Bundeswehr Sporttest: Der Basis-Fitness-Test

Bundeswehr Sporttest
©Bundeswehr/Sebastian Wilke

Zu den zwei wesentlichen Faktoren, die die Leistungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten dokumentieren, gehören die körperliche Fitness und die geistige Leistungsfähigkeit. Zur Feststellung der körperlichen Leistungsfähigkeit wird heute der „Bundeswehr Basis Fitness Test (BFT)) durchgeführt, der den bis zum Jahr 2010 angewandten „Physical Fitness Test (PFT)“ abgelöst hat.

Beim BFT handelt es sich um einen Eignungstest im sportlichen Bereich, mit dem deine körperliche Leistungsfähigkeit unter standardisierten Bedingungen überprüft wird. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines fest definierten Punktesystems, das geschlechts- und altersabhängige Punkte für drei zu absolvierende Disziplinen vergibt. Je höher die erreichte Punktzahl, desto besser die Leistungsfähigkeit.

Die drei Disziplinen des Basis-Fitness-Tests der Bundeswehr

Nachfolgend aufgeführte Disziplinen müssen beim Bundeswehr Sporttest direkt nacheinander und in der vorgegebenen Reihenfolge durchgeführt werden:

  • Pendellauf (Schnelligkeit)
  • Klimmhang (Kraft)
  • Fahrradergometer (Ausdauer)

1. Disziplin: Pendellauf - Sprinttest

Über den Pendellauf werden durch die Prüfer der Bundeswehr deine Sprintgeschwindigkeit, deine Umstellungsfähigkeit, deine Explosivkraft und deine Koordination überprüft.

  • Beim Sprinttest startest du auf einer Gymnastikmatte in Bauchlage, deine Arme liegen seitlich neben dem Körper. Insgesamt musst du 11 x 10 m-Sprints absolvieren.
  • Mit dem Startschuss springst du auf und läufst schnellstmöglich um die 10 Meter entfernte Wendepylone und wieder zurück zur Gymnastikmatte.
  • Dort angekommen musst du die Begrenzungspylonen umlaufen und dich wieder in Bauchlage auf die Matte legen, wobei sich deine Hände hinter deinem Rücken berühren.
  • Nach dem sechsten Start von der Matte (also nach der 5. Runde) sprintest du bis zur Wendepylone; dann wird die Zeit gestoppt.
  • Bei diesem Sprinttest solltest du unterhalb von 60 Sekunden liegen.

2. Disziplin: Klimmhang

Beim Klimmhang geht es um eine Variante des Klimmzugs. Du verharrst im Unterarmgriff (auch Kammgriff genannt), also in der Endposition eines Klimmzuges. So können die Prüfer deine Kraftausdauer innerhalb einer isometrischen Bewegung testen.

  • Du umfasst mit deinen Händen eine Reckstange im Kammgriff; die Handrücken zeigen also vom Körper weg. Dein Kinn befindet sich oberhalb der Reckstange.

  • Mit dem Startsignal wird die Starthilfe weggenommen. Du hängst nun völlig frei und versuchst, diese Position möglichst lange zu halten.
  • Hat dein Kinn die Reckstange unterschritten, wird die Zeit gestoppt.
  • Fünf Sekunden sind die Minimalforderung.

3. Disziplin: Fahrradergometer

Der früher durchgeführte 1.000 Meter-Lauf wurde durch einen Test auf dem Fahrradergometer ersetzt. Das hat den Vorteil, dass der Test stationär durchgeführt werden kann. Auf dem Ergometer sind 3000 Meter zu absolvieren. Mit diesem Test wird die Ausdauer der Bewerberinnen und Bewerber überprüft.

  • Der Test wird auf einem computergestützten Fahrradergometer durchgeführt. Der Übungsleiter bzw. die Übungsleiterin sorgt für die korrekte Sitzposition.
  • Für die 3.000 Meter lange Strecke kannst du die Wattzahl (Leistung) des Ergometers selbst wählen. Sie darf jedoch nicht niedriger als 30 Umdrehungen pro Minute liegen.

  • Du hast die Übung bestanden, wenn du für die 3.000 Meter weniger als 6 Minuten und 30 Sekunden benötigst.

Bewertung der sportlichen Leistungen

Mittels einer Gleichung und des Punktesystems werden die Ergebnisse der durchgeführten Übungen in Leistungspunkte umgewandelt.

Bei der Bewertung werden leistungsbezogene Faktoren wie Geschlecht und Alters berücksichtigt. Frauen können im Vergleich zu gleichaltrigen Männern eine geringere Leistung erbringen. Gleiches gilt für ältere Personen des gleichen Geschlechts. Für alle gleich sind jedoch die leistungsbezogen Mindestanforderungen in den einzelnen Disziplinen.

Faktoren, für die du selbst verantwortlich bist wie Bewegungsmangel, Rauchen oder Übergewicht werden hierbei allerdings nicht berücksichtigt.

Punktesystem

Pro Disziplin ist die Mindestleistung bei 100 Punkten festgeschrieben. Mit verbesserter Leistung dem Alter und Geschlecht entsprechend steigt auch die Punktzahl.

Punkte

Leistungsmerkmal

100 bis 199
ausreichend (Bereich 4,49 – 3,5)
100 bis 199
ausreichend (Bereich 4,49 – 3,5)
300 bis 399
gut (Bereich 2,49 – 1,5)
ab 400
sehr gut (Bereich 1,49 – 1,0)

Chancengleichheit und Bewertungsunterschiede im BFT

Mit Erreichen des 36. Lebensjahrs greift der Alterszuschlag. Außerdem fließen auch geschlechtsspezifische Unterschiede in die Auswertung des BFT mit ein.                  

Laut Ansicht von Prof. Dr. Georg Hackfort verändert sich aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung die Leistungsfähigkeit innerhalb der Bevölkerung. Diese Tatsache findet auch bei der Bewertung der Absolventen hinsichtlich Alter und Geschlecht Berücksichtigung, um den Grundlagen spezifischer Bezugsgruppen zu entsprechen.

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