon ist oder wie es gelaufen ist. Alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre zwischen den Bewerbern

Sporttest Bundeswehr

Bei mir ging es dann weiter zum Sporttest, wo mir gesagt wurde, ich solle zurück in mein Zimmer Sportkleidung anziehen, Sportschuhe und Handtuch einpacken und mich dann in einem anderen Gebäude melden. Alles ist überall innerhalb der Gebäude gut lesbar für die Bewerber ausgeschildert. Im Sport Bereich angekommen warteten bereits zwei andere Bewerber aus einer anderen Gruppe. Nach einer ausführlichen Einweisung durften wir uns erstmal selbstständig etwas aufwärmen, um danach der Reihe nacheinander getestet zu werden.

Mit mir ging es los und ich durfte mit dem Sprint (5x 10 Meter) um ein Hütchen beginnen. Nachdem dann alle drei fertig waren, gab es ein paar Minuten Verschnaufpause und eine kleine Einführung in den nächsten Test: den Klimmhang. Zu guter Letzt starteten wir dann alle drei gleichzeitig auf dem Fahrrad, um in maximal 6,5 Minuten eine Strecke von 3 km zurückzulegen (bei freier Einstellung der Schwierigkeitsstufe). Es gibt immer eine Mindestanforderung der erbrachten Leistung. Wenn man es aber besser schafft als vorgegeben, macht es sich in der Benotung des Tests bemerkbar. Glücklicherweise war ich gut vorbereitet und somit lief alles gut bei mir. Wir durften uns dann erst einmal duschen und umziehen und sollten dann wie auch nicht anders zu erwarten zurück zum Steuerkopf. Den Laufzettel, der immer mitzuführen war, musste man bei jeder Station abgeben. Die Zeiten und Ergebnisse wurden dann immer eingetragen.

Feierabend am Tag 2

Nach dem Sporttest habe ich gegen 15 Uhr ca. Feierabend bekommen, und da so viele vor mir noch auf das Psychologengespräch warten mussten, konnte man davon ausgehen, dass es heute nichts mehr werden wird. Die freie Zeit habe ich dann für mich genutzt und bin erstmal was essen gegangen und habe mir ein wenig die Stadt angesehen. Am Abend habe ich mich noch lange mit meinem Zimmerkameraden über persönliche Ziele, die Einstellung, dem Testverfahren und Politik unterhalten und ein wenig ferngesehen.

Tag 3 beim Bundeswehr Eignungstest

Das Bundeswehr Psychologen Gespräch

Am dritten und letzten Tag stand dann nur noch das Gespräch beim Psychologen an. Also habe ich mir etwas Angemessenes angezogen (Hemd, Pulli drüber, schöne Hose und Schuhe) und habe mich nach dem Frühstück mal wieder beim Steuerkopf angemeldet. Nach einiger Wartezeit kam dann ein Psychologe, überraschenderweise ohne Offizier wie es bei einigen anderen der Fall war, und bat mich noch einen Moment alleine in einem anderen separaten Wartebereich Platz zu nehmen, da er sich meine Unterlagen, Bewerbung und Lebenslauf sowie sämtliche Testergebnisse noch einmal ansehen möchte.

Zugegeben man wird etwas nervös, weil man aufgrund vieler Geschichten, die man so hört, nicht weiß, was jetzt genau auf einen zukommen wird. Nach ca. 20 Minuten warten war es dann so weit und der Psychologe bat mich in sein Büro, wo er, wie ich bereits damit gerechnet habe, Fragen über meine Vergangenheit, meinen beruflichen Werdegang, meinen Berufswunsch (inklusive den dazugehörigen Risiken bei der Bundeswehr) stellte. Wenn man offen und ehrlich ist und sich informiert bzw. sich auch wirklich bewusst ist, was man möchte gibt, es keinerlei Probleme. Ich hatte ein sehr entspanntes ruhiges Gespräch und hatte danach gleich das Gefühl, dass alles gepasst hat.

Wie viele Bewerber sind beim Eignungstest durchgefallen?

Im Nachhinein muss ich sagen, dass von ca. 30 Bewerbern nur zwei bis drei Bewerber frühzeitig heimgeschickt wurden und das aus offensichtlichen Gründen, da sie gelogen und sich dann in Konfrontation in ihren Lügen verzettelt und widersprochen haben. Alle anderen konnten eine Stelle mit passender Verwendung finden.

So, ein letztes Mal zurück zum Steuerkopf. Allmählich kannte man sich und ich muss sagen, dass die Dame, die das dort alles koordiniert hat, immer sehr freundlich gewesen ist. Dann als sich für mich langsam raus kristallisiert hat, dass eigentlich alles durchweg positiv verlaufen ist, fiel nicht nur der Druck ab, sondern es stellte sich auch ein gewisser Stolz ein, da man es erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Einplaner bei der Bundeswehr

Da die nächste und vorletzte Station nun der Einplaner war, war man natürlich gespannt welche Stelle man wo bekommen wird. An das Warten war man ja inzwischen gewöhnt und so gratulierte man sich im Wartebereich schon mal überhaupt so weit gekommen zu sein. Alle waren sichtlich erleichtert und es war eine relativ ausgelassene lockere Stimmung zwischen uns Bewerbern. Im Übrigen ist das die ganzen 2,5 Tage so gewesen. Alle waren sehr offen, freundlich und respektvoll zueinander.

Als mich der Einplaner dann in sein Büro bat, klärte er mich noch über den ein oder anderen Ablauf und auch über die 6-monatige Probezeit auf. Nach einer Weile wurden wir dann fündig und ich habe meine Stelle für die Verwendung, für die ich mich beworben habe, gefunden. Ich beginne meine allgemeine Grundausbildung (AGA) am 01.06.2017.

Danach ging es dann als letzte Station noch zum Berufsförderungsdienst, wo man über sämtliche Fördermöglichkeiten während und nach seiner Zeit bei der Bundeswehr aufgeklärt wurde. Alles in allem war es eine gute Erfahrung mit erfolgreichem Abschluss für mich. Ganz wichtig ist meiner Meinung nach, dass man sich wirklich bewusstmacht, was es bedeutet Soldat zu sein und dass man mit einem konkreten Ziel erscheint.

Nach einigen Gesprächen mit Wiedereinstellern, von denen auch ein paar unter uns anwesend waren wurde mir klar, dass immer heißer gekocht wird als gegessen. Das hat mir einer von den Wiedereinstellern mit auf den Weg gegeben. Es wird viel geredet, spekuliert und man kann sich wie gesagt verrückt machen. Aber meines Erachtens nach nur grundlos. Wer wie gesagt ehrlich ist und sich gut vorbereitet und natürlich seinem Verwendungswunsch nach für tauglich erklärt wird, dem werden sicher keine Steine in den Weg gelegt.

Abreise nach den drei anstrengenden Prüfungstagen bei der Bundeswehr in München

Nach Beendigung aller Aufgaben und dem Abschluss aller Stationen ging es zurück aufs Zimmer zum Sachenpacken und Bettwäsche abziehen. Dann hat man sich noch von dem einen oder anderen verabschiedet und sich viel Glück gewünscht. Mit einem Lächeln im Gesicht ging es dann zurück zum Hauptbahnhof, zurück in die Heimat.

Mit Sicherheit ist mein Bericht sehr positiv ausgefallen und ich bin mir sicher, dass jeder da seine eigene Wahrnehmung hatte, aber in meinem Fall muss ich mich auf das Zitat stützen: Wie man in den Wald hinein ruft, so kommt es auch zurück. Viel Glück euch allen!

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns von Kai zur Verfügung gestellt! Er hat sich Ende 2017 bei der Bundeswehr beworben und wurde Mitte Januar 2018 zum Einstellungstest nach Erfurt eingeladen. Von seinen Erfahrungen berichtet er euch in folgendem Erfahrungsbericht! Viel Spaß beim Lesen und nochmal vielen Dank an Kai! Wir wünschen Dir alles Gute für deine Zukunft bei der Bundeswehr!

Hey, ich bin Kai, 16 und (Achtung: Spoiler Alarm) demnächst Soldat. Schon als kleiner Junge wollte ich zur Bundeswehr gehen, es war einfach mein größter Traum eine so verantwortungsvolle Aufgabe zu haben und diese dann auszuführen.

Also habe ich mich bei meinem Karriereberater informiert und kurz darauf die Bewerbung abgeschickt, es gab Drei Gespräche wo besprochen wurde, Wieso ? Wohin ? Als was ? und ob man sich wirklich sicher ist. So gut so schön, Bewerbung abgeschickt, Zwei Monate später dann kam der Brief das ich zum Einstellungstest eingeladen bin.

Der große Tag – Der Einstellungstest

Am 13.1.2018 durfte ich dann nach Erfurt, Ticket wurde gestellt und Unterkunft natürlich auch.

Anreise war bis 16:00, alle hatten sich auch perfekt eingefunden und waren pünktlich. Es gab keine Ausnahmen d.h. alle haben sich top verstanden (wir haben schließlich alle das selbe Ziel verfolgt). Wir waren ungefähr 25 Leute aus allen Teilen Deutschlands, die Mischung war sehr gut, es war Hälfte Männer und Hälfte Frauen.

Am Abend hatten wir ein Gespräch in der Gruppe mit einem Hauptmann, dieser hat uns den ganzen Ablauf in den 2 1/2 Tagen erklärt, er war sehr nett und zuvorkommend. Die Einführung ging ungefähr eine Stunde und war nicht langweilig. Danach sind wir in kleineren Gruppen (wer halt auf was Lust hat) essen gegangen. Untergebracht waren wir in einem Hotel, wo wir uns allerdings nur frühs und abends aufgehalten haben. Nachdem wir essen waren sind wir mit dem gestellten Bus ins Hotel gefahren. Dort haben wir unsere Zimmer bekommen, wo jeweils Zwei Leute rein durften. Mann oder Frau war egal.

Der 1. Testtag – der CAT Test

Der erste Tag, alle waren nervös und angespannt, es ging für einige zu  dem berühmten CAT Test und andere fingen mit der ärtzlichen Untersuchung an. Ich durfte mit 15 anderen zu erst zum CAT, natürlich waren wir sehr aufgeregt und verrückt, da man ja immer viel gehört hat und liest.Wir sind alle in den Raum gerufen wurden und gingen zu unseren zugeteilten Plätzen. Bekommen haben wir einen Stift, einen Zettel und Kopfhörer zur Unterdrückung für geräusche und Lärm im Raum.

Nun ging es los, alles wurde still und die Einweisung begann. Die Dame vorne erklärte uns wie es funktioniert: man bedient NUR die Maus und man hat vor jeder Aufgabe eine Übungsaufgabe damit man auch versteht, wie das funktioniert. Sollte man diese verhauen haben kam die Frau zu uns und hat es erklärt.

Danach kamen die „echten“ Aufgaben. Ein buntes Spektrum aus:

  • Mathe Aufgaben (Plus, Minus, Mal, Durch, Prozent und Bruch)
  • deutsche Rechtschreibung
  • Englisch Kenntnisse
  • kleine Physik Aufgaben
  • fachbezogene Aufgaben (Abhägnig für was man sich beworben hat)
  • personenbezogene Fragen welche nicht als richtig oder falsch gekennzeichnet wurden

Bei den personenbezogenen Fragen wurden unter anderem Dinge gefragt wie: „Haben Sie schon mal gestohlen?“, „Waren oder sind Sie Teil von extremistischen Gruppen?“ All solche Dinge die u.a. das Verhältniss zur Bundeswehr beeinflussen könnten.

Das Ganze war angesetzt für 3 Stunden. Manche haben die Zeit voll ausgenutzt, manche nicht. Ich persönlich fande es ziemlich leicht und man braucht keine Angst davor haben. Ich habe z.B. ein Realschulzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 2,4.

Nachdem CAT hieß es warten, warten und warten. Das war immer das Schlimmste.

Die ärztliche Untersuchung

Nach ungefähr einer Stunde ging es zum Arzt. Dort wurde man gemessen, gewogen, auf Drogen getestet (mittels eines Urintests). Die Fitness wurde getestet in Form von Ruhepuls Messung und der Messung des Puls nach 20 Kniebeugen. Die Krankheitsgeschichte wurde auseinander genommen: z.B. ob Krankheiten in der Familie oder persönlich vorhanden sind. Zu guter Letzt wurden noch die Genitalien gecheckt. Das ist das wovor die meisten auch riesen „Panik“ haben. Das hatte ich auch, aber das ist halb so wild gewesen. Man musste sich weder ganz ausziehen o.ä. Die Ärztin bat einen sich auf die Liege zu legen und zog die Unterhose leicht herunter. 

Danach hat man seinen Tauglichkeitsgrad bekommen, ich bekam T2, da ich 4cm zu klein bin. Wie es jedoch bei Frauen aussieht kann ich nicht sagen.

Diese Untersuchung darf man auch von dem Arzt seines Vertrauens machen lassen und die Resultate mitbringen, jedoch kann man die 20 Sekunden dort durchaus aushalten.

Das Ganze dauerte ungefähr 30 Minuten, danach hieß es wieder warten… Nun kamen diverse Fragebögen und entsprechende Fragen, über die persönliche Einstellung und Fragen aus dem CAT. Damit wollte man schauen, ob die Wahrheit gesagt wurde und sich die Ergebnisse überschneiden oder ob es unstimmigkeiten gab.

Das war Tag 1, die Hälte war also geschafft. Es ging wieder zurück ins Hotel. Im Bus hat man die Aufregung nachtragend von dem CAT noch gespürt. Alle haben natürlich darüber geredet. Letztendlich machte sich dann doch die Erleichterung breit.

Der 2. Testtag – der Sporttest

Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker, schnell frisch machen und Frühstücken so das man es um 6:00 in den Bus geschafft hat. Dieser Tag war ziemlich entscheidend, es folgten Sporttest, Psychologisches Gespräch und Auswertung. Nachdem wir in der Kaserne eingetroffen sind, wurden wir wieder in zwei Gruppen gesplittet. Manche fingen mit dem Gespärch an und andere mit dem Sporttest. Ich durfte mit 9 anderen zum Sport, wir wurden in die Umkleide geschickt um uns umzuziehen und dann durften wir dort noch 20 Minuten warten.

Danach gingen wir in die Sporthalle, wo uns erklärte wurde was die „Disziplinen“ sind. Es gab den Klimmhang (Kraft), wo man sich solange wie möglich mit dem Kinn über eine Stang hält. Einen Pendellauf (Schnelligkeit), da startet man liegend auf einer Matte mit den Händen auf den Rücken, nachdem Pfiff musste man lossprinten, um einen Kegel in 10 Metern Entfernung laufen und wieder zurück auf die Matte und hinlegen. Das ganze 11 Mal im Sprint. Zu guter Letzt und das war meiner Meinung nach das schwierigste, das Ausdauer Training, man setzte sich auf ein Ergometer (Fahrrad) und musste so schnell wie möglich 3000m schaffen. Das Maximum waren 6:30 Min. Bis auf eine hatten wir es alle geschafft. Sollte man etwas nicht bestanden haben, konnte man dies wiederholen bzw. das Sportabzeichen machen.

Meine Ergebnisse waren relativ gut. Ich habe eine Gesamtnote von 1,76 bekommen:

  • Klimmhang: 86 Sekunden (Minimum waren 5 Sekunden)
  • Sprint: 38 Sekunden (Maximum 60 Sekunden)
  • Ausdauer:  4:38 Minuten (Maximum 6:30 Minuten)

Danach hieß es Duschen und umziehen.

Das Gespräch

Nun ging es zum Gespräch, wo jeder einzeln mit einem Offizier und einer Psychologin reden musste. Davor natürlich noch warten, ungefähr 2 Stunden. Was genau in dem Gespärch besprochen wurde darf man nicht erzählen. Jedoch kann ich sagen, dass meins eine Stunde dauerte und es wurden personenbezogene und allgemeine Fragen gestellt, u.a. wie man wo handeln würde oder wie man zu etwas steht. Beide waren sehr höflich und nett, jedoch haben sie immer die Aufgabe einen aus der Reserve zu locken. Das Gespräch ist auch das, was am entscheidendsten ist. Dazu kann man nur sagen: einfach ehrlich, höflich und realistisch bleiben mit dem was man sagt und macht.

Der Tag war vorbei und man wusste welche Laufbahn man einschlagen darf. Ich habe mich für die Mannschaften beworben, da ich sehen wollte wie man „ganz unten“ arbeitet und wie es sich anfühlt.Das habe ich auch geschafft und durfte die Laufbahn einschlagen.

3. Tag – der Einplaner

Heute ging es zum Einplaner, dem BFD und den Antritt zur Heimreise. Wieder früh aufgestanden, gefrühstückt und schnell zum Bus. 23 Leute haben es geschafft. Eventuell nicht alle als das was sie wollten. Es sind nur 2 aufgrund von Drogen „rausgeflogen“, aber niemand, weil er/sie „zu doof“ ist.

Beim Einplaner hat man besprochen was man werden möchte und was dementpsrechend frei ist. Ich wollte den Decksgast und habe den Platz auch bekommen.

Danach ging es zum BFD, welcher keinen Bock auf die Leute hatte. Somit dauerte das Ganze nur 5 Minuten. (Er erzählte nur was man nach DZE machen kann). Der Tag war um 11:00 Uhr gelaufen und man konnte gehen. Man hat sich untereinander verabschiedet und sein Ticket geholt. Nun zum Bahnhof und die drei Tage wirken lassen.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig beruhigen und euch einen Einblick geben wie die Musterung von statten geht!

Mit besten Grüßen, Kai 🙂

Eignungsfeststellung Reserveoffizieranwärter außerhalb des Wehrdienstes (ROA ADW) von Sven

Vor vielen Jahren hatte ich das erste Mal Kontakt zur Bundeswehr, und zwar durch den damaligen Grundwehrdienst, der mich gefordert und meine Grenzen überschreiten lassen hat.

Anschließend habe ich eine Ausbildung gemacht und sogar einige Jahre zivil für die Bundeswehr im laboratoriumsmedizinischen Bereich gearbeitet. Seit zwei Jahren studiere ich Zahnmedizin und vor fast einem Jahr, da war er plötzlich wieder, der Wunsch, der Bundesrepublik Deutschland zu dienen. Also beschäftigte ich mich eine Weile damit und fand heraus, dass ich auch während meines Studiums in den Semesterferien weitere Qualifikationen erlangen kann, die es möglich machen, eine zweite Karriere aufzubauen und zusammen mit meinen anderen Qualifikationen die Bundeswehr zu unterstützen. Somit habe ich mich als Reserveoffizieranwärter außerhalb des Wehrdienstes für das Auswahljahr 2019 beworben. Bewerbungsfrist ist der 30.9. des Vorjahres.

Ich hatte mit meiner Bewerbung Erfolg und wurde zum Assessment Center für Führungskräfte in die Mudra-Kaserne nach Köln eingeladen, wo das Auswahlverfahren für mich Ende November 2018 stattfand.

In den mitgeschickten Unterlagen befanden sich neben Informationen zum Ablauf und Hinweisen zur Eignungsfeststellung auch Gutscheine der Deutschen Bahn, um die Reise anzutreten. Beim Einlösen der Gutscheine sollte man beachten, dass man zunächst nur die Hinreise einlöst. Wenn man erfolgreich ist, dann verbringt man insgesamt drei Tage vor Ort. Die Rückreise kann unter Umständen auch schon einen Tag nach der Ankunft erfolgen.

Im Internet suchte ich dann nach Möglichkeiten, um mich auf diese Tage vorzubereiten und wurde bei Plakos fündig. Hier gibt es viele Information durch Erfahrungsberichte aber auch Beispieltests, die sehr ähnlich vor Ort durchgeführt wurden. Damit wusste ich dann auch, wo ich noch Mängel hatte.

 

1. Tag –  die Anreise

Da ich von der Ostseeküste komme, übernachtete ich in Berlin, um einigermaßen fit in Köln aufzuschlagen. Morgens um 7 Uhr ging es für mich mit U- und S-Bahn zum Hauptbahnhof nach Berlin, weil ich von dort mit dem ICE nach Köln gefahren bin. Während der 4,5 h Fahrt habe ich noch sämtliche Informationen über die Bundeswehr gelesen, die ich finden konnte. Natürlich ist es auch von Vorteil, wenn man sich außenpolitisch, innenpolitisch, für die Wirtschaft, sowie Konflikte auf unseren Planeten interessiert und dabei auf den neuesten Stand der Dinge ist. Angekommen am Hauptbahnhof in Köln, habe ich erst etwas gegessen und bin dann mit der S-Bahn und Straßenbahn weiter zur Kaserne.

An der Wache lernte ich auch den ersten Mitbewerber kennen. Wir sind dann zusammen in das Gebäude gegangen, wo wir einquartiert worden sind. Hier trafen wir auf weitere Mitbewerber. Anschließend wurden wir von den Mitarbeitern eingewiesen und bezogen dann unsere Stuben. Um 14:50 versammelten sich alle Bewerber (OA, ROA und ROA ADW ) vor dem o.g. Gebäude und wir lernten unsere Betreuungsoffiziere kennen, die uns all die Tage begleiteten und uns für Fragen zur Seite standen.

Weiter ging es dann in das Gebäude, wo das Assessment-Verfahren stattfindet. Hier gab es Informationen zu den nächsten Tagen und auch einen Laufzettel, der für jeden Bewerber individuell zusammen gestellt wurde. Dort füllten wir u.a. ein weiteres mehrseitiges Dokument aus, in dem wir unter anderem auch Stärken und Schwächen angeben und unser Kommunikationsverhalten zu bestimmten Bereichen einschätzen sollten.

Für die meisten stand nach Abgabe des Dokuments der restliche Abend zur freien Verfügung. Am Anreisetag ist keine Abendverpflegung durch die Kantine gegeben, somit sind weitere Mitbewerber und ich zum „Griechen“ gegangen, der sich im selben Gebäude wie die Kantine befindet. Hier konnten wir dann unsere Betreuungsoffiziere besser kennenlernen, z.b. bei einer preiswerten Curry-Wurst mit Pommes und einem Getränk.

2. Tag – Tag der Entscheidungen

Um 4:30 klingelte mein Wecker, denn um 5:45 sollte man auch pünktlich in der Kantine sein, weil man an diesem Tag nur sehr wenig Zeit für das Frühstück hatte. Hinweis der Küche: Man kann auch zwei Reihen bilden, wenn man Brötchen usw. holt, dann geht es schneller.

6:10 Uhr ging der Tag im Assessment Center los – die schriftliche Arbeitsprobe. Wer zu spät kommt, bekommt keine weitere Erklärung und die Zeit endet trotzdem für alle pünktlich. Es ging hierbei darum, ein ausgewähltes Wortpaar zu vergleichen. Ein Wortpaar-Beispiel kann sein: Neid und Eifersucht. Welche Form der Aufsatz haben sollte wird mit dem Beamer an die Wand geworfen. Nachdem ich den ersten Punkt auf dem Laufzettel hinter mir hatte, ging es zum PMO. Dieser Test findet am Computer statt, hier kann man nichts richtig oder falsch machen.

Es werden über 100 Aussagen gegeben und man soll nach Gefühl entscheiden, inwieweit man in mehreren Stufen zustimmt oder nicht zustimmt. Dafür steht eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Mit diesem Test erhält man Informationen, was für eine Persönlichkeit der Bewerber hat und er dient auch dem Interview. Dann ging es zum Arzt, wo Körpergröße, Gewicht, Urin, Farbsehen, Sehkraft, Hörvermögen, Blutdruck und die körperliche Versehrtheit untersucht wurden.

Mit meiner Diensttauglichkeit in der Hand ging es zum Personalberater und dann anschließend zum Gruppensituationsverfahren. Hier trafen wir auf die Psychologen. Meine Gruppe bestand aus fünf Bewerbern. Es gab noch viele weitere Gruppen. Die Psychologen in unserer Gruppe waren ein Offizier der Bundeswehr und eine zivile Psychologin. Jeder bekam einen Platz zugewiesen.

Hier bekamen wir nacheinander zwei Themen. Jedes Thema und auch die Hinweise wurden schriftlich jedem Einzelnen vorgelegt und auch vorgelesen. Dann hatten wir zwei weitere Minuten Zeit und sollten dann alle zusammen in 8 min mit unseren Mitbewerbern in der Rolle, in der wir steckten, eine Lösung zur Problematik finden. Bei dem zweiten Thema ebenso. Hier achteten die Psychologen darauf, wer das Gespräch beginnt, wer wie argumentiert, wer zurückhaltender ist, wer für seine Meinung kämpft, wer nachgibt, wer für Kompromisse zu haben ist, wer ein Teamplayer ist und wer dabei logisch mit den Gegebenheiten arbeitet.

Nach den beiden Gruppensituationsverfahren kam ein Kurzvortrag. Hier zog jeder ein Thema, wo wieder Informationen zu einer Rolle standen und auch um welche Situation es geht. Letztendlich musste man zu einer Entscheidung kommen und diese begründen. 25 Minuten Zeit. Die Zuhörer sind Mitbewerber, diese dürfen sich aber nicht einmischen. 3-10 min Redezeit. Auch ein Whiteboard stand zur Verfügung. Dazu gab es im Anschluss keine Auswertung.

Für mich ging es dann zum CAT. Hier wird am Computer Logik getestet, aber auch mathematisches Wissen, Wortpaare finden und in 9er-Kästchen stehen Strukturen in einer bestimmten Verbindung zueinander, das fehlende Kästchen musste man korrekt zuordnen. Es ging dann weiter zum Personalberater, der mir dann meine weiteren Stationen aufzeigte. Bis dahin lief alles gut.

Das Interview fand dann nach der Mittagspause statt. Einige Mitbewerber kamen mir auf den Weg bereits entgegen, die schon ihr Interview hatten und nach Hause fahren mussten.

Das Interview

Wieder in dem Raum, wo auch das Gruppensituationsverfahren und die Kurzvorträge stattfanden, saß ich nun direkt am Tisch der Prüfkommission. Hier wurde ich zuerst gefragt, wie es mir geht und ob ich mich vor Ort wohlfühle. Ich war natürlich aufgeregt, wie alle anderen auch :D. Das war die Einleitung. Jetzt befragte mich der Psychologe der Bundeswehr zu meinen Angaben, die ich am ersten Tag gemacht habe und zu meinem Kommunikationsverhalten, wofür ich mich interessiere, was ich als Letztes gelesen habe, zu den außenpolitischen Themen wurde ich auch befragt und welche ich ganz aktuell gelesen habe. Dazu dann auch, wer über Mandate entscheidet, wie Gesetze verabschiedet werden, Verbündete und viele Dinge mehr und warum ich mich genau dafür beworben habe.

Die Psychologin ging anschließend zunächst hart ins Gefecht mit mir, schon leicht vorwurfsvoll. Sie war in der Rolle der Gegnerin und später in der der Freundin, der man alles erzählen kann. Auch das Thema Tod spielte eine Rolle, wie ich mit Problemen umgehen würde, die ich nicht nach einigen Wochen gelöst bekomme und die mich zunehmend herunterreißen. Ob ich das für mich behalte, um niemanden zu belasten.

Teamarbeit oder besser alleine? Wie sehe ich mich allgemein, wie organisiere ich privat und warum. Wie würden mich meine Freunde beschreiben?

Hier war ich fast 45 min in dem Raum. Man sollte frei und ausführlich reden, einfach sagen, wie man denkt und fühlt. Nichts aus der Nase ziehen lassen. Nichts ausdenken, um zu gefallen. Denn hier geht es darum, dass es passt und der Bewerber nicht irgendwann psychische Probleme bekommt, weil es eigentlich nicht passt. Dann konnte ich den Raum wieder verlassen und nach weiteren 10 min wurde ich wieder hereingebeten. Die Auswertung. Noch einmal wurde gefragt, wie es mir geht und wie ich das Interview empfand, ob mir etwas in der Unterkunft auffiel, ob ich Fragen habe, wie es mir bisher vor Ort gefallen hat.

Letztendlich bekam ich den Zwischenbescheid in die Hand – Geeignet ! Ich war erleichtert und überglücklich (!!!) Meinen Traum einen Schritt näher.

Hinweis: Mechanischer Kompetenztest und erweiterter Mathematik-Test sind weitere Tests für Offizieranwärterbewerber, die über die Bundeswehr studieren wollen. Diese hatte ich als ROA ADW nicht. Für SanOA- Bewerber ist der mechanische Kompetenztest, als weiterer Test relevant und ggf. auch ein mündlicher Test zur Studieneignung, sollte der bis dahin erreichte Score nicht glänzen.

Für mich war der zweite Tag dann schon geschafft. Viele andere hatten noch Tests oder Interviews vor sich.

Am Abend sind einige Bewerber und ich zum Weihnachtsmarkt nach Köln gefahren, um den Erfolg zu genießen und ein wenig von Köln zu sehen. Vor 22 Uhr waren wir wieder zurück, da man sonst nicht mehr die Kaserne betreten hätte können.

3. Tag – Sportprüfung und Abreise

7:15 Sportprüfung. Zuvor aber noch ab 5:45 zum Frühstück und hier sollte man sich nicht den Bauch zu voll schlagen, denn umso übler wird es bei dem Basis-Fitness-Test.

Hierbei mussten wir uns zunächst selbstständig warm machen. Ein Leutnant kam dazu und erklärte uns dann die einzelnen Stationen. Unsere Truppe, von der nur noch etwas weniger als die Hälfte übrig waren, wurde zweigeteilt.
Zuerst mussten wir 11x10m sprinten, unbedingt rutschfeste Sohle tragen. Man startet liegend von der Matte, läuft zum Kegel und zurück auf die Matte, legt sich hin und klatscht dabei in die Hände auf den Rücken und das Ganze wiederholen. 5 Runden. Manchen wird auch übel. Darum nicht zu viel essen. Niemand will üble Szenen sehen und riechen und dadurch zum Mitmachen animiert werden. Nehmt auch etwas zu trinken mit.

Als nächstes ging es zum Reck. Hier musste man sich im Klimmzug solange mit dem Kinn über die Stange halten, wie es ging. Die Zeit wurde gestoppt. 5 Sekunden sind Mindestanforderung. Man sollte deutlich mehr schaffen.

Die letzte Station war am Ergometer, auf dem Fahrrad sollte man bei 80-100 Umdrehungen und mindestens 130 Watt, 6:30 min für 3 km fahren. Die Wattzahl kann man hochstellen.

Fazit: der BFT sollte auch mit weniger Übung zu schaffen sein.

Ich habe alles geschafft! Nach dem Duschen und dem Verlassen der Unterkunft ging es zum Assessment Center. Hier wartete, in meinem Fall, der Einplaner auf die Reserveoffizieranwärterbewerber ADW und erklärte, wie es für uns weitergeht.
Auf die anderen übrig gebliebenen Offizieranwärterbewerber wartete ein anderer Einplaner.

Anschließend sind wir Mittagessen gegangen und haben uns dann auf den Rückweg begeben. Am Hauptbahnhof in Köln haben wir noch etwas Zeit miteinander verbracht, bevor unsere Züge fuhren. Es war eine sehr angenehme Zeit, auch durch die vielen anderen Mitbewerber, die man kennengelernt hat.

Anfang des Jahres bewarb ich mich bei der Bundeswehr für die Laufbahn des Feldwebels im allgemeinen Fachdienst mit der Möglichkeit auf eine Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Nach einigen Monaten des Wartens, bekam ich eine Einladung zur Vorstellung im Karrierecenter der Bundeswehr, wo meine Eignung geprüft werden sollte. Im folgenden Bericht beschreibe ich meine Erfahrungen und gesammelten Eindrücke während der Eignungsfeststellung im Karrierecenter der Bundeswehr.

Tag 1: Ankunft, Eingangsuntersuchung, CAT

Erscheinen bis 10:30 Uhr, das sagte die Einladung, die ich einige Wochen zuvor bekommen hatte. So hieß es für mich an diesem Dienstagmorgen, zeitig meinen Weg zum Karrierecenter mit der Bahn anzutreten. Um 9:30 Uhr am Karrierecenter angekommen, wies ich mich am Empfang aus und bekam daraufhin Bettwäsche, ein Vorhängeschloss für den Spind, die Hausordnung, sowie einen Laufzettel ausgehändigt. Mit einer Unterschrift bestätigte ich die Richtigkeit meiner Daten und verpflichtete mich dazu, die Hausordnung zu befolgen. Nachdem nach und nach alle Mitbewerber eigetroffen waren, gingen wir auf die Stube. Zu acht auf dem Zimmer, hatte jeder einen Spind und ein Bett.

Begrüßung und der erste Mini-Test

Um 12:30 Uhr hatten wir uns dann zur Begrüßung einzufinden. Ein Hauptmann erklärte uns den Ablauf der folgenden Tage und was es bedeute, Soldat zu sein. Nach der kurzen Ansprache, galt es auch schon die erste Hürde zu überwinden: Jeder bekam einen Bogen ausgeteilt, auf welchem man einige Multiple Choice- und sechs ausformulierte Fragen (z.B. „Was haben Sie aus der Schulzeit mitgenommen?“; „Was denkt Ihre Familie über Ihren Karrierewunsch?“) binnen 20 Minuten zu beantworten hatte. Diese Fragen werden eventuell im persönlichen Gespräch aufgegriffen und sollten daher mit Bedacht beantwortet werden!

Der CAT (Computer Assistierten Test)

Anschließend hatten wir ca. 30 Minuten Zeit, um Mittag zu essen und uns anschließend in einem Testraum einzufinden – denn nun war das berüchtigte Computer-Assistierte Testen (CAT) an der Reihe. Durch Abgabe des Laufzettels bekam jeder einen Arbeitsplatz zugewiesen und kurz darauf begann auch schon der Test. Je nach gewünschter Verwendung fällt dieser durchweg unterschiedlich aus. Wer etwa in einem technisch anspruchsvollen Bereich tätig werden möchte, sollte sich daher auch auf einen Schwerpunkt in naturwissenschaftlich-technischen Fragen einstellen. Anders sieht es da wieder in kaufmännischen Disziplinen aus.

Jedoch rate ich allen Bewerbern sich auf jede Eventualität vorzubereiten und nicht auf Lücke zu lernen! Eine gute Hilfe zum Lernen bieten hier Einstellungstestaufgaben im Internet und auch besonders die einschlägige Literatur.

Natürlich gibt es auch allgemeine Aufgaben, die alle Bewerber durchlaufen. Hierzu zählte etwa ein Pool aus 50 Thesen, welche allesamt mit „Stimme zu“ oder „Stimme nicht zu“ zu beantworten waren. Manche wirkten trivial, entpuppten sich jedoch beim genaueren Hinsehen als brandgefährlich z.B.

  • „Ich stehe gerne im Mittelpunkt.“
  • „Jeder sollte die Möglichkeit zur freien Religionsausübung haben.“

Die Testdauer kann unterschiedlich ausfallen

Da die Fragen unterschiedlich ausfallen, variiert auch die Testdauer stark. So hatte ich meinen Test bereits nach etwa einer Stunde abgeschlossen und war daher zunächst verunsichert. Ich bekam den Laufzettel zurück, der die bereits abgeschlossenen Stationen nachwies und bekam gesagt, wo ich mich anschließend zu melden hatte. Über den Steuerkopf, der von mir die Ergebnisse des CAT in einem Umschlag bekam, ging ich zum Arzt. Durch meinen kurzen Computertest hatte ich nun quasi keine Wartezeit bei allen folgenden Stationen. Bei der Aufnahmeuntersuchung wurde das Seh- und Hörvermögen getestet, sowie die Körpergröße und das Gewicht gemessen. Auch eine Urinprobe für einen Drogentest wurde gefordert.

Ab 16 Uhr war der Tag zu Ende und wir durften die Kaserne bis 21 Uhr verlassen. Man tauschte sich noch über den Test aus und bereitete sich mental auf den zweiten Tag vor. Ich war froh, den Computertest, meine größte Sorge, hinter mich gebracht zu haben und war gespannt auf den nächsten Tag.

Tag 2: Ärztliche Untersuchung, Sporttest, psychologisches Gespräch, Einplanung, BFD

Die ärztliche Untersuchung

Der Wecker klingelte um 05:40 Uhr. Um 6 Uhr hieß es: Frühstück. Nach der kurzen Stärkung hatten sich alle Bewerber im Warteraum zur ärztlichen Untersuchung einzufinden. Nach kurzer Wartezeit wurde ich aufgerufen und die Musterung begann, welche in etwa wie folgt vonstattenging:

  • Zahlreiche Fragen zu chronischen Krankheiten, Auslandsaufenthalten, Knochenbrüchen, Drogenkonsum etc.
  • Überprüfung der Gelenkfunktionen und Abtasten des Körpers
  • Puls- und Blutdruckmessung im Ruhezustand und bei Anstrengung
  • Ggf. Prüfung des Gleichgewichtssinns (für Bordtauglichkeit)

Zuletzt wird einem der Tauglichkeitsgrad genannt und bescheinigt.

Der Sporttest

Für mich ging es danach erneut zum Steuerkopf und anschließend hatte ich bis zum Sporttest anderthalb Stunden frei. Nachdem auch die anderen meiner Gruppe die Musterung hinter sich gebracht hatten, begaben wir uns, umgezogen, zum Warteraum, wo wir von einem Soldaten abgeholt und zum Sporttest gebracht wurden. Der Basis-Fitness-Test (BFT) besteht aus drei Bereichen: Schnelligkeit, Kraft & Ausdauer.

Der Sprinttest

Nach einer kurzen, freien Aufwärmphase begann, immer zu zweit, der Sprinttest. Bäuchlings auf einer Matte, mit den Händen neben dem Körper liegend, rannte man auf ein Zeichen eine Strecke von zehn Metern, umkreiste am Ende eine Pylone, rannte die Strecke zurück, warf sich auf die Matte und klatsche hinter dem Rücken in die Hände. Das ganze fünf Mal (11x10m). Maximal 60 Sekunden.

Der Klimmhang

Anschließend war nach Kraft gefragt – es ging zum Klimmhang. Mit dem Kinn über einer Reckstange, verharrt man solange wie möglich in der Endposition eines Klimmzugs. Minimal 4 Sekunden.

Das Ergometer

Letzte Hürde war das Fahrradergometer. Hier gilt es eine Strecke von 3000 Metern in weniger als 6:30 Minuten zurückzulegen und dabei eine gewisse Anzahl von Umdrehungen pro Minute nicht zu überschreiten. Die Watt Zahl ist hierbei beliebig wählbar.
Für alle Aufgaben gilt. Je besser man sich anstellt, desto besser ist auch die Bewertung. Zumindest einmal sollte man daher jede Disziplin im Voraus geübt haben.

Das psychologische Gespräch

Den Sporttest gemeistert, stand „nur“ noch das Gespräch als wirkliche Herausforderung an. Davor hatten wir jedoch fast 2 ½ Stunden Freizeit, die wir nutzten, um außer Haus essen zu gehen.

Dann hieß es für mich sich in Schale zu werfen, denn das psychologische Gespräch stand an. Aufgeregt wartete ich in einem Wartezimmer, bis ich schlussendlich aufgerufen wurde. Im Raum saßen mir der Prüfoffizier und eine Psychologin gegenüber. Die Dame eröffnete das Gespräch und stellte mir Fragen zu meinem schulischen Werdegang und meiner Person. Mit der Zeit legte sich meine Anspannung und ich kam in einen angenehmen Redefluss. Die Psychologin fragte mich unter anderem, was denn zum Aufgabenspektrum des Feldwebels gehöre und ging auch kurz auf den Bogen ein, den wir am ersten Tag auszufüllen hatten. In meinem Fall (!), stellte der Offizier keine Fragen. Nach etwa 20 Minuten wurde ich vor die Tür gebeten und nach kurzer Zeit wieder hereingerufen.

Geschafft!

Der Prüfoffizier teilte mir mit, dass man sich dafür entschieden hätte, mir die Eignung als Feldwebel auszustellen. All die Anspannung der letzten Tage fiel von mir und ich war überglücklich. Beide wünschten mir alles Gute und ich ging zum Einplaner. Der Einplaner versucht, so gut es geht, die Wünsche des Bewerbers, mit dem Bedarf der Bundeswehr, in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund kann es auch vorkommen, dass der Wunschverwendung, mangels begrenzter Stellen, nicht stattgegeben werden kann. Insofern sollte man sich im Voraus mit alternativen Verwendungsmöglichkeiten auseinandergesetzt haben.

Letzte Station des Einstellungsverfahrens war dann der Berufsförderungsdienst. In einem Einzelgespräch werden Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten für die Zeit nach der Verpflichtung diskutiert.

Nun hatte ich alle Stationen hinter mir, war völlig am Ende und froh, dass ich meine Eignung erhalten hatte. Ich wünschte den anderen auf dem Gang noch alles Gute, ging zurück zur Stube, zog mein Bett ab, packte meine Sachen und gab alle erhaltenen Gegenstände, mitsamt des Laufzettels, beim Empfang ab.

Als baldiger Feldwebelanwärter verließ ich die Kaserne und trat meinen Nachhauseweg an.

Einstellungstest Berlin – Dezember 2018 – Wiedereinsteller – weiblich

Meine Geschichte

Ich bin eine 27-jährige Frau und Mutter, die bereits 8 Jahre bei der Bundeswehr war. Als Oberstabsgefreiter. Ich war bei den Jägern und zuständig für die Materialbewirtschaftung. Meine Dienstzeit endete zum 01.01 dieses Jahres, wobei ich schon Ende 2016 in meinen Vollzeit-BFD entlassen wurde.

In dieser Zeit konnte ich für mich feststellen, dass die Bundeswehr tatsächlich so attraktiv und anders ist, wie sie sich selbst bewirbt. Jetzt, mit einem kleinen Kind im Hinterkopf, geht es mir vorrangig darum, die Zukunft gesichert zu haben. Ich will einen festen Job haben, der mich mit den finanziellen Mitteln versorgt, die es mir möglich machen, meine kleine Familie versorgt zu wissen.

Noch dazu sind 8 Jahre einfach eine lange Zeit, die man selbst nicht so leicht vergisst und die einen doch in gewisser Weise prägt. Ich habe die Abwechslung bei der Bundeswehr geliebt. An einem Tag bin ich unter einem Berg Papier verschwunden und habe Überstunden machen müssen, um meinen Schreibtisch nach und nach wieder leer zu bekommen. Am nächsten Tag hatte ich einen anderen Berg vor mir. Und zwar einen Echten. Auf den ich hinaufgeklettert bin, um mich dann wieder von ihm abseilen zu können.

Diese Gegensätze sind es, die mich so glücklich in dem Beruf gemacht haben und mich am Ende dazu bewogen haben, mich doch wieder erneut zu bewerben.

 

Bewerbung

Die Entscheidung, wieder zurück zur Bundeswehr zu wollen, stand im Mai 2018 fest. Ich habe also einen Termin beim für mich zuständigen Karriereberater ausgemacht und mich zwei Wochen später mit ihm in seinem Büro getroffen.

Ich habe ihm erklärt, dass ich Wiedereinsteller sei und was ich mir vorstellte. Da ich, wie schon erwähnt, ein Baby habe, war es mir ein wichtiges Anliegen, eine Stelle in der Nähe meines Wohnorts zu bekommen, damit ich jeden Tag nach Dienst nachhause fahren könne. Zwei Kasernen kamen hierfür in Frage.

Der Karriereberater sagte mir, dass es schwer werden könne, eine Stelle in einer meiner beiden Wunschkasernen zu bekommen, da natürlich alle, die zu ihm kämen, den gleichen Wunsch hätten. Ich solle mich erstmal bewerben und dann würde ich ja sehen, ob es eine Möglichkeit gäbe oder nicht.

Etwas geknickt ging ich an diesem Tag nachhause, da ich ehrlich gesagt nicht gedacht hätte, dass es ein Problem darstellen könnte, dort eine Stelle als Mannschafter zu bekommen, da ich ja keinen bestimmen Spezialposten gefordert hatte. Ich wollte mich dennoch bewerben, hatte aber eher ein schlechtes Gefühl und beschloss für mich, keine Stelle anzunehmen, die es mir nicht ermöglichen würde, jeden Abend bei meinem Mann und meinem Kind zu sein.

Noch am gleichen Nachmittag klingelte mein Telefon und der Karriereberater war dran. Er fragte mich, ob eine Stelle als Transportsoldat ebenfalls in Ordnung für mich wäre, denn als solcher könne ich in einer meiner gewünschten Kasernen Dienst leisten, im nächsten Jahr, wenn meine Elternzeit vorbei ist. Ich konnte mein Glück kaum fassen, sagte zu und machte mit ihm einen weiteren Termin aus, um die Bewerbungsunterlagen die er mir mitgegeben hatte, ausgefüllt wieder bei ihm abzugeben.

Weitere zwei Wochen später kam es dann zu besagtem Termin. Mitte Juni also gingen wir alle Unterlagen gemeinsam durch und schickten diese nach Berlin an das Karrierecenter.

Jetzt hieß es warten…

Nachdem ich bis Anfang November noch immer nichts gehört hatte, rief ich in Berlin an und fragte nach dem Stand meiner Bewerbung. Dort sagte man mir, dass das mit der Einladung noch etwas dauern könne, da ich mich ja auf einen Posten für September 2019 beworben hätte.

Schon eine Woche später kam dann doch die Einladung zum Test. Am 19. – 21.11 sollte der Test für mich stattfinden. Diesen Termin musste ich aber leider absagen. Und schon bekam ich einen neuen Termin. Vom 03. – 05.12 sollte ich mich also in Berlin, in der Dahme-Spree-Kaserne, einfinden, um meinen Eignungstest zu absolvieren.

Die Aufregung stieg schon ein wenig muss ich sagen, da mein letzter Test über 9 Jahre her war und ich in der Zeit nicht jünger geworden bin und dazu kam, dass ich vor nicht mal 8 Monaten ein Kind bekommen hatte.

 

Vorbereitung

Zur Vorbereitung kaufte ich mir von Plakos den Online-Testtrainer, der den Zugang zur App, ein Wissens-, Logik-, Konzentrations- und Sprachpaket beinhaltete, wie auch ein Ebook und ein Bundeswehr-Einstellungstest-Komplettpaket und eine Sammlung an Fachwissen. Ich habe besonders die Logik- und Wissensangebote genutzt, da ich mich somit auf den CAT-Test vorbereiten wollte. Fachwissen habe ich in meinem Fall ja nicht gebraucht, ich habe mir nur noch alle Erfahrungsberichte zu den Einstellungstests in Berlin durchgelesen, da ich immer gerne weiß was auf mich zukommt und mein erster Test damals in München war.

Für den Sporttest habe ich nicht spezifisch trainiert, da ich sowieso viel Fahrrad fahre und noch zweimal die Woche boxen gehen, von daher wusste ich, dass ich eigentlich relativ fit sein sollte.

Als Frau bekommt man einen Vordruck mit der Einladung mitgeschickt, den man seinem Gynäkologen geben soll, damit dieser bestätigen kann, dass man in den letzten 6 Monaten zur Kontrolle bei ihm war, gesund ist und auch sonst aus seiner Sicht nichts gegen eine Einstellung spräche. Das war super unkompliziert. Ich habe den Zettel abgegeben und ihn nach 2 Tagen ausgefüllt per Post wieder zurückerhalten.

Ansonsten habe ich mich nicht weiter vorbereitet.

Tag X war gekommen.

Der Test

Anreisetag

In meiner Einladung stand, ich solle Montag bis 16:30 Uhr in der Kaserne eintreffen und bestenfalls die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, da keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Um 13 Uhr bin ich dann bei mir zuhause losgefahren und kam um 15:30 Uhr an. Weiter die Straße runter habe ich dann einen kostenfreien Parkplatz gefunden und musste von dort aus ca. 10 Minuten bis zur Kaserne laufen.

An der Wache zeigte ich Ausweis und Einladung vor und wurde dann angewiesen, in Gebäude 2 zu gehen, um mich anzumelden und meinen Spindschlüssel, sowie Bettwäsche zu empfangen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass das Essen in der Truppenküche während des Aufenthalts kostenfrei sei und man sich dort nur mit seinem Laufzettel (bekam man bei der Anmeldung) ausweisen müsse.

Ich ging also auf meine Stube, auf der schon zwei weitere Bewerberinnen warteten. Wir stellen uns einander vor und gingen dann zusammen zum Essen, da wir uns um 17:30 im Unterrichtsraum sammeln sollten, um eine Einweisung in die nächsten Tage zu erhalten.

17:30 Uhr saß ich dann mit 26 weiteren Bewerbern im Unterrichtsraum und ein Hauptfeldwebel teilte uns für den nächsten Tag in Gruppen ein. Ich war in der Gruppe ‚Arzt‘ und sollte somit am nächsten Morgen um 06:30 Uhr beim Arzt sein, während die andere Gruppe um 07:00 Uhr mit dem CAT-Test beginnen sollte.

Danach wurde uns ein biografischer Fragebogen ausgeteilt, für den wir 30 Minuten Zeit hatten. Dort wurden z. B. Fragen gestellt, wie unsere Kindheit und Schulzeit verliefen und was uns daran geprägt hat, oder weshalb wir uns bei der Bundeswehr beworben haben und was wir uns von dem Dienst dort erhoffen.

Im Anschluss an die Einteilung, betrat ein Oberstabsgefreiter den Raum, der einen Erfahrungsbericht zum Leben in der militärischen Gemeinschaft zum Besten geben wollte. Er sagte, dass alle Reservisten und Wiedereinsteller nun gehen dürften, also ging ich auf meine Stube und nutzte das Alleinsein, um zuhause anzurufen und zu prüfen, ob Kind und Mann die Stunden ohne mich bislang überlebt hatten.

Zwei Stunden später kamen auch meine beiden Mitstreiterinnen wieder und so langsam verzogen wir uns in die Betten und quatschten noch ein bisschen, bis eine nach der anderen einschlief. Außer mir. Ich lag, bis auf knapp 3 Stunden, die gesamte Nacht wach, aber ich hielt meine gute Laune mit dem Gedanken aufrecht, genug Energy-Drinks dabei zu haben, um den 1. Prüfungstag trotzdem zu überstehen. 😉

 

1. Prüfungstag

Ärztliche Begutachtung

Am nächsten Morgen, dem Dienstag, standen wir auf und gingen zum Frühstück, welches es ab 6 Uhr morgens gibt. Im Anschluss daran, gingen wir ins Nachbargebäude, in dem die ärztliche Untersuchung stattfinden sollte. Glücklicherweise waren wir die Ersten an diesem Morgen und das sollte sich später noch als Riesenvorteil herausstellen.

Ich nahm im Wartezimmer Platz und wurde nach ungefähr 10 Minuten aufgerufen. Ich sollte eine Urinprobe abgeben und danach zurückkommen, mich bis auf die Unterwäsche ausziehen und auf eine Waage stellen. Danach wurden meine Größe und mein Taillenumfang gemessen, da seit vergangener Woche nicht mehr der BMI, sondern der WtHR (Waist-to-Height Ratio), genutzt wird.

Nachdem ich ca. weitere 10 Minuten im Wartezimmer gesessen hatte, wurde ich zum Hörtest gerufen. Man setzt sich in eine große, geräuschdämpfende ‚Holzbox‘, setzt Kopfhörer auf und hat eine kleine Fernbedienung mit Druckknopf in der Hand und jedes Mal, sobald man etwas hört, sei es links oder rechts, betätigt man den Knopf.

Danach ging es zum Sehtest. Man schaut in ein Gerät und muss bei 3 Bildern Kreise betrachten und der durchführenden Dame mitteilen, zu welcher Seite die Kreise geöffnet sind. Danach gibt es weitere 3 Bilder mit Säulen, bei denen jeweils 2 Säulen hervorstehen. Im Anschluss wird man auf Farbenblindheit getestet, in dem man Zahlen in einem Wust aus Punkten erkennen soll.

Nach den letzten zehn Minuten Wartezeit, wurde ich ins Arztzimmer gerufen. Dieser hat sich sehr nett mit mir unterhalten und erstmal ein bisschen Smalltalk gehalten, bevor ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen sollte und er mich abhörte, meinen Rücken und die Stellung meiner Füße ansah und meinen Bauchbereich abtastete. Danach konnte ich mich wieder anziehen und bekam, wie beim ersten Mal, D2 (früher T2).

 

CAT-Test

Direkt im Anschluss sollte ich zum CAT-Test gehen, denn es war gerade einmal 07:30 Uhr, als ich beim Arzt fertig war. Also ging ich dorthin, ließ mir eine kurze Einweisung geben und fing an. In der Regel benötigen die Bewerber um die 2 bis 2,5 Stunden Zeit für den Test. Ich wusste aber, ich hatte mich gut vorbereitet und wenn ich etwas nicht weiß, dann weiß ich es auch nach 10 Minuten Überlegen nicht, also war ich bereits nach einer Stunde fertig.

Ich sollte mich nun in der Steuerorganisation melden. Dort wurde mir gesagt ich hätte Glück. Da es erst 9 Uhr war, solle ich mich fertig machen und um 10:15 Uhr in der Sporthalle sein, um meinen Sporttest zu absolvieren und wenn alles gut laufen würde, könne ich noch am selben Tag nachhause fahren.

 

Sporttest

Mit frischer Motivation ging ich also auf meine Stube, zog mich in Ruhe um und wartete, bis es Zeit war, zur Sporthalle zu gehen. Dort angekommen, war neben mir nur ein weiterer Bewerber da. Wir hatten so viel Zeit wie wir wollten und warm zu machen und es hieß, wenn beide wieder auf der Bank Platz nähmen, solle es losgehen. Wir liefen ein paar Runden in der Halle und waren bereit.

Los ging es mit dem Pendellauf. 11 x 10 Meter. 10 Meter hin, um eine Pylone herum, 10 Meter zurück, auf die Matte legen und Hände hinter dem Rücken zusammennehmen und alles von vorne. Ich fing an und brauchte 49 Sekunden. Zwar um einiges langsamer als zu meiner aktiven Zeit bei der Bundeswehr, aber zufrieden war ich trotzdem, da ich es vorher nicht geübt hatte und man im Gesamten bis zu 60 Sekunden brauchen darf.

Danach hatten wir kurz Zeit durchzuatmen und gingen zur nächsten Station. Klimmhang. Um zu bestehen, soll man mindestens 5 Sekunden an der Stange hängen. Die Finger schauen nach innen, Daumen und Zeigefinger berühren sich und das Kinn muss über der Stange bleiben. Ich hing 15 Sekunden, ließ mich dann aber langsam ab, weil ich nicht auf eine bestimmte Note im Test aus war und für den Moment keinen Sinn darin sah, da noch ewig rumzuhängen und mich auszupowern, da der Fahrradergometer-Test ja noch vor mir lag und ich vor diesem mehr Bedenken hatte.

Nach diesen beiden Tests bekamen wir 5 Minuten Pause und sollten uns dann wieder an den Fahrrädern eintreffen, zur Einweisung. Ich habe im Vorfeld so viele Horrorgeschichten über diesen Fahrradtest gehört, dass ich echt nervös war. Nachdem der Sportleiter dann noch sagte, man solle, selbst wenn man sich übergeben müsse, was wohl häufiger vorkam, auf keinen Fall absteigen, da der gesamte Test sonst hinfällig wäre, war ich erst recht nervös. 2009 gab es den BFD noch nicht, damals machte ich noch den PFT. Dort fuhren wir zwar auch Rad, aber ich weiß nicht mehr, zu welchen Bedingungen das war und als Soldat lief ich beim BFD immer 1000 Meter statt Rad zu fahren.

Wir stellten also unsere Räder ein und fuhren uns eine Minute bei 70 Watt ein. Nach einer Minute steigt der Widerstand auf 130 Watt. Wenn man bei dieser Wattzahlt bleibt, und bei 80 oder 90 Umdrehungen pro Minute tritt, sollte man es laut Sportleiter wohl auch schaffen, die 3000 Meter in 6:30 Minuten zu fahren.

Ich drückte die Wattzahl auf 210 nach oben und fuhr in ca. 1,5 Minuten schon 1500 Meter. Danach machte ich etwas langsamer und fuhr bei 170 Watt weiter, um dann die letzten 400 Meter nochmal Gas zu geben. Am Ende brauchte ich 4:39 Minuten für die 3000 Meter und hatte mir umsonst Sorgen gemacht. Also es ist wirklich KEIN Problem. Ich habe vor nicht mal 8 Monaten ein Kind bekommen und in der Schwangerschaft 30 Kilo zugenommen (die bis zum Test aber wieder weg waren 😀 ) und diesen Test ohne Probleme geschafft. Manchmal sollte man glaub ich weniger auf andere und mehr auf sein eigenes Gefühl hören.

 

Interview

Der Test war gegen 11 Uhr vorbei und der nächste Punkt auf meiner Liste sollte um 12:30 Uhr das ‚Interview‘, also der psychologische Test, sein. Ich hatte somit noch Zeit zu duschen und Mittag essen zu gehen.

Um 12:30 Uhr fand ich mich dann im Hauptgebäude im Wartezimmer ein und wartete ca. eine Stunde, bis ich aufgerufen wurde. Eine Psychologin und ein Hauptmann saßen mir nun gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass diese Tests nach dem good-cop-bad-cop-Prinzip funktionieren. Eine Person ist relativ nett und die andere Person starrt einen emotionslos und eher abweisend an, wohl um zu testen, ob man dadurch bereits einknickt. Zumindest war das 2009 bei meinem Test so und diesmal wieder und auch andere Bewerber sagten, dass sie ebenfalls das Gefühl hatten. Das psychologische Gespräch ging relativ schnell. Ich wurde auf ein paar persönliche Antworten angesprochen, die ich beim CAT-Test und beim biografischen Fragebogen gegeben hatte. Ansonsten sagte die Psychologin, man müsse bei mir jetzt nicht wieder beim „Urschleim“ anfangen und das wir in meinem Fall ein verkürztes Gespräch durchführen würden, da ich ja anhand der Truppenwerbung sowieso mit einer festen Stelle in Aussicht zu ihnen kam.

 

Einplaner, Sicherheitsüberprüfung, BFD

Das Interview war nach ca. 15 Minuten vorbei und schon konnte ich zum Einplaner gehen. Dieser war supernett, bestätigte mir, dass ich meine gewünschte Stelle sicher hätte und unterhielt sich noch ein bisschen mit mir, ob ich mich nicht lieber doch irgendwann dazu entscheiden wolle, einen Antrag auf Laufbahnwechsel zu stellen. Ich unterschrieb ein paar Unterlagen und ging danach noch zur Sicherheitsüberprüfung. Auch das ging schnell. Ich habe nur die Unterlagen abgegeben, die ich zuhause ausgefüllt hatte. Der letzte Punkt war der BFD. Da ich mich aktuell im BFD befinde, kannte ich mich auch hier aus, der Berater erklärte mir aber, inwieweit sich meine Ansprüche durch meine neue Verpflichtungszeit weiter aufstocken würden.

Danach ging ich auf meine Stube, verabschiedete mich von meinen zukünftigen Kameradinnen, da sie ebenfalls beide genommen wurden, gab meine Bettwäsche ab und fuhr zufrieden nachhause.

Folgender Erfahrungsbericht stammt von Nico B., einem Bewerber, der im Karrierecenter der Bundeswehr in Berlin seinen Einstellungstest absolviert hat. Er hat die Eignung für die Feldwebellaufbahn bekommen! An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg Kamerad!

Tag 1 – Die Anfahrt

Am 12.08.2016 ging es für mich endlich los, eine Woche vorher erhielt ich nach langem Warten endlich meine Einladung zum Einstellungstest in das Karrierecenter der Bundeswehr nach Berlin. Was ein schönes Gefühl! Doch um ehrlich zu sein, war ich auch sehr aufgeregt, was erwartet mich dort alles, klappt alles so wie ich es mir vorgestellt habe? Ich hatte einen Traum und klare Erwartungen an diese drei Tage: ich wollte Feldjägerfeldwebel werden. Also machte ich mich am Montagmorgen auf dem Weg nach Berlin, für mich keine große Reise, eine Stunde Zugfahrt trennten mich vom Karrierecenter der Bundeswehr Berlin. Die Stunde Zugfahrt konnte ich für mich noch Nutzen und vertiefte mein Wissen über die Bundeswehr, wie ist diese aufgebaut, wo ist die Bundeswehr weltweit im Einsatz, wie sind die Strukturen innerhalb der Bundeswehr, was bedeutet es Soldat zu sein, welche Gefahren sind damit verbunden. Aber für mich war klar, dass ist genau das, was ich schon immer wollte.

Mit meinen Aufzeichnungen saß ich nun im Zug. Die Nervosität hielt sich dort noch in Grenzen, da ich mich vorher schon im Internet informiert habe, wie dieses dreitägige Auswahlverfahren genau abläuft. Doch deckt sich das wirklich mit der Realität? All das waren Fragen die durch meinen Kopf geisterten.

Nach etwas mehr als einer Stunde war es zu spät für solche Gedanken, denn ich stand mit meiner großen Sporttasche vor dem Karrierecenter der Bundeswehr in Berlin Grünau. Der erste Kontakt mit der Bundeswehr für mich persönlich, das erste Mal durch die Schranke an der Wache, nach kurzem Gespräch mit dem äußerst freundlichen Wachmann wusste ich nun auch wo ich mich einfinden musste.

Tag 1 – Die Anmeldung

Ein Blick auf die Uhr und ich stellte fest, na toll 30 min zu früh, naja egal, nochmal sammeln, durchatmen und auf geht’s! Mein erster Weg ging zur Anmeldung, vor der Anmeldung traf ich zum ersten Mal meine Mitstreiter, und die ersten lockeren Gespräche gingen los. Ich stellte schnell fest, dass all meine Befürchtungen völlig menschlich sind, denn den anderen ging es genau so.

So 14:30 Uhr: also rein in die Anmeldung, dort saß ein Hauptfeldwebel am Tisch und empfing meine Unterlagen, wie Einladung, Personalausweis usw. Im Anschluss bekam ich einen Stubenschlüssel zugewiesen und ein Paket Bettwäsche. Gut, dachte ich mir, dass war einfach, also ging es für mich auf Stubensuche, nach circa 10 min war ich dann am Ziel: Stube 202, das war mein neues Zuhause für die nächsten 3 Tage. Angekommen auf meiner Stube bezog ich zuerst mein Bett, und räumte meinen Spind mit meinen persönlichen Sachen ein. Ein bisschen erinnerte mich das an eine Klassenfahrt aus der Schulzeit. Nach Abschluss aller Maßnahmen, widmete ich mich dem Brief der auf dem Tisch lag mit meinem Namen drauf. In diesem Brief war der Ablauf und eine Checkliste für die nächsten Tage. Zeitgleich trafen meine weiteren beiden Stubenkameraden ein. Nach kurzem Smalltalk näherte man sich schnell an. Da für diesen Tag keine weiteren Maßnahmen geplant waren, ging es also mit meinen neuen Kameraden auf Entdeckungsreise durch die Kaserne.

Um 22 Uhr war denn aber jedoch genug und es hieß Schlafenszeit, die nächsten Tage werden noch anstrengend genug dachte ich mir und knipste das Licht aus.

Tag 2 – Die Einweisung

Der nächste Morgen begann für mich um 06:00 Uhr, Ich stand auf, ging duschen und danach ab zum Frühstück in die Kantine. Hier war ich sehr über das zahlreiche Angebot an Müsli, Obst-und Frucht, Säften, Joghurt, sämtliche Aufschnitte(Wurst – und Käse), Marmelade usw, erstaunt. Alles wie zu Hause – dieser Tag konnte nur gut werden. Nach dem Frühstück ging es für mich zu einer Besprechung/Einweisung in den Tag. Als erstes stand für mich der CAT-Test auf dem Programm, unter CAT-Test konnte ich mir erstmal nichts vorstellen. Der uns betreuende Oberfeldwebel meinte, dass das umgangssprachlich „Computertest“ bedeutet. Erleuchtung ging durch die Runde und jeder wusste von was gesprochen wurde.

Tag 2 – Der CAT Test

Eh ich mich umsehen konnte, saß ich auch schon in einem Raum mit ca. 30 Computern, welche in Reihe aufgestellt waren. Dort erhielt man noch einmal eine ganz genaue Einweisung in diesen Testabschnitt und dann ging es auch schon los. Wichtig hierbei ist, dass man dabei Kopfhörer trägt. Dieser CAT-Test hat bei mir ca. 2h gedauert. Dies ist jedoch bei jedem individuell: der eine kommt schneller durch die verschiedenen Aufgaben, der andere lässt sich etwas mehr Zeit.

Deutsch

Angefangen hat der Test mit dem Thema Deutsche Sprache. Hier wurden fünf Schreibweisen eines Wortes abgebildet und meine Aufgabe bestand darin, die richtige Schreibweise rauszufinden.

Dieser Testabschnitt umfasste ca. 20 Aufgaben.

Technik

weiter ging es mit dem Wissensabschnitt, Technik. Hier wurden verschiedene Zahnräder abgebildet und meine Aufgabe bestand darin, herauszufinden in welche Richtung sich ein bestimmtes Zahnrad dreht. Dieser Wissensabschnitt umfasst um die 10 Abbildungen, gefolgt von einigen Abbildungen bei denen es um einfache Stromkreise ging. Hier sollte man sagen, unter welchen Bedingungen die Glühbirne leuchtet. Ich ging an die Aufgaben mit logischem Menschenverstand ran und ließ mir ausreichend Zeit für die Bearbeitung der Aufgaben. Von Nervosität war keine Spur, viel zu sehr war ich auf die Bearbeitung der Aufgaben fokussiert.

Mathematik

Der nächste Testabschnitt, behandelte das Thema Mathematik. Hier wurden die einfachen mathematischen Grundrechenarten abgeprüft: Division, Multiplikation, Addition, Subtraktion, Bruchrechnung und Prozentrechnung. Hierzu ist zu sagen, dass mit solider Schulbildung, diese Aufgaben sehr gut zu lösen waren.

Nach Abschluss dieses Testabschnitt waren mittlerweile um die 60 Minuten Bearbeitungszeit vergangen.

Geschichte und Politik

Weiter ging es mit dem Thema Geschichte und Politik. Hier wurden allgemeinwissens- Fakten aus Geschichte und Politik abgefragt. Zum Beispiel:

  • Wann Begann der 30- jährige Krieg?
  • Wann begann der erste Weltkrieg?
  • Wer waren die Siegermächte des zweiten Weltkriegs?
  • Wie ist unsere Bundesregierung aufgebaut?
  • Wer ist das Oberhaupt unserer Regierung? usw.

Wichtig hier zu erwähnen: alle Antwortmöglichkeiten waren im Multiple-Choice Verfahren angelegt. Das bedeutet, man musste die richtigen Antworten nur anklicken und drückte anschließend auf „weiter“.

Fremdsprachenkenntnisse

Mein vorletzter Test befasste sich mit dem Thema „Fremdsprachen“. Hier musste man, bevor man anfing die Aufgaben zu bearbeiten, auswählen welche Fremdsprachen man beherrscht und auf welchem Niveau, (Muttersprachler, Schulkenntnisse, u.a). Bei mir waren das Englisch, Französisch und Russisch (auf Schulniveau). Nun wurde mir auf meinem Bildschirm zuerst eine Seite eingeblendet, welche sich mit der englischen Sprache befasste. Hier wurden um die 30 Aufgaben auf eine Seite gepackt und untereinander angeordnet. Zum Teil waren Sätze vorgeben und man hatte die Aufgabe, diese korrekt zu beenden. Dies umfasste um die 15 Aufgaben. Die anderen 15 Aufgaben, waren einfache Übersetzungsaufgaben einzelner englischer Begriffe. Sinngemäß wurde dies bei den weiteren Fremdsprachen ebenso durchgeführt. Fast geschafft dachte ich mir!

Charakter einschätzen

Zum Schluss kam ein Abschnitt in dem es darum ging, persönliche Charaktereigenschaften selbst einzuschätzen. Dies war am zeitintensivsten, meiner Meinung nach. Es wurde z.b gefragt : „Stehen Sie gerne innerhalb einer Gruppe im Mittelpunkt?“. Hier hatten man Antwortmöglichkeiten welche von „trifft gar nicht zu“ bis „trifft voll zu“ vorgegeben waren. Hier ist zu sagen, dass es bei dieser Aufgabe kein richtig oder falsch gibt. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hatte andere Wertevorstellung und persönliche Charaktereigenschaften. Man sollte jedoch bei der Wahrheit bleiben und auch Fehler sind hier nicht schlimm – kein Mensch ist perfekt. Doch die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren und sich selbst wahrheitsgemäß einzuschätzen, das können nicht alle. Sollte man hierbei jedoch nicht bei der Wahrheit bleiben, kommt dieses spätestens im persönlichen Gespräch mit dem Psychologen, welcher diesen Abschnitt auswertet, raus. Aber dazu später mehr. Geschafft: alle Aufgaben bearbeitet nach ca. 2 h. Ein Gefühl der Erleichterung machte sich schnell breit. Also verließ ich meinen Computer und holte mir die Unterschrift auf meiner Checkliste und konnte somit am ersten Tag ein „CHECK“ hinter meinen CAT-Test machen.

Tag 2 – Ärztliche Untersuchung

Somit konnte ich im Anschluss direkt weiter zur ärztlichen Untersuchung. Hier hört man viele Gerüchte, doch da kann ich Ihnen jede Angst vor nehmen. Zuerst musste ich bei einer sehr netten Krankenschwester einen Becher abholen und gab dann eine Urin-Probe ab. Hintergrund hierfür ist, der abgegebene Urin wird untersucht und einem Drogen-Screening unterzogen. Hat man keine Betäubungsmittel konsumiert brauch man sich auch keine Sorgen machen. Nach etwa viertelstündiger Wartezeit, war ich denn dran und wurde ins Behandlungszimmer gerufen. Ein freundlicher Arzt und eine Krankenschwester saßen im Behandlungszimmer. Anfangs führte ich mit dem Arzt ein persönliches Gespräch und er erklärte mir, was hier genau gemacht wird und was alles untersucht wird.

Und dann ging es auch schon los. Ich wurde gewogen und gemessen um meinen BMI (Body-Mass-Index) zu ermitteln. Dieser hat gepasst, also weiter ging es. Ich legte mich auf die Arztliege und der Arzt untersuchte meinen Körper. Er untersuchte alle Gelenke, hörte mich ab, untersuchte meine Wirbelsäule und meine Geschlechtsorgane. Keine Sorge, dies ist überhaupt nicht unangenehm und geht super schnell. Der gesamte Untersuchungsabschnitt dauerte ca. 10 min. Anschließend folgte ein persönliches Gespräch, in dem über bestehende Krankheiten, ehemalige Operationen, Krankheiten innerhalb der Familie, Medikamente die man einnehmen muss und Verhalten zu Alkohol und Nikotin, gesprochen.

Seh – und Hörtest

Das war ́s schon fast, nun musste ich das Behandlungszimmer noch einmal verlassen um zum zweiten und letzten Teil der Untersuchung gehen : Augenärztliche Untersuchung und der Hörtest. Den Sehtest kann man sich wie die Augenuntersuchung, die man benötigt, wenn man den Führerschein machen möchte, vorstellen. Man schaut durch ein Gerät und sagt der Ärztin in welche Richtung die Öffnungen, der abgebildeten Kreise zeigt. Danach hat man noch die bekannten „Zahlenbilder“ gesehen in denen die Farbsehkraft geprüft wird. Verbunden war diese Untersuchung mit einem kleinen Hörtest. Ganz simpel aufgebaut: man hatte Kopfhörer auf und abwechselnd kamen links und rechts Töne und man sollte auf eine Art „Button“ drücken, sobald man das Geräusch wahrnimmt. Fertig!

Also wieder ins Arztzimmer, der Arzt wertete mit mir zusammen noch die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung aus und dann bekam ich mein Ergebnis: „uneingeschränkt Verwendungsfähig“ – „T1“. Ein super Gefühl und wieder ein „CHECK“ mehr auf meiner Liste.

Im Anschluss daran gab es Mittagessen, natürlich wieder in der Kantine.

Tag 2 – ausklingen lassen

Für den Nachmittag war nichts mehr geplant. Wir erhielten am Nachmittag noch einen Vortrag über die Bundeswehr ganz allgemein. Sehr interessant und für mich persönlich sehr gelungen, da man sich dort nochmal auf das anstehende persönliche Gespräch beim Psychologen vorbereiten konnte.

Dann hieß es „Dienstschluss“ für uns, und ich war auch froh darüber. Obwohl es keine körperliche Anstrengung gab an diesem Tag, war man am Abend doch relativ müde und kaputt. Ich nutze den Abend um meinen Liebsten zu Hause von meinen Ergebnissen zu berichten. Und auch an diesem Tag war um 22 Uhr das Licht auf der Stube 202 aus.

Tag 3 – Der Sporttest

Der dritte Tag ging auch wieder um 06 Uhr los. Duschen, frühstücken, wie am Vortag auch. Heute stand der Sporttest auf dem Programm, also ging es auf die Stube zum Sportklamotten anziehen. Wir trafen uns um 08 Uhr in der Sporthalle. Dort erhielten wir eine genaue Einweisung in den Ablauf dieses Tests.

Pendellauf

Und dann ging es auch schon los mit der ersten Disziplin, der 11 x 10 m Pendellauf. Dieser Test sieht wie folgt aus:

  1. man liegt auf der Bauchseite auf einer Matte und hat die Hände auf dem Rücken
  2. bei Ertönen des Signals, drückt man sich hoch und sprintet so schnell wie es geht zu dem Kegel der 11m weiter hinten aufgestellt ist, umkreist diesen und rennt zurück zur Matte
  3. an der Matte angekommen, legt man sich wieder auf die Bauchseite und schlägt die Hände auf dem Rücken zusammen

Dies wiederholt man 5 1/2- mal. Erster Abschnitt: fertig.

Klimmhang

Nach kurzer Erholungszeit und einem kräftigen Schluck Wasser ging es zur nächsten Disziplin, der Klimmhang. Zum Ablauf:

  1. man steigt auf einen Hocker und positioniert seine Arme etwa Schulterbreit an der Stange
  2. dann umfasst man die Stange mit dem “Kammgriff” und zieht sich anschließend mit der Kraft seiner Arme nach oben
  3. der Hocker wird anschließend weggenommen
  4. dann hängt man solange an der Stange bis einen die Kräfte verlassen (Aber auch hier kann ich jeden beruhigen, Mindestvoraussetzung hier sind 5 Sekunden)

Einziges Kriterium:

  • das Kinn darf die Stange nicht berühren

Ergometer-Test

Nach Abschluss dieser Aufgabe, kam auch schon die letzte Disziplin: der 3000-Meter Ergometer Test. Bei diesem nahm ich auf dem Fahrrad Platz und hatte für die 3000m Strecke 6 Minuten und 30 Sekunden Zeit.

Das war meiner Meinung sehr gut zu schaffen. Ich schaffte diese geforderte Leistung in 4Minuten und 45 Sekunden. Hierbei ist zu sagen, dass ich vorher nie ein großer Ausdauersportler war.

Tag 3 – Das psychologische Gespräch

Alles klar, alle drei Disziplinen erfüllt, bedeutete ein weiteres „CHECK“ auf meiner Liste. Dieses weitere „CHECK“ bedeutete jedoch auch, dass ich vor meiner letzten Aufgabe stand: dem persönlichen Gespräch beim Psychologen. Vor diesem bekam ich es noch einmal mit der Nervosität zu tun, obwohl ich mich wirklich sehr gut vorbereitet gefühlt habe. Ich hatte einfach keine Vorstellung darüber, was dieser Mensch alles von mir wissen möchte und welche Fragen hat er sich für mich überlegt ?

Von all diesen Gedanken habe ich genau jetzt die Möglichkeit mir selbst ein Bild zu machen, denn ich saß im Warteraum und wartete bis ich dran war. Und in meinem Kopf habe ich mir eine wichtige Regel für dieses entscheidende Gespräch zurechtgelegt und die lautete : „Bleib einfach Du selbst!“ Und ehe ich mir weiter Gedanken machen konnte, ging es auch schon los. Ich hörte meinen Namen und ich betrat das Zimmer in denen zwei Männer, Mitte 30, auf mich warteten. Zuerst eine kurze Begrüßung. Ich stellte mich vor und teilte den Psychologen mit, warum ich hier bin. Die Begrüßung von Seiten der Psychologen empfand ich als äußerst freundlich. Wie bei allen Tests und Aufgaben auf meinem Weg hierher, fand am Anfang auch wieder eine kurze Einweisung statt. Das beruhigte mich persönlich sehr, weil man einfach genau wusste, was in den nächsten 30 Minuten passieren wird.

Auf los geht’s los

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde meinerseits aber auch seitens der Psychologen, begann unser recht lockeres Gespräch auch schon mit der Frage: „Warum haben Sie sich entschieden sich bei der Bundeswehr zu verpflichten?“. Ich möchte hier nicht meine Antworten vorgeben, da ich denke, jeder hat andere Gründe und andere Motivation. Was ich sagen kann, dass es sehr von Vorteil ist, wenn man sich über solch generelle Fragen vorher ausführlich Gedanken macht, und diese auch ohne zu stottern, locker und glaubwürdig vortragen kann. Denn hier zählt der erste Eindruck, meiner Meinung nach. Ein angehender Feldwebel sollte es schaffen, seine eigenen Standpunkte und Motivation, simpel und plausibel vortragen zu können. Nach dem wir uns darüber unterhielten, fragte mich der Psychologe einige Sachen aus meiner Kindheit, z.B.:

  • wie ich aufgewachsen bin
  • wie ich meine Schulzeit und meine Jugend erlebt habe
  • ob es einschneidende Momente in meinem, bis dahin noch jungen Leben gab
  • ob man schon mal in der Jugend mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist
  • wann ich zu dem Entschluss gekommen bin Soldat zu werden
  • ob ich einen „Plan B“ habe
  • ob ich über meine Entscheidung mit Familie, Freunden und Freundin gesprochen haben usw.

Hier nochmal der Tipp an alle die dieses Gespräch noch vor sich haben: hier ist ganz klar Ehrlichkeit Trumpf.

Ein Beispiel aus meinem Gespräch zum Thema Kindheit: ich erzählte dem Psychologen, dass sich meine Eltern früh geschieden haben und ich in einer “Patchwork-Familie” aufgewachsen bin. Ich habe ihm ganz plausibel erklärt, dass dies für mich noch nie ein Problem dargestellt hat und ich darin sogar einige Vorteile sehe. Zum Beispiel das erhöhte Anpassungsvermögen, welches ich mir z.b durch „neue“ Stiefgeschwister angeeignet habe. Dies sollte mir später noch zu gute kommen.

Spezifischere Fragen

Nun ging es ans „Eingemachte“: der Psychologe wollte wissen, warum ich genau Feldjäger werden möchte, und was in meinen Augen einen Feldwebel innerhalb der deutschen Streitkräfte ausmacht. Auch ist jede Antwort darauf individuell und kann nicht vorgegeben werden. Da der Psychologe wahrscheinlich gemerkt hatte, dass ich auf diese Frage sehr gut vorbereitet war, stellte er mir nun zwischendurch Fragen wie: “Wissen Sie wo die Bundeswehr momentan im Einsatz ist” oder  “Können Sie mir mal bitte vier Einsätze nennen?” Wie ich vorher schon sagte, zahlt es sich genau bei solchen Fragen aus, wenn man sich vernünftig vorbereitet hat.

Dann kam der Psychologe auf das Thema Auslandseinsatz und die damit verbundenen Folgen (in Form von Tod und Verletzung – physisch wie auch psychisch). Es folgten Fragen wie: „Sie verpflichten sich als Soldat auch zu Auslandseinsätzen in teils gefährlichen Teilen dieser Welt, haben Sie sich über mögliche Folgen auch einmal Gedanken gemacht ?“ Hier zählt einfach eine ehrliche Meinung. Meiner Meinung nach sollte man die mögliche Gefahr niemals unterschätzen und dies genau so zum Ausdruck bringen. Vermeintlich „Stahlharte“, „Angstfreie“, „Möchtegern-Rambos“ haben bei der Bundeswehr nichts zu suchen. Angst vor Tod und Verwundung sind vollkommen menschlich und jeder Psychologe wird euch das bestätigen können. Dies schloss mein Gespräch auch schon ab. Man wertete das Gespräch noch kurz aus. Hierbei sagte der Psychologe zu mir: „Ich finde es toll, dass Sie mit ihrer Kindheit so offen und ehrlich umgegangen sind.“

Nun musste ich noch einmal für 5 Minuten in den Warteraum, denn die Psychologen mussten sich beraten und eine Entscheidung treffen. Bekomme ich die Empfehlung für die Feldwebellaufbahn? Es dauerte wie gesagt nicht all zu lange, und ich konnte nach kurzer Zeit wieder den Raum betreten. Man teilte mir mit, dass man überzeugt davon wäre, mir die Feldwebeleignung zuzusprechen und man wünsche mir für meinen weiteren Werdegang viel Soldatenglück! Ich bedanke mich höflich und verließ den Raum.

Tag 3 – Auf zum Einplaner

Da war es nun, das letzte „CHECK“ auf meiner Liste, jetzt war nur noch ein Punkt offen, und dieser Punkt hieß – Einplaner.

Und genau zu diesem ging es auch im Anschluss. Angekommen dort, klopfte ich höflich an eine Bürotür und betrat nach dem „Herein“ das Zimmer. Auch hier der altbekannte Ablauf: kurze Einweisung und dann ging es los. Mein Erstwunsch, den ich vorher angegeben habe, war ganz klar Feldjäger. Nach diesen Stellen suchte der Einplaner auch zuerst. Zu meinem großen Glück fand er eine Stelle in seinem Computer. Er stand auf und ging zu einer großen Deutschlandkarte und sagte: “ So jetzt wird es spannend !“ er kreiste wild auf der Karte rum – die Spannung bei mir stieg plötzlich nochmal stark an – sein Finger landete auf dem Ort STORKOW(MARK), in Brandenburg, 30km von Berlin entfernt und 100 km von meinem zu Hause entfernt. Ich dachte nur: JACKPOT!.

Ich war sichtlich erleichtert und sehr zufrieden mit meiner zukünftigen Dienststelle. Das 7. Feldjägerregiment 1 in Storkow ist nun für die nächsten 12 Jahre mein neues zu Hause.

Ich unterschrieb sichtlich erleichtert meine Stelle, verabschiedete mich freundlich und verließ den Raum.

Geschafft!

Nun hatte ich alles geschafft, an diesem Abend trank ich noch ein Bier mit meinen Stubenkameraden und ging glücklich ins Bett. Am nächsten Morgen, hieß es nur noch für mich: Sachen zusammenpacken, Bett abziehen, Stubenschlüssel abgeben und den Heimweg antreten. Um 09 Uhr stand ich dann wieder an der Wache und verließ nach 3 Tagen das Karrierecenter der Bundeswehr in Berlin, sichtlich glücklich, mit der Feldwebeleignung im Gepäck und ein genaues Datum für meinen Dienstantritt zur Grundausbildung am 02.01.2017 in Hannover. Ich stieg sehr zufrieden in die Bahn ein und machte mich auf den Heimweg.

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns von Nico B. zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür, lieber Nico und weiterhin alles Gute!

Viele weitere Bundeswehr Erfahrungsberichte, zu jeglichen Laufbahnen und Verwendungen, kannst du auch auf https://www.bundeswehrforum.de/forum/ nachlesen.

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