Bundeswehr Grundausbildung: Militärische Grundbefähigung für Alle

Egal, ob freiwillig Wehrdienstleistende, Unteroffiziere (m/w), Feldwebel oder Offiziersanwärter/-innen, jede Soldatin und jeder Soldat einer militärischen Laufbahn muss die Bundeswehr Grundausbildung (GA) absolvieren. Mit der dreimonatigen Grundausbildung bei der Bundeswehr, wird der Grundstein für eine erfolgreiche militärische Karriere gelegt. Die Rekrutinnen und Rekruten werden für die Grundausbildung in der Bundeswehr in sogenannte Rekrutenkompanien zusammengefasst, wo sie mit dem militärischen Alltag vertraut gemacht werden, ihre Rechte sowie Pflichten kennenlernen, marschieren, schießen und unter freiem Himmel biwakieren. Am Ende der Grundausbildung soll jeder Auszubildende (m/w), egal, ob im Heer, bei Luftwaffe und Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis oder Cyber- und Informationsraum eine „Allgemeinmilitärische Grundbefähigung“ erlangen. 

Bundeswehr Grundausbildung
©Bundeswehr/Tom Twardy

Bundeswehr Einstellungstest

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Das Assessment Training besteht aus 5 Kategorien (Deutsch, Mathematik, Logik, Konzentration und Wissen), aus denen jeweils 20 Fragen per Zufallsprinzip ausgewählt werden. Für die Beantwortung aller 20 Fragen hast du insgesamt 8 Minuten Zeit. Während des Tests wird dir die ablaufende Zeit angezeigt.

1 / 20

Kategorie: Logik

Welches Wort ergänzt die Gleichung sinnvoll?

Tee : Alkohol = Medizin : ?

2 / 20

Kategorie: Mathematik

Welche Zahl setzt die Zahlenreihe sinnvoll fort?

Question Image

3 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Bei welcher chemischen Reaktion wird ein Stoff gezielt hergestellt?

4 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Was gehört nicht zu den Aufgaben der Bundeswehr?

5 / 20

Kategorie: Logik

Welches Wort passt nicht in die Reihe?

6 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

7 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Zu welchem Zweck darf die Bundeswehr nicht im Landesinnern eingesetzt werden?

8 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Welche Aussage zum Strom in einer Parallelschaltung ist korrekt?

9 / 20

Kategorie: Konzentration

Richte alle vier Würfel (siehe Abbildung) nach der höchstmöglichen Augenzahl aus. Welche Kombination bringt das höchste Ergebnis? 

Question Image

10 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Der Kölner Dom wurde in welchem Baustil errichtet?

11 / 20

Kategorie: Mathematik

Ein Vermögen von 15.000 € wird zu einem Zinssatz (360 Tage) von 4,5 % angelegt. Wie hoch ist der Zins nach 6 Monaten und 20 Tagen (aufgerundet)?

12 / 20

Kategorie: Logik

Welche Vorlage ergänzt sinnvoll das Muster? 

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13 / 20

Kategorie: Deutsch

Welches Wort ist korrekt geschrieben?

14 / 20

Kategorie: Logik

Welches Wort passt nicht in die Reihe?

15 / 20

Kategorie: Allgemeinwissen

Von wem wird die/der Bundespräsident/-in gewählt?

16 / 20

Kategorie: Logik

Welches Wort passt nicht in die Reihe?

17 / 20

Kategorie: Bundeswehr Wissen

Die Bundeswehr untersteht dem sogenannten Primat der Politik. Deshalb ist die Bundeswehr auch bekannt als…

18 / 20

Kategorie: Logik

Welches Wort ergänzt die Gleichung sinnvoll?

wütend : schreien = fokussiert : ?

19 / 20

Kategorie: Mathematik

Wie groß ist die Mantelfläche des Zylinders?

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20 / 20

Kategorie: Mathematik

Für eine Ersparnis von 42.500 € wurden 552,50 € ausgezahlt. Der Zinssatz (360 Tage) betrug für die Geldanlage 6,5 Prozent. Wie viele Tage war das Geld angelegt?

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Zu den Testtrainern

Themen im Beitrag:

Bundeswehr Grundausbildung: Ablauf und Inhalte

Die Rekrutinnen und Rekruten, aller Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche aus Luftwaffe, Heer, Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis und Cyber- und Informationsraum, lernen während der drei Monaten in der Grundausbildung, was sie als Soldatin bzw. als Soldat bei der Bundeswehr wissen und können müssen – vor allem aber, lernen sie die Kameradschaft in der Truppe kennen. Ziel der Grundausbildung ist es, eine „Allgemeinmilitärischen Grundbefähigung“ zu erreichen, die Grundlage für alle weiteren Ausbildungen bei der Bundewehr ist. Dafür werden die jungen Soldatinnen und Soldaten ausgiebig unterrichtet, praktisch geschult und sportlich gefordert. Je nachdem, welchen Bereich man in der Bundeswehr angehört, werden darüber hinaus noch weitere spezifische Kenntnisse vermittelt. 

Bevor es in die Praxis geht, lernen die Rekrutinnen und Rekruten zu Beginn ihrer Grundausbildung, die Bundeswehr erst einmal kennen. Dazu zählen allgemeine Kenntnisse über die Bundeswehr und welchen Auftrag sie hat, aber auch, sich als Staatsbürgerin und Staatsbürger in Uniform zu verstehen, dass man als Repräsentant/-in der Bundeswehr eine Vorbildfunktion einnimmt und sich dementsprechend verhält. Zudem wird jede Rekrutin und jeder Rekrut in der Allgemeinen Truppenkunde mit den gesetzlichen Grundlagen des Soldatenberufs vertraut gemacht und lernt die militärische Umgangsformen kennen. Der Bettenbau auf der Stube wird ebenso geübt wie die Ordnung in der Kaserne zu halten. 

Praktische Ausbildung und Erste Hilfe

Um die Grundlagen des Gefechtsdienstes zulernen, werden die Soldatinnen und Soldaten im praktischen Teil der Bundeswehr Grundausbildung, bei jeder Tageszeit und bei jedem Wetter ausgebildet. Dazu gehört unter anderem die Tarnung und Orientierung in unbekannten Gelände, unterschiedliche Bewegungsarten, das biwakieren im Wald und der Bau von provisorischen Unterkünften sowie das Zubereiten einer Feldmahlzeit. Als Soldatin bzw. Soldat wirst du außerdem an der Waffe ausgebildet und lernst wie man Aufgaben im Wachdienst wahrnimmt. 

Zu der Bundewehr Grundausbildung gehört es ebenso, sich mit der Erste Hilfe vertraut zu machen, um im Ernstfall bei Gefechtsverletzungen Erstversorgung für sich oder Kameraden leisten zu können. Weitere praktische Bestandteile sind zudem die ABC-Abwehrausbildung und die Einweisung am Funkgerät sowie die Formalausbildung, in der unter anderem das militärische Grüßen, die korrekte Meldung an den Vorgesetzten oder auch das richtige Verhalten beim marschieren trainiert werden. Die Grundausbildung der Bundeswehr umfasst insgesamt 14 Ausbildungsgebiete, verteilt auf 450 Ausbildungsstunden.

Sport in der Grundausbildung und Basis-Fitness-Test (BFT)

Neben den thematischen Kernausbildungen, die Woche für Woche stattfinden, ist Sport ein wesentlicher Bestandteil in der Grundausbildung und nahezu täglicher Begleiter, denn Soldatinnen und Soldaten müssen für ihren Dienst körperlich fit und belastbar sein. Als Rekrutin bzw. Rekrut wirst du nicht nur mit speziellen Trainingseinheiten, Ausdauerläufen und Hindernisparcours körperlich fit gemacht, sondern musst auch deine körperliche Leistungsfähigkeit in einem Sporttest, dem Basis-Fitness-Test, unter Beweis stellen. Der BFT, bestehend aus drei Disziplinen: Pendellauf, Klimmhang und Fahrradergometer, ist nicht nur Prüfungsteil im Rahmen der Einstellungsuntersuchung, sondern muss auch am Ende der Grundausbildung sowie später in der Truppe einmal im Jahr von jeder Soldatin und jedem Soldat absolviert werden. 

Abschluss der Grundausbildung

Gegen Ende der Grundausbildung der Bundeswehr findet für die Soldatinnen und Soldaten das feierliche Gelöbnis statt, in dem sie sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennen und geloben „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Den Abschluss der Grundausbildung bildet die sogenannte Rekrutenbesichtigung, bei der das Erlernte von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern überprüft wird. Hier entscheidet sich, wer die Grundausbildung bestanden hat – und wer nicht.

Nach der Grundausbildung

Wenn du die Grundausbildung nach drei intensiven Monaten erfolgreich abgeschlossen hast, bist du nicht nur in der Lage, als Wach- und Sicherungssoldat eingesetzt zu werden, du kannst dann ebenso einfache Aufgaben unter Gefechtsbedingungen wahrnehmen und bist im Stande lebensrettende Maßnahmen durchzuführen. Je nach Verwendung und Tätigkeitsbereich, erfolgt nach der Grundausbildung die weitere allgemeinmilitärische oder militärfachliche Ausbildung, um dich auf deine künftigen Aufgaben bei der Bundeswehr vorzubereiten.

FAQ

Nach der Grundausbildung der Bundeswehr beherrschst du den sicheren Umgang und das Schießen mit deiner Handfeuerwaffe – in der Regel dem Gewehr G36 sowie der Pistole P8. Du kannst bei Verletzten Personen Erste Hilfe leisten und kennst deine Rechte sowie Pflichten als Soldatin bzw. Soldat. Im Gleichschritt marschieren, militärisch Grüßen, die Dienstgrade und die grundlegende Organisation der Bundeswehr kennen – sind keine Herausforderung mehr für dich. Zudem hast du Grundkenntnisse der Abwehr von ABC-Kampfmittel und ABC-Gefahrenpotential.

Durch das sportliche Training bist du körperlich fit und steigerst deine Leistungsfähigkeit und Robustheit. Du hast erste Erfahrungen im Gefechtsdienst gemacht und kannst Aufgaben der militärischen Sicherheit und im Wachdienst übernehmen. Du weißt, wie man ein Zelt aufbaut, Feuer macht und sich im Terrain orientiert.    

In der Schießausbildung wird der Umgang mit der Handfeuerwaffe für Gewehr und Pistole erlernt, meist mit dem G36 und der P8. Erst wenn du über die technischen Eigenschaften der Waffen Bescheid weißt und den genauen Ablauf des Schießens verinnerlicht hast, wird mit scharfer Munition auf der Schießbahn geschossen.

An welchen Standort deine Grundausbildung stattfindet, ist abhängig davon, in welcher Teilstreitkraft du bei der Bundeswehr tätig bist. Die Luftwaffe führt die GA im Luftwaffenausbildungsbataillon mit Standort in Germersheim und Roth, sowie an der Unteroffizierschule der Luftwaffe am Standort Heide durch. Die Marine führt die GA an ihren Schulen in Bremerhaven, Parow und Plön durch. Im Sanitätsdienst findet die GA an den Standorten Weißenfels, Rennerod und Feldkirchen statt, beim Cyber- und Informationsraum beispielsweise in Dillingen. Heer und Streitkräftebasis bilden in ihren Verbänden in ganz Deutschland aus, zum Beispiel in Seedorf, Merzig, Ahlen, Prenzlau, Gera und Stetten am kalten Markt.

Während der Grundausbildung bist du Unterkunftspflichtig und musst in der Kaserne übernachten. Grundsätzlich ist ab 22:00 Uhr Nachtruhe und ab 23:00 Uhr Zapfenstreich. Über Ausnahmen kann der jeweilige Kompaniechef entscheiden.

In der Grundausbildung gibt es grundsätzlich kein Wochenenddienst. Es bleibt daher dir überlassen, ob du am Wochenende nach Hause fährst oder in der Kaserne bleibst. Auch am ersten Wochenende darfst du in der Regel wieder nach Hause fahren – Ausnahmen werden dir in deinem Begrüßungsschreiben mitgeteilt.

Während deiner Grundausbildung beträgt die Dienstzeit mindestens 41 Stunden pro Woche. Dienstschluss ist in der Regel 16:30 Uhr, Freitags um 11:00 Uhr.

Nach Dienstschluss hast du Freizeit und darfst natürlich auch die Kaserne verlassen und dich frei bewegen. Jedoch musst du bis zum Zapfenstreich wieder auf deiner Stube sein. 

In der Grundausbildung kannst du grundsätzlich kein Urlaub nehmen. In besonderen Fällen kann jedoch Urlaub genehmigt werden. 

Als Freiwillig Wehrdienstleistende erhältst bei deiner Einstellung eine rote Verpflegungskarte, für dich ist die Verpflegung in der Truppenküche dann kostenlos. Wenn du Zeitsoldat bist, bekommst du eine grüne Verpflegungskarte, die du im Küchengebäude mit Bargeld aufladen musst. Aktuell beläuft sich der Tagessatz für die Verpflegung auf ca. 6 Euro pro Tag, somit benötigst du als SAZ ca. 30 Euro Verpflegungsgeld in der Woche.     

In den ersten Wochen der Grundausbildung bist du dazu verpflichtet, das Frühstück, Mittagessen und Abendessen in der Truppenküche einzunehmen. Erst ab der dritten oder vierten Woche musst du nur noch zum Frühstück und Mittagessen in die Truppenküche gehen.

Egal, ob du FWDL oder SAZ bist, die Grundausbildung ist für alle Soldatinnen und Soldaten gleich. 

Solltest du wesentliche Ausbildungsinhalte der Grundausbildung nicht bestehen oder verpassen, wird von den Ausbildenden nachgeschult und du darfst die Ausbildung wiederholen. Die GA schließt mit der Zuerkennung der ATN „Sicherungs- und Wachsoldat Streitkräfte (SK)“ ab. Diese Zuerkennung ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

  • erfolgreiche Teilnahme an der Sanitätsausbildung „Einsatzersthelfer A“
  • erfolgreiche Teilnahme an der Allgemeinen Wachausbildung
  • Erfüllen der Schulschießübungen G36-S-5 (Gewehr G36) und P-S-2 (Pistole) bzw.
  • Erfüllen der Schießübungen G-GL-2 und G-NB-I-5 (Gewehr G36) sowie P-GL-2 und P-NB-I-3 (Pistole), nach dem neuen Schießausbildungskonzept
  • erfolgreiche Teilnahme an der „Rekrutenbesichtigung“ (praktische Prüfung der Grundausbildung)

Für die weitere Ausbildung als Soldat auf Zeit (SAZ) ist eine bestandene Grundausbildung jedoch Voraussetzung; sie kann von Zeitsoldaten einmal wiederholt werden.

Die Grundausbildung wurde durch die aktuelle Corona-Lage angepasst und wird zunächst verkürzt durchgeführt. Um die Ausbildungszeit bestens zu nutzen und Pendelfahrten zu reduzieren, findet der Dienst aktuell auch an Wochenenden statt. Zudem erfolgt teilweise in den ersten Wochen eine Fernausbildung am jeweiligen Wohnort der Soldatinnen und Soldaten, in der sie die wichtigsten theoretischen Grundlagen vermittelt bekommen. In der Kaserne selbst werden alle notwendigen Hygienemaßnahmen zum Gesundheits- und Infektionsschutz umgesetzt. 

Vorbereitung auf die Grundausbildung

Deine Verpflichtung als Soldatin bzw. Soldat ist unterschrieben und bald geht es mit der Grundausbildung los. Der Online-Testtrainer hält alle wichtigen Informationen, Abläufe, Tipps und Tricks aus dem täglichen Dienst eines Rekruten in der Grundausbildung für dich bereit und hilft dir dabei, dich auf deine Grundausbildung vorzubereiten und mit den Aufgaben in der Grundausbildung vertraut zu machen. 

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